Spaß an harten Klängen

Trotz Metalimage keine finsteren, sondern sympathische  Gesellen: Serpentic. Foto: Niemeier
Trotz Metalimage keine finsteren, sondern sympathische Gesellen: Serpentic. Foto: Niemeier

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06. Januar 2011, 07:17 Uhr

BAd oldesloe | Das Oldesloer Metal-Sextett Serpentic hat es in den letzten Jahren nicht immer einfach gehabt. Immerhin starten die Mitglieder mit Anfang 20 gerade alle so richtig ins Leben und neue Herausforderungen warten zwischen Schulabschluss und Arbeitswelt. Sänger Jesper Wulff verbrachte zum Beispiel einige Monate in Australien und die Mitglieder sind mittlerweile über Norddeutschland verstreut.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Band es trotzdem geschafft hat, sich zu der wohl beliebtesten Death-Metalcombo im Kreis zu mausern. Wobei man auch sagen muss, dass die große Anerkennung und Sympathie, die ihnen entgegengebracht wird, musikalisch und menschlich durchaus berechtigt ist. "Unsere Demo mussten wir schon nachproduzieren. Die erste Auflage war direkt vergriffen", berichtet Gitarrist Heiko Dormeier. Und auch Keyboarderin Verena Jurawitz freut sich, dass es mittlerweile einen festen Fankreis gibt. "Etwa fünfzig richtige Fanshaben wir , die regelmäßig zu unseren Konzerten kommen", erklärt sie.

Die Kritiken, die Serpentic einheimsen, können sich sehen lassen: Gleich beim ersten Auftritt im "42" in Ahrensburg spielten sie die übrigen Bands fast an die Wand, wenn man den Berichten der Augen- und Ohrenzeugen glauben darf. Vor allem Sänger Jesper überrascht die Zuschauer immer wieder. So auch auf dem 2010er Klangstadt Open Air, wo es den großen Comeback-Gig nach seiner Rückkehr aus "Down under" gab.

Seine Bandkollegen stehen ihm in nichts nach. Timon Posern (Gitarre), Tobi Bredenbeck (Bass) und Stefan Gorgas (Drums) geben immer alles. Die Gitarrenriffs zischen durch den Raum, die Haar fliegen, Verena lässt atmosphärische Flächensounds aus ihrem Keyboard erklingen und Gitarrist Heiko "pushed" die Band immer wieder nach vorne.

Textlich hat sich das Sextett über die Zeit weiterentwickelt. "Von den typischen Metalthemen haben wir nun zur gesellschaftskritischen Inhalten gewechselt. Wir wollen dazu aufrufen, den Kopf und den Verstand zu benutzen", so Jesper Wulff.

Wenn man bei Serpentic im Probenraum sitzt, erkennt man noch einen weiteren Faktor, der sie zu den aktuellen Lokalhelden im Metalbereich macht: Sie sind keine finsteren, bierernsten Gesellen, sondern eine sympathische Truppe junger Musiker, die Spaß an harten Klängen hat. In Sachen musikalischer Qualität sollte ihnen das Tor in die große Metalwelt offen stehen.

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