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Soziale Kontakte sind wichtig für gesunde Psyche

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Therapien zum Testen, Musik, Spielangebote für Kinder und Führungen machten den Tag der offenen Tür im Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus (HSK) zu einem Erlebnis für viele Besucher. Das psychiatrische Krankenhaus lädt alljährlich zu diesem Fest ein, auch um Schwellenängste abzubauen. Denn die moderne Psychiatrie hat längst nichts mehr mit Wegsperren und Isolieren zu tun.

Über psychische Erkrankungen, Vorbeugung und Therapien diskutierten Experten in mehreren Talk-Runden. „Bei unseren Patienten ist die Lebensfreude nicht weg, aber sie haben keinen Zugang mehr dazu“, sagt Professor Matthias R. Lemke, der ärztliche Leiter. Bei etwa einem Drittel sei die Erkrankung chronisch. „Sie müssen ihr Leben so einstellen, dass sie damit leben können.“

Stabile emotionale Beziehungen seien sehr wichtig für die psychische Gesundheit. Auch deshalb wendet sich das Krankenhaus zunehmend der ambulanten Versorgung zu. In Tageskliniken und Institutsambulanzen werden Patienten tagsüber betreut und können so weiter in ihrem Wohnumfeld bleiben. Sie sind auch erste Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Problemen. Nach Ahrensburg und Bargteheide wird auch Bad Oldesloe ein weiterer Standort sein. „Die Planung ist abgeschlossen und genehmigt“, sagt Lemke. „Soziale Kontakte sind wichtig, weil sie die Persönlichkeit tragen und stabilisieren“, sagt Dr. Wiebke Christiansen von der Institutsambulanz in Ahrensburg. Kreative Tätigkeiten wie Malen, Musizieren oder Werken tragen ebenfalls zur Gesundheit oder zur Gesundung der Seele bei. Auch Licht, Farben oder Naturerlebnisse werden heute therapeutisch eingesetzt. Besonders beliebt bei den Besuchern war am Tag der offenen Tür das Zelt, in dem sie Akupunktur und Reiki ausprobieren konnten. Auch diese fernöstlichen Methoden sind ein fester Bestandteil der Arbeit im Krankenhaus. „Nach längerer Zeit können wir auch wieder eine Reittherapie anbieten“, sagt Professor Lemke. Dafür arbeitet das Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus mit einem nahen Reitstall zusammen, der auch über eine Halle verfügt. Auch die Besucher konnten reiten.

Die Sport-Rettungshunde-Gruppe Bargfeld-Stegen führte ihre Vierbeiner vor. Ihre Aufgabe ist das Aufspüren von vermissten Personen, die dann von den Hunden verbellt werden, wie es offiziell genannt wird. Das sieht manchmal gefährlich aus, doch die Hunde sind gut dressiert. „Sie sind sehr sozial und lassen sich auch anfassen“, sagt Bärbel Dreisow. Die Ausbildung dafür dauere zwei bis drei Jahre. Für die Hunde ist es ein Spiel. „Sie arbeiten für eine Bestätigung“, sagt sie, „es gibt dafür einen Ball, eine Beißwurst oder etwas Futter.





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