zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : Sowjets, Votum und Verhör-Taktik

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die einen haben gewählt, die anderen sollen noch und wieder andere stellen noch Kandidaten auf. Aber alles ganz unterschiedlich.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 31.Jan.2016 | 09:00 Uhr

Lernfähig

„Von Stormarn lernen heißt siegen lernen“, sagt Landrat Klaus Plöger gerne. Das Original „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“ wurde 1951 von der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft in der DDR ausgegeben. Es dauert dann keine 40 Jahre mehr, bis die DDR Geschichte war. So weit sollte es mit dem Vorzeigekreis Stormarn nicht kommen, in dem demnächst der Bürgermeister der Vorzeigestadt Bargteheide das Ruder übernimmt. Die Zeiten werden aber härter. Flächen für Gewerbegebiete sind endlich, so hohe Steuereinnahmen wie in den vergangenen Jahren wird es kaum noch geben, das Land wird angeblich reiche Kreise und Kommunen deshalb wohl noch mehr ausquetschen, und dass Brüssel und Berlin die Bürokratie weiter aufblähen, ist doch so sicher wie die nächste Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau.

Ausgelernt

Da muss man sich in der Tat doch mal verwundert die Augen reiben. Vier sehr unterschiedliche Bürgermeisterkandidaten gibt es für Bad Oldesloe. Drei Männer und eine Frau – und die drei Männer sind alle Polizisten! So viel Zufall kann es doch eigentlich gar nicht geben. Droht uns jetzt ein Law&Order-Wahlkampf angesichts angeblicher Flüchtlingskriminalität, Einbruchsserien und den Ankündigungen, es solle eine Bürgerwehr gegründet werden? Na, hoffentlich nicht, denn faktisch hat die Stadt da herzlich wenig mitzureden. Reden kann man natürlich viel, aber allen sollte klar sein, entsprechende Entscheidungen werden ganz woanders getroffen.

Einer hat schon gesagt, dass Gesprächsführung für ihn kein Problem sei, schließlich sei er ja in Verhör-Taktik geschult. Als fleißige Krimigucker wissen wir alle, was das bedeutet. Sitzungen oder Verhandlungen werden zukünftig nach der „good-cop-bad-cop“-Methode geführt. Einer brüllt, schreit und droht, und ein Kollege zieht dann geschmeidig einen Vertragsentwurf aus der Tasche. „Das willst du doch alles nicht. Deshalb unterschreib mal lieber schnell hier ...“ Und schon haben wir einen neuen Restaurantbetreiber oder Investor.

Spaß beiseite. Noch ist reichlich Zeit für weitere Bewerber, ihre Unterlagen einzureichen. Der Wahlkampf hat nicht mal richtig begonnen – es wird also noch reichlich Gelegenheiten geben, sich ein Bild von den Kandidaten zu machen und vor allem, um zu erfahren, warum sie glauben, als Bürgermeister besser zu sein, als in dem Beruf, den sie von der Pieke auf gelernt haben.

Außergewöhnlich

Nicht nur das Bargteheider Oldie-Kabarett ist quietschfidel. Der Seniorenbeirat der Stadt ist es auch und könnte sich problemlos den zu Lebzeiten von Kunst- und Kultur-Queen Lotti Huber rausposaunten Ausspruch ans Revers heften: „Diese Zitrone hat noch viel Saft.“ So isses! Das Beiratsteam ist „Aus Erfahrung gut“ und macht Lust auf mehr. Das sagen sich denn auch gleich fünf von außen kommende Kandidaten für die anstehende Beiratswahl. Sie haben Lust auf mehr, möchten mitarbeiten und sich mit vollem Tatendrang für die Belange der 4451 älteren Einwohner einsetzen. Die setzen indes mit ihrem Votum ein Zeichen. Seit 2008 liegt die Wahlbeteiligung zwischen 52 und 56 Prozent. Die Zahlen, die andere gerne hätten, untermauern, dass der Wähler ab dem vollendeten 60. Lebensjahr sehr wohl das Engagement seines „Sprachrohrs“ zu würdigen weiß. Da schließt sich der Kreis. Also bei der Wahl schön Kreuze machen und Zeichen setzen!
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen