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Stormarner Wochenschau : So mal eben geht hier gar nichts

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ob es um Bürgerdialog, ein Bahnhofsdach oder einen Kreisverkehr geht – das schüttelt man nicht aus dem Ärmel.

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erstellt am 01.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Keine Worte

Mit den Bürgern in Deutschland und speziell in Bargfeld-Stegen in den Dialog treten? An sich eine sehr gute Idee, bemängelt der Bürger allgemein doch eine fortschreitende Entfernung der Politik vom wirklichen Leben. Warum allerdings neben dem durchführenden Bundeslandwirtschaftsministerium und der Verwaltung vor Ort noch eine Kommunikationsagentur mit der Organisation dieser Gespräche beauftragt wird, erschließt sich nicht so ganz. Schließlich lassen sich die Agenturen ihre Arbeit nicht zu knapp bezahlen. Wer sich die Webseite der Agentur näher anschaut, der findet unter den Kunden nahezu alle Berliner Ministerien. Es scheint in Berlin also en vogue zu sein, sich dieser und sicherlich auch anderer Kommunikationsagenturen zu bedienen. Bekommt man selbst das Gespräch mit den Bürgern – eigentlich das tägliche Brot von Politik und Verwaltung – in Berlin nicht mehr ohne steuerfinanzierten Vermittler hin? Sind unsere Bundesministerien nicht mehr in der Lage ihre ureigenste Arbeit selbst zu erledigen?

Keine Eile

Eigentlich, so sollte man annehmen, kann es doch nicht so schwer sein, ein Dach zu sanieren. Tja, aber im Vokabular der Bahn gibt es die Worte „einfach“ oder „schnell“ halt nicht. Wie lange haben die am Haltepunkt Gartenholz rumgedoktert? Die kaputten Schranken von Rümpel sind auch noch in lebhafter Erinnerung. Jaja, und jetzt eben das Oldesloer Bahnhofsdach. Und wenn dann auch noch der Denkmalschutz auf den Plan tritt – dann wird es noch eine Stufe schwieriger. Und dann dauert es noch etwas länger. Und dann kostet es eben auch mal 2,5 Millionen Euro.

Man muss allerdings anerkennen, dass die Verbindung Hamburg - Lübeck und darüber hinaus eine stark befahrene Strecke ist. Da kann man nicht mal eben den Strom ab- und sämtliche Signale auf Halt stellen. Leuchtet schon ein. Und trotzdem. Leute! Wir reden von einem Dach. Wie lange wird es denn dann dauern, ein Radhaus auf dem Bahnhof zu bauen? An die erste Fahrt der S4 will ich da vorsichtshalber erst gar keinen Gedanken verschwenden. Als Laie kann man sowas jedenfalls nicht mehr normal finden.

Keine Verspätung

Mein Gott, was ist da denn passiert? Nach einem holprigen Start, der Verzögerungen zur Folge hatte und das schlimmste befürchten ließ, ist der Kurparkkreisel 4 (in Worten: vier) Monate früher als geplant fertig geworden. Applaus! Tusch! Auch wenn gefühlt eine Ewigkeit an diesem Verkehrsknoten gebaut worden ist und wir deswegen reichlich Verkehrschaos in der Stadt hatten, kommt man nicht umhin, sich zu freuen.

Und warum klappt das nicht öfter? Nun ja. Bei dieser Baustelle ist mal entschieden worden, dass Bauen vor Fahren auch mal gehen muss. Lieber einen Monat total gesperrt, als mehrere Monate halbgarer Kram. Dann kann nicht nur schneller gebaut werden, sondern auch besser. In diesem Fall konnten wohl auch alle gut miteinander. Und, aber das wird nur hinter vorgehaltener Hand geraunt, vielleicht muss man auch davon weg, um jeden Preis den jeweils billigsten Anbieter zu beauftragen. Das kann teuer werden.

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