Favoritensieg : Souveräner Erfolg nach Stotterstart

Trotz unliebsamer Favoritenrolle hat sich Fußball-Kreisligist SV Preußen Reinfeld den Sieg beim 3. Kurt-Papstein-Cup der SG Union/Grabau gesichert. Im Finale bezwang das Team die Gastgeber mit 1:0.
Trotz unliebsamer Favoritenrolle hat sich Fußball-Kreisligist SV Preußen Reinfeld den Sieg beim 3. Kurt-Papstein-Cup der SG Union/Grabau gesichert. Im Finale bezwang das Team die Gastgeber mit 1:0.

Fußball-Kreisligist Preußen Reinfeld gewinnt 3. Kurt-Papstein-Cup der SG Union/Grabau. Die Gastgeber überraschen mit Finaleinzug.

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29. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Der SV Preußen Reinfeld sträubt sich gegen eine Rolle: Favorit. Und obwohl der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga beim 3. Kurt-Papstein-Cup die Siegertrophäe mit nach Hause nahm, wollte Co-Trainer Christopher Naatz nichts von einem „Favoritensieg“ wissen. „Man hat uns im Vorwege zum Favoriten erklärt, wir selbst aber nicht. Der Gewinn des Hallenturniers war auch kein Selbstgänger“, betonte Naatz.

Die Karpfenstädter waren in der Tat etwas holperig in das Turnier gestartet. Gegen insgesamt schwache Rethwischer (Kreisklasse A) gelang nur ein 1:1. Und auch gegen den SV Hammoor (Kreisklasse B) tat sich Reinfeld zunächst schwer, ehe am Ende ein 3:1-Sieg stand. „Wir haben nach Rücksprache mit den Spielern einen gemeinsamen Plan entwickelt und etwas umgestellt“, erklärte Naatz. Die Maßnahmen wirkten. Dank der Umstellungen gelang im letzten Vorrundenspiel gegen Kreisligakonkurrent SV Eichede III die erste überzeugende Leistung des Turniers und ein verdientes 4:1 gegen die Steinburger, die dennoch ebenfalls ins Halbfinale einzogen.

In der zweiten Gruppe setzten sich die Gastgeber der SG Union/Grabau souverän durch und deuteten an: Der Turniersieg würde nur über den A-Klassisten führen. „Wir sind Tabellenführer unserer Liga, und wenn man gut ins eigene Turnier startet, geht man selbstbewusst an die Aufgabe ran“, sagte Michael Petzold, der Trainer Karsten Drube vertrat. Ohne Punktverlust marschierte die SG durch die Vorrunde. Dagegen enttäuschte der als Mitfavorit gehandelte Kreisligist Bargfelder SV und musste nach zwei Niederlagen in drei Spielen früh die Segel streichen, ebenso wie der Tralauer SV. Dem Tabellenführer der Kreisklasse B gelang in drei Spielen nur ein Tor. Punkte heimsten die Tralauer keine ein. Den Gastgebern folgten stattdessen die stark aufspielende Steinhorster (Kreisklasse A Herzogtum Lauenburg) ins Halbfinale.

Gegen Reinfeld hatten die Lauenburger allerdings keine Chance und wurden mit 5:0 aus der Halle geschossen. Den zweiten Finalplatz sicherten sich die Gastgeber, die den SV Eichede III mit 3:1 in die Schranken wiesen.

Nachdem sich die Steinburger im kleinen Finale den dritten Platz und Moritz Hinkelmann bereits die Torjägerkanone gesichert hatten, war alles angerichtet für ein spannendes Endspiel zweier Teams auf Augenhöhe, die beide technisch guten Fußball mit der nötigen Prise Einsatz boten. Am Ende hatte der „Favorit“ aber den längeren Atem.

„Die SG hat das sehr gut gemacht mit dem eigenen Publikum im Rücken“, lobte Naatz den klassentieferen Kontrahenten und die sehr gute Stimmung in der mit 350 Zuschauern prall gefüllten Stormarnhalle. Bei der SG waren die Verantwortlichen trotz der knappen Finalniederlage zufrieden. „Mit dem zweiten Platz können wir sehr gut leben“, sagte Petzold. Union-Torwart Dennis Schulz erhielt außerdem die Auszeichnung als bester Schlussmann. „Er hat heute auch wirklich einige Male großartig gehalten“, lobte Petzold.

Darüber hinaus war die Freude bei den Gastgebern groß, dass die Resonanz bei den Zuschauern deutlich über der im vergangenen Jahr lag. 2013 waren „nur“ 222 Zuschauer in die Halle gekommen. „Der Turniernamensgeber sieht uns von oben zu und freut sich über diesen Abend“, sagte Union-Urgestein Walter Albrecht emotional: „Er hätte den zweiten Platz und diesen ganzen Verlauf heute richtig mit uns gefeiert.“

Für Reinfeld könnte der Sieg beim Kurt-Papstein-Cup derweil ein gutes Zeichen sein: Im vergangenen Jahr hatte der SSV Pölitz triumphiert – und war anschließend in die Verbandsliga aufgestiegen. Doch trotz 15 Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz in der Liga weisen die Karpfenstädter auch dort die Favoritenrolle zurück. „Noch ist eine Menge zu tun, und das wird schwer genug“, so Naatz.

Vorrunde, Gruppe A:

SV Hammoor – SV Eichede III 1:5, VfL Rethwisch – SV Preußen Reinfeld 1:1, SV Preußen Reinfeld – SV Hammoor 3:1, SV Eichede III – VfL Rethwisch 1:1, SV Hammoor – VfL Rethwisch 3:1, SV Eichede III – SV Preußen Reinfeld 1:4.

Tabelle:

1. SV Preußen Reinfeld 3 8:3 7
2. SV Eichede III 3 7:6 7
3. SV Hammoor 3 5:9 3
4. VfL Rethwisch 3 3:5 2

Vorrunde, Gruppe B:

SV Steinhorst – Tralauer SV 2:0, SG Union/Grabau – Bargfelder SV 2:1, Bargfelder SV – SV Steinhorst 2:4, Tralauer SV - SG Union/Grabau 0:1, SV Steinhorst – SG Union/Grabau 1:3, Tralauer SV – Bargfelder SV 1:3.

Tabelle:

1. SG Union/Grabau 3 6:2 9
2. SV Steinhorst 3 7:5 6
3. Bargfelder SV 3 4:9 3
4. Tralauer SV 3 1:6 0

Halbfinale:
SV Preußen Reinfeld – SV Steinhorst 5:0, SG Union/Grabau – SV Eichede III 3:1.

Spiel um Platz 3:
SV Steinhorst – SV Eichede III 0:2.

Finale:

SV Preußen Reinfeld – SG Union/Grabau 1:0.

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