zur Navigation springen

Stormarner Wochenschau : So ist es – buckelig und hölzern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schlaglöcher auf der Autobahn sollen weg und die Bäume auf einem Grundstück des Kreises vermutlich auch. Letzteres wird dann euphemistisch „Waldumwandlung“ genannt.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 12.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Spaßbremse

Ne, was hatten wir für einen Spaß: Mit ordentlich Speed über die Bargteheider Sprungschanze. Oder sich auf der A21 mal gehörig von den Schlaglöchern durchrütteln lassen. Hält die Brücke an der A24? Für solchen Thrill geben andere im Hansapark viel Geld. Schluss mit lustig dachte sich das Straßenbauamt und macht einen Strich durch den Spaß: Der Buckel wird etwas abgeschliffen, die Fahrbahn erneuert und die Brücke gründlich überprüft. Hoffentlich wird das Chaos nicht zu groß, wenn an so vielen Stellen fast gleichzeitig gebuddelt werden soll.

Nix dran?

„Nein“, stellt Klaus Lorenzen von der Forstbehörde klar, es gebe noch keinen Antrag auf Waldumwandlung und damit zur Fällung der Bäume auf dem Grundstück bei der ehemaligen Landwirtschaftsschule. Und weil das so sei, könne selbiger selbstredend auch noch nicht unterschrieben sein. Absolut logisch. Da kann es in der Oldesloer Gerüchteküche noch so brodeln, da ist nix dran. Hört man aber genauer hin, wird schnell klar – Antrag hin oder her – im Grunde sind die Bäume schon so gut wie umgelegt. Kein nettes Wort über diesen Park, keine Silbe der Wertschätzung für 50 oder 60 Jahre alte Bäume, nichts, nur den Wert des Rohstoffs Holz vor Augen und wie der noch vergrößert werden kann.

Damit ist ziemlich klar, dass dieser Park, so wie es sich die Nachbarn wünschen, kaum zu retten sein wird. Eine Bebauung wird sich dort nicht verhindern lassen, wenn ein Investor dem Kreis das Areal erst abgekauft hat – das Fällen der Bäume noch viel weniger. Diese Erkenntnis sollte möglichst schnell in so manchem Kopf Wurzeln schlagen. Mit einer Verweigerungshaltung ist an der Stelle nämlich nicht mal ein Blumentopf zu gewinnen. Es bleibt nur, zügig einen B-Plan auf den Weg zu bringen, um die Bebauung in wenigstens einigermaßen verträgliche Bahnen zu lenken. Mal sehen, was bei der Sondersitzung des Bauausschusses am 29. Oktober heraus kommt.

Gedenken

In dieser Kolumne blickt die Redaktion auf das Geschehen der Woche zurück – zumeist mit launigen Worten. Aber es gibt Momente, da ist Spaß nicht angebracht. Der Tod von Theaterchefin Kirsten Martensen ist so ein Ereignis. Diese Frau hat viel für Bargteheide und Stormarner Kulturszene geleistet. Sie hat ihr Leben in einem Maß dem Kleinen Theater und seinen Ensembles gewidmet, dass die Lücke, die sie hinterlässt, kaum zu schließen sein wird. Das verdient höchste Anerkennung und Respekt.
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen