zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 22:14 Uhr

Bad Oldesloe : So muss (Lego-) Technik!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Delegation des chinesischen Bildungsministeriums besuchte gestern die Oldesloer Stadtschule. Die Gäste interessierten sich für den Technikunterricht mit Lego.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2016 | 06:00 Uhr

„Das ist doch wirklich cool! Wann haben wir hier an der Stadtschule schon mal eine offizielle Delegation aus China“, sagt Sabine Prinz. Die Leiterin der Stadtschule begrüßte gestern eine fünfköpfige Delegation aus Chinas Hauptstadt Beijing (Peking). Der Grund für den hohen Besuch war ein ungewöhnlicher: Die fünf Vertreter des chinesischen Bildungsministeriums wollten das LEIS-Studio der Stadtschule genauer unter die Lupe nehmen, denn im Lego-Education-Innovations-Studio wird nicht etwa einfach nur mit Lego gespielt, sondern die Schüler lernen hier elementare Grundlagen der Technik und des Programmierens.

Seit vier Jahren sind die Lego-Education-Kurse verbindlicher Teil des Stundenplans für alle Drittklässler, die Viertklässler haben es als Wahlpflichtfach. Das Konzept ist ausgerichtet auf aktives Lernen, die Vermittlung von Sachwissen in den naturwissenschaftlichen Fächern und natürlich ist jede Menge Kreativität gefragt. Und da bietet das nicht nur bei Kindern so beliebte Lego einen idealen Zugang.

Das Lego-Studio ist mit besonderen Lernmodulen ausgestattet, kistenweise stapeln sich hier Boxen mit den kleinen bunten Plastiksteinchen und -teilen, die wahlweise zu einem kleinen Auto, einem Roboter oder zu einem großen, funktionstüchtigen Kran zusammengebaut werden. Gestern stand ein Model aus einer Pumpe und einem Kolben auf dem Programm. „Wir wollen demonstrieren, wie man Luft dazu bringen kann, sich zu bewegen“, betonte Bernd Müller, freiberuflicher Lehrer und Elektrotechniker. Die zwölf Jungen und Mädchen machten sich eifrig an die Aufgabe, während die Gäste aus China ihnen über die Schulter guckten.

„Wir haben das Problem, dass unsere Klassen mit bis zu 50 Schülern sehr groß sind. Da müssen wir überlegen, wie wir so einen Unterricht logistisch bewältigen können“, sagte Lei Zhao vom Department of International Cooperation and Exchanges in Beijing, der überrascht war, dass am Schluss kein Legoteilchen vermisst wurde. „Das liegt auch am Prinzip Eigenverantwortung und daran, dass jeweils zwei Schüler für eine Box zuständig sind. Die haben großes Interesse daran, dass hier nichts verloren geht“, betonte Tobias Hagen von Lego Education Europe. Rund zwei Dutzend Schulen wurden bisher bundesweit von dem Unternehmen mit einem LEIS-Studio ausgestattet, was auch immer eine Kostenfrage und ohne Sponsoren kaum möglich ist. Umso erfreuter ist Tobias Hagen, dass jetzt auch die Chinesen Interesse an diesem etwas anderen Unterricht haben und bis nach Schleswig-Holstein reisten, um dieses spezielle Angebot kennenzulernen.

„Lego kennt zwar fast jeder auf der Welt, aber Lego Education ist noch nicht so verbreitet“, weiß der Manager. Und an der Stadtschule mit ihrem Techniklehrer Bernd Müller werde das Interesse an der Technik vorbildlich entwickelt und wirklich gelebt. So haben die Stadtschüler auch schon internationale Lego-Roboter-Wettbewerbe gewonnen.

Die chinesische Delegation ist jedenfalls beeindruckt. „Erstaunlich, wie die Kinder hier an naturwissenschaftliche Fächer und Technik herangeführt werden“, sagte Guoping Yu beeindruckt. Heute besuchen die chinesischen Gäste noch ein Schule in Hamburg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen