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Stormarner Wochenschau : So geht das doch alles nicht!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ruhe ist ja schön und gut, aber zu viel davon ist auch nicht gut. Zumindest nicht für jeden.

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erstellt am 17.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Ruhig Blut:

20 Jahre Städtepartnerschaft mit Olivet und Kolberg – die Grünen sprechen von „Luxussause“ und Fraktionsvorsitzender Wilfried Janson bietet schon mal großzügig an, mit gutem Vorbild voran gehen zu wollen: „Also ich würde mein Essen selber bezahlen.“ Die Gäste, findet er, könnten es doch genau so machen. Also mal ganz ehrlich ... aus pekuniärer Sicht mag das ein guter Vorschlag sein, aber wir reden hier von Gastfreundschaft! Ihr seid uns herzlich willkommen, aber kosten darf es nix? Eine Schachtel Erdnüsse und eine Getränkedose?

Es ist eine verfahrene Kiste. Statt der beantragten 36  000 Euro, wurden im Hauptausschuss jetzt 15  000 bewilligt. Der Eine will im Bauausschuss unbedingt bei einem 2500-Euro-Posten sparen, aber das Geld für die Partnerschaftsfeier raushauen. Der Andere hat kein Problem damit, für insektenfreundliche LEDs ein paar Tausender zu zücken, knausert aber bei der Gastlichkeit.

Vielleicht sollte man sich mal in größerer Runde zusammensetzen und klären, was unter Städtepartnerschaft zu verstehen ist, was davon erwartet wird? Ist das mehr als nur ein Anhängsel am Ortsschild? Ist es gelebte Partnerschaft, wenn sich ein kleines Grüppchen immer mal wieder trifft? Und bei der Gelegenheit muss dann auch gleich klar gemacht werden, was finanziell geht.

 

Ruhe

„Respekt“, „Anerkennung“, „Hochachtung“ – das sind Begriffe, die zum politischen Gegner nicht oft gesagt werden. Erst recht nicht in Oldesloe. Und doch hat Uwe Rädisch die Bauausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann damit jetzt in der Stadtverordnetenversammlung regelrecht überschüttet. Da hätte die SPD-Fraktionsvorsitzende glatt rot werden können. Die Komplimente gab es für die souveräne Leitung der jüngsten Bauausschusssitzung. Bekanntlich hatten Tegel-Anwohner dort ordentlich Rabatz gemacht. Aber auch dafür, dass sie das „opportunistische und populistische Verhalten“ eines Stadtverordneten, gemeint war Matthias Rohde von der FBO, deutlich kritisiert hatte.

In Sachen Tegel sagte Rädisch noch interessante Sachen: Ja, die Anlieger haben ein Recht auf Antworten, aber Ruhebedürfnis darf keine Leitlinie der Politik sein. Da ist die SPD vermutlich auch nicht weit von entfernt.

Zu ruhig

In St. Jürgen stehen Räume leer. Die Stadt sucht dringend Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge – da könnte doch was zusammen gehen. Hat zumindest Maria Herrmann (SPD) gedacht und die Verwaltung beauftragt, das zu prüfen. Geht aber nicht. Natürlich spielen da politische Befindlichkeiten eine Rolle, wahrscheinlich auch juristische, vielleicht sogar finanzielle, weil sich leere Räume besser verkaufen lassen als wenn sie mit Flüchtlingen belegt sind. Egal.

Unter dem Artikel dazu entwickelte sich auf Facebook eine Diskussion mit dem Tenor: Was für ein bescheuerter Vorschlag, die Herrmann gönnt den Alten ihre Ruhe nicht. Ein großer Oldesloer Heimbetreiber sagt dazu: „Quatsch. Ruhe ist für die alten Menschen der Tod. Die wollen Leben!“ Im günstigsten Fall kann man also denen, die behaupten, Flüchtlinge brächten nur Unruhe ins Altenheim, vorhalten, sie haben keine Ahnung. Wenn es das nicht ist, muss man wohl leider Rassismus feststellen.

 

 

 

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