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Stormarner Tageblatt

17. November 2017 | 22:22 Uhr

Stormarn : Social Media Niemandsland

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seiten des Kreises, der Städte und Gemeinden und Tourismusverbandes fehlen in sozialen Netzwerken

von
erstellt am 22.Okt.2017 | 10:36 Uhr

Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen, Informationsveranstaltungen und auch Sitzungen politischer Gremien – im Kreis Stormarn und seinen Städten und Gemeinden ist immer etwas los. Ein wichtiges Medium, über Events aber auch alle wichtigen politischen Diskussionen zu informieren, ist mittlerweile das Internet geworden.

Fast jede Stadt und Gemeinde im Kreis betreibt daher auch eine mehr oder weniger aufwendige eigene Homepage. Allerdings hat sich das Surfverhalten gerade der jüngeren Generation rasant verändert, wie Umfragen und Erhebungen immer wieder zeigen. Die typischen Homepage-Surfer werden immer weniger, und wer auf sich aufmerksam machen möchte oder tatsächlich gerade die jüngere Zielgruppe erreichen will, der darf die sogenannten „Social Media“ Kanäle nicht aus dem Blick verlieren. Doch diese werden im Kreis bisher stiefmütterlich behandelt. Ob Facebook, youtube oder Instagram – wer offizielle Kanäle der Städte oder Gemeinden sucht, wird nicht fündig.

Oder es werden Ergebnisse angeboten, die den Besucher der Seiten staunen lassen. So etwa die Facebook-Präsenz des Stormarner Landrats, die mit dem Foto eines jungen Mannes – der nicht der Landrat ist – mit einem Mettbrötchen aufwarten kann.

Dass der Bedarf da ist, lässt sich an den zahlreichen Einzelseiten erkennen, die sich zum Beispiel bei Facebook finden. Zu Reinfeld, Bargteheide, Bad Oldesloe oder auch Ahrensburg gibt es relativ große Communities unter dem Motto „Du lebst schon lang in..., wenn“. Auch Sportvereine, Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder Kulturschaffende haben mehr oder weniger aktuelle Facebookseiten, die nicht nur Karteileichen sind. Ob nun das Kultur- und Bildungszentrum, das Inihaus oder die Galerie BO-Art in Bad Oldesloe, das Kleine Theater und Jugendzentrum in Bargteheide, Schloss und Jugendzentrum Reinbek oder auch die „Galerie im Marstall“ sowie das „Juki 42“ in Ahrensburg – sie alle sind zu finden. Doch eine Seite, die die Veranstaltungen zusammenfasst oder sogar über das politische Geschehen von offizieller Seite aus informiert, fehlt jeweils. Das führt wiederum dazu, dass sich viele Interessierte aufgerufen fühlen, eigene Seiten einzurichten, was zu schlecht gepflegten und eben auch komplett inoffiziellen Darstellungen führt.

Gerade im Bereich Tourismus ist bei Facebook über Stormarn – in Gänze – auf den ersten und zweiten Klick keine Information zu bekommen. Die, offenbar inoffizielle, Seite des Kreises gibt gar keine Infos preis, außer einiger schlechter Bewertungen durch die Nutzer. Auch bei Instagram zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Dort sind ebenfalls viele einzelne Organisationen vertreten, der Kreis oder Städte als solche bieten aber keine offiziellen Accounts an. Hier und da gibt es Blogs oder ehrenamtlich gepflegte Instagram-Bilder-Accounts. Auf Nachfrage bei offiziellen Stellen gibt es seit Jahren im Prinzip von allen Seiten immer dieselben Antworten. Es sei aus Datenschutzgründen nicht erlaubt, dass diese Kanäle offiziell bespielt werden. Das gelte vor allem dann, wenn die Seiten über die offiziellen Rechner der jeweiligen Städte oder Gemeinden gepflegt werden müssten. In den Behörden bestehe aber strengstes Facebook-Verbot, um die gesicherten internen Netzwerke nicht angreifbar zu machen.

Dann kommt allerdings die Frage auf, warum zum Beispiel auch ganz offiziell die Polizei Stormarn die Kanäle von Facebook bis Twitter sehr aktiv – und durchaus erfolgreich – nutzt.

Zusätzliche bliebe die Möglichkeit bestehen , Agenturen mit der Bearbeitung der Social Media Bereiche zu beauftragen. Aus mehreren Verwaltungen ist zu vernehmen, dass Ideen in Planung seien, aber noch nicht spruchreifolle. Medienexperten weisen derweil auf die steigende Wichtigkeit der sozialen Netzwerke für die Kommunikation hin.

 

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