Reinbek : So viele Geburten wie vor zwölf Jahren

Bjarne Schröder ist die Nummer 844. Darüber freuen sich Mutter Vanessa Schröder (Mitte), die leitende Hebamme Christiane Schwarz (links) und Kinderkrankenschwester Kristina Andrich.
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Bjarne Schröder ist die Nummer 844. Darüber freuen sich Mutter Vanessa Schröder (Mitte), die leitende Hebamme Christiane Schwarz (links) und Kinderkrankenschwester Kristina Andrich.

Mit 844 Neugeborenen knüpft das Reinbeker St. Adolf-Stift an die hohen Geburtenzahlen Anfang des Jahrtausends an.

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19. Januar 2015, 05:30 Uhr

Bjarne Schröder war der 844. und damit letzte Neugeborene eines Rekordjahrs im Krankenhaus Reinbek. „Eigentlich sollte er am 1. Januar kommen“, erzählt seine Mutter Vanessa Schröder aus Lohbrügge, „aber dann ging alles ganz schnell.“ Bjarne ist das zweite Kind, das sie in Reinbek zur Welt brachte. Schwesterchen Madeleine war vor drei Jahren ein geplanter Kaiserschnitt. Erst nach der Geburt haben die Schröders erfahren, dass es zuletzt vor zwölf Jahren, im Geburtsbuch des St. Adolf-Stifts ein Kind mit der Nummer 844 gab.

„Wir freuen uns sehr über eine Steigerung von zwölf Prozent“, sagt Kreißsaal-Leiterin Christiane Schwarz. „Wir waren uns aufgrund der hohen Zahlen im Sommer schon recht sicher, die 800 zu schaffen, aber an die hohen Zahlen von Anfang des Jahrtausends anzuknüpfen ist echt ein toller Erfolg.“

431 der Neugeborenen waren Jungen, 413 Mädchen. Am meisten Kinder kamen im August zur Welt. 30 Prozent waren Kaiserschnitte, die anderen 70 Prozent so genannte spontane Geburten.

Das ist auch ein Erfolg von Chefarzt Prof. Dr. Jörg Schwarz, der vor drei Jahren die Frauenklinik übernahm. Der 50-Jährige hat die Kaiserschnittrate von 43 auf 30 Prozent gesenkt. „Das betrifft vor allem die ungeplanten Kaiserschnitte. Damit sind wir besser als der deutsche Durchschnitt.“ Zusätzlich hat Prof. Schwarz eine Neuerung eingeführt, die sehr gut ankommt: „Wir wenden seit 2013 Lachgas zur Behandlung von Wehenschmerzen an. Es hat viele Vorteile, da es schnell wirkt, von den Frauen selbst dosiert werden kann und für Mutter und Kind vollkommen ungefährlich ist.“

In Ländern wie England, Kanada und Australien werde Lachgas bei jeder zweiten Geburt eingesetzt, Deutschland hinke da etwas hinterher. Die neuere Form besteht je zur Hälfte aus Lachgas und Sauerstoff. „Es ist besser verträglich als das Gas, das vor 150 Jahren für zahnärztliche Untersuchungen eingeführt wurde. Es ist geschmacks- und geruchslos und führt bei 75 Prozent der Frauen zu zufriedenstellender oder vollständiger Schmerzlinderung“, so Prof. Schwarz.

Die Abteilung für Geburtshilfe wurde 2009 nach einem Anbau im zweiten Stockwerk und einer kompletten Modernisierung für fünf Millionen Euro neu eröffnet. In den vergangenen zwei Jahren wurde das Ärzteteam verstärkt und weiblicher. Prof. Schwarz: „Neben dem erfahrenen Leitenden Oberarzt Dr. Süha Alpüstün konnten wir drei Frauen als Oberärztinnen gewinnen, die alle in großen Perinatalzentren in Deutschland oder England ausgebildet wurden.“

Noch etwas gibt Anlass zur Freude: Ilse Timm Vorsitzende des Geesthachter Vereins „Hilfe für das schwerkranke Kind“ hat ein teures Beatmungsgerät , das sie bei der Maritim Hotelgesellschaft in Bad Salzuflen einwarb, übergeben. Chefarzt Prof. Dr. Jörg Schwarz: „Wir sind grundsätzlich sehr gut ausgestattet, aber so ein Beatmungsgerät speziell für Säuglinge stand noch auf der Wunschliste unserer Anästhesisten.“ Das 3500 Eure teure Gerät unterstützt empfindliche Neugeborenen im Gegensatz zum herkömmlichen Maskenbeatmung besonders sanft, so Privatdozent Dr. Thorsten Krause, Chefarzt der Anästhesie.

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