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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 07:05 Uhr

Sinkt die Wahlbeteiligung weiter?

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Parteien hoffen, dass mehr als jeder zweite an die Urne geht / Wählergemeinschaften weiter auf dem Vormarsch

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | So unterschiedlich die Wahlziele der Parteien auch sind, eine Befürchtung haben sie alle: Dass die Wahlbeteiligung erstmals unter 50 Prozent sinken könnte. 1988 lag sie noch bei 63,2 Prozent, 2003 bei 56,9 und 2008 gerade noch bei 50,8 Prozent, obwohl in Bargteheide Reinbek und Trittau auch über die Bürgermeister abgestimmt wurde.

"Ich wünsche mir sehr, dass die Wahlbeteiligung auf keinen Fall unter 50 Prozent sinkt. Das fände ich ganz furchtbar. Kommunalpolitik ist doch das, was die Menschen direkt betrifft", sagt SPD-Kreisvorsitzende Susanne Danhier. "Alle Parteien haben einiges gemacht, ich befürchte aber, dass es weniger als 50 Prozent sein werden, auch wenn wir im Endspurt noch mal deutlich machen wollen, wie wichtig es ist, sich an der Kommunalwahl zu beteiligen", sagt CDU-Kreisvorsitzender Claus Brandt.

41,3 Prozent hatte die CDU 2008 geholt und 28 der 29 Direktmandate. Kreisvorsitzender Claus Brandt glaubt angesichts einer veränderten politischen Landschaft aber nicht, dass sich das wiederholen lässt: "Alles über 40 Prozent wäre fantastisch. Aber natürlich wollen wir die Nr. 1 in Kreis und Kommunen werden und möglichst viele Direktmandate holen."

Das hat auch die SPD angepeilt. "Wir wollen die Städte zurückerobern und auch im Kreistag stärkste Fraktion werden", sagt Kreisvorsitzende Susanne Danhier. Auch wenn die Sozialdemokraten 2008 enttäuschende 27,3 Prozent geholt hatte, findet die Bargteheiderin das Ziel nicht unrealistisch. "Landesweit liegt die SPD in Prognosen bei 31,3 Prozent, in Stormarn haben wir immer vier bis fünf Prozent mehr." Das wären dann um die 36 Prozent - dann müsste die CDU noch kräftig verlieren.

Beide großen Parteien haben es allerdings 2013 nicht geschafft, in so vielen Gemeinden wie vor fünf Jahren vertreten zu sein. 2008 war die CDU in 45 Kommunen präsent, dieses Mal nur noch in 40. Die SPD brach noch mehr ein. Statt in 39 haben die Sozialdemokraten nur noch in 30 Kommunen eigene Kandidaten.

Ähnlich bei der FDP, die nur noch in neun statt in 13 Kommunen dabei ist. Ganz anders die Wählergemeinschaften. 64 lokale Gruppierungen treten in den 59 Stormarner Gemeinden und sechs Städten an. Vor zehn Jahren waren es nicht mal halb so viele.

Noch sei die CDU aber gut in der Fläche vertreten, sagt Claus Brandt. Gerade in kleinen Orten sei es aber schwierig, "besonders wenn dort eine Gruppe viele Jahre Politik gemacht hat und geschlossen aufhört". Ähnlich argumentiert Susanne Danhier: "Wenn es nur noch drei Genossen in einem Ort gibt, bekommt man keine Liste mehr zusammen. Wenn die Menschen weiter Politik machen wollen, geht das eben in einer Wählerinitiative."

Nur die Grünen konnten den Trend weg von den "Etablierten" durchbrechen. Sie haben in zehn Städten und Gemeinden Kandidaten aufgestellt, sind wieder in Trittau vertreten und haben neue Ortsverbände in Bargteheide, Barsbüttel und Reinfeld. Die Linken, die 2008 in den Kreistag einzogen, bewerben sich dieses mal auch fürs Oldesloer Stadtparlament. In der Kommune und für den Kreistag treten auch das Reinbeker Forum 21, die Verbraucherschutzpartei in Glinde sowie erstmals die Ammersbeker UWA an. Ihnen allen reichen knapp über zwei Prozent, um einen der 49 Sitze im Kreistag zu erobern.

Ein Potenzial haben alle Parteien bislang nicht ausschöpfen können: Ausländer und Deutsche mit ausländischen Wurzeln. Mit Janne Bollingberg zog 2008 die erste EU-Ausländerin in den Kreistag. Dieses Mal ist die Dänin als Direktkandidatin wieder dabei, tritt für die CDU im Wahlkreis Ahrensburg I an. Einziger Ausländer ist der Österreicher Maximilian Nagode, der mit Platz 16 beim Forum 21 chancenlos ist. Ähnlich mau sieht es bei Migranten aus. Durmis Özen kandidiert bei der Kreis-SPD auf Platz 40. Aygün Caglar (CDU) und Halina Waltz (SPD), die in Bad Oldesloe aussichtsreich antreten, sind die Ausnahme.

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