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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 19:20 Uhr

Zarpen : Solawi: Sich die Ernte teilen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bio-Gärtner Michael Polanski gründet die Solidarische Landwirtschaft „Junges Gemüse“ in Nordstormarn. Im Oldesloer Bella-Donna-Haus wird das Projekt vorgestellt.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 06:00 Uhr

„Mein Traum ist es, dass die Menschen wieder frisches, regionales und ungespritztes Gemüse essen und wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen“, sagt Michael Polanski. Die meisten Menschen kennen Gemüse heute nur noch aus dem Supermarkt. Das möchte er ändern. Ab März vermarktet er Gemüse aus eigener Ernte über eine Solidarisches Landwirtschaft (Solawi) - der Ersten im Kreis Stormarn. Der aus dem Ruhrgebiet stammende 35-Jährige ist Bio-Gärtner aus Leidenschaft. Seine vierjährige Ausbildung absolvierte er in Demeter-Betrieben, arbeitete auf ökologischen Höfen und sammelte so ein fundiertes Wissen über den Bioanbau. In ihm reifte der Entschluss, sich selbstständig zu machen, um Menschen mit alten und neuen Gemüsesorten zu versorgen. Barbara Schrage, Mitarbeiter des Bella-Donna-Hauses und seine Nachbarin in Rehhorst, brachte ihn auf die Idee, eine Solawi zu gründen- ein Modell, das bereits in ganz Deutschland funktioniert und immer mehr Anhänger findet. Dann traf er Monika Henne vom Redderhof in Zarpen. „Ich kooperiere mit dem Redderhof. Die haben dort die nötigen Maschinen und einen Hofladen, in dem ich meine Ernte verkaufe“, erklärt er. Der passionierte Gärtner pachtete einen 6  000 Quadratmeter großen Acker in Zarpen, auf dem er sein Gemüse anbauen möchte. „In einer Solawi werden die Kosten des Betriebes gemeinschaftlich getragen. Im Gegenzug wird der Ernteertrag unter den Mitgliedern aufgeteilt“, erklärt Polanski. Das Gemüse wird nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließt in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Teilnehmern mit organisiert und finanziert wird. „Solawi fördert und erhält eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft, stellt regionale Lebensmittel zur Verfügung und ermöglicht Menschen einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum.“ Die Mitglieder können nicht nur ihr Gemüse in Depots wöchentlich abholen, sondern auch aktiv bei der Planung und dem Anbau dabei sein. 21 Mitglieder haben sich bereits zusammengefunden, 30 braucht er mindestens, um wirtschaftlich arbeiten zu können. „Ein Hektar reicht, um 100 Menschen ein Jahr lang mit Gemüse zu versorgen“, so der Gärtner. Anbauen möchte er alle gängigen Gemüsesorten, aber auch alte, längst vergessene Sorten und neue Arten. „Ich experimentiere gern. Vielleicht kommen auch noch Äpfel und Tomaten dazu“, so Polanski. Die Wünsche der Mitglieder werden beim Anbau berücksichtigt. Alles, was im Überfluss vorhanden sei, könne er direkt vermarkten, und es dürfe auch verschenkt werden. Oder wie wäre es im Herbst mit Einmachen des pestizidfreien Gemüses? Zu Hause hat er bereits Kürbisse und Walnüsse geerntet und hat noch mehr vor: „Was gibt es Schöneres, als wenn ein Kind die Himbeeren frisch vom Feld in den Mund stecken kann?“ Hier gehe es nicht um Produktion auf Masse, denn darunter leide nicht nur der Geschmack. Er züchtet selber an oder kauft die Pflänzchen bei einem zertifizierten Bio-Betrieb. „Als Mitglied der Solawi kann man Erfahrungen sammeln und seine Familie mit ernähren. Vielleicht habe ich um mich herum in einem Jahr schon jede Menge halb ausgebildete Gärtner?“



>Interessierte können am Sonntag, 12. Februar, von 15 bis 18 Uhr zum Gründungstreffen im Bella-Donna-Haus, Bahnhofstraße 12, nach Bad Oldesloe kommen. Weitere Informationen über die Solawi „Junges Gemüse“ gibt es bei Michael Polanski unter 0157 / 323 723 74 und gemuesemicha@posteo.de.

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