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Stormarner Wochenschau : Solidarität, Vertrauen & Regionales

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was es alles so gibt in einer Woche: Läusemittel, Ruhrei und beim Start schon den Saisonhöhepunkt

Ei, Ei, Ei ..

Wat den enen sin Uhl .... Dass in Eiern aus Belgien und den Niederlanden (und mittlerweile auch vielen anderen Ländern) das Läusemittel Fipronil gefunden wurde, hat weiteres Vertrauen in die Lebensmittel-Herstellung gekostet. Allerdings nicht zu Lasten heimischer Hühnerhalter. Wer seine Produkte in der Nachbarschaft oder auf dem Wochenmarkt anbietet, also direkt an den Endverbraucher verkauft, kann es sich überhaupt nicht leisten, das Vertrauen seiner Kunden zu verspielen. Wenn Großhändler und der Einzelhandel dazwischen geschaltet sind, spielt der Endkunde keine große Rolle. Der kann den Hersteller kaum boykottieren. Wenn keine xy-Eier mehr gekauft werden, bietet der Produzent eben za-Eier unter einem anderen Namen an, Hauptsache von glücklichen Hühnern. Zurzeit kennt jeder das Wort Fipronil. In einem halben Jahr ist das vergessen. Das ist beim Eiermann um die Ecke anders. Der steht als Person für sein Produkt ein, und deshalb vertrauen ihm die Menschen. Wenn durch den Läusemittel-Skandal jetzt mehr auf diesen Trichter kommen – umso besser. Mitleid hat unserer Karikaturistin allerdings mit den Stormarner Hühnern, die mit der Produktion kaum hinterherkommen. Aber wat den enen sin Uhl, i den annern sin Huhn.

Zusammenhalt

Gelebte Solidarität haben Lars Dohmen und Roland Ardelt aus Bargteheide erfahren. Im März war ihre Tischlerei im Gewerbegebiet Langenhorst komplett niedergebrannt. Ursache war ein technischer Defekt im Bereich der Spanabsaugung. Keine fünf Monate später steht nicht nur eine neue Halle im Rohbau da, sie ist auch doppelt so groß wie die vorherige. Das liegt nicht nur an der Feuerschutzversicherung, sondern auch an der Hilfe, die Lars Dohmen und Roland Ardelt zuteil wurde. Sie konnten bei Nachbarn ihr Büro einrichten, die Kunden hielten ihnen die Treue. So musste kein Mitarbeiter gehen, es wurde sogar noch jemand eingestellt. Selbstverständlich ist so eine Hilfe nicht. Aber auch das fällt in die Kategorie Vertrauen und Regionales.

Unvergessen

Heute hat der SV Eichede seinen großen Auftritt – nicht in dem Steinburger Ortsteil, sondern auf der Lohmühle in Lübeck. Dort tritt der Stormarner Oberligist im DFB-Pokal gegen den vierfachen Deutschen Meister und zweimaligen Pokalsieger 1. FC Kaiserslautern an. Na gut, die „Roten Teufel“, die von einem gebürtigen Reinbeker trainiert werden, spielen zurzeit nur 2. Liga. Trotzdem sind sie natürlich haushoher Favorit und alles andere als eine klare Niederlage des SV Eichede wäre eine faustdicke Überraschung. Trainer Dennis Jaacks hat zwar einen Matchplan A (den er nicht verrät), aber für die wahrscheinliche Variante eines frühen Rückstands auch einen Plan B. Auch wenn man wahrscheinlich verliert, ist die Partie gegen Kaiserslauten das frühe Saisonhighlight, an das sich die Spieler lange erinnern. Auf die Verletztenliste des SV Eichede hatte es jedenfalls schon einen positiven Effekt: Auch angeschlagene Spieler nahmen am Training teil, um vielleicht auf der Lohmühle aufzulaufen. 1988 war der TuS Hoisdorf vor 18  000 Zuschauern auf der Lohmühle mit 0:4 gegen den FC Bayern München ausgeschieden – nachdem man zuvor Rot-Weiß Oberhausen 3:0 geschlagen hatte. Lange her, und doch unvergessen.
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