Sinkende Schülerzahlen

Die Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule unterrichtet 981 Schüler im Haupt-Real- und Gymnasialbereich.  Foto: fsh
Die Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule unterrichtet 981 Schüler im Haupt-Real- und Gymnasialbereich. Foto: fsh

In der Matthias-Claudius-Grundschule wurde ein deutlicher Rückgang verzeichnet

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01. April 2011, 09:15 Uhr

Reinfeld | "Die Schülerzahlen sinken", stellte Vorsitzender Rolf-Jürgen Hanf (SPD) auf der letzten Sitzung des Hauptausschusses im Rathaus fest. Die Fakten gehen aus dem Bericht der Fachbereichsleiterin Ute Rofallski hervor. An der Matthias-Claudius-Grundschule (MCS), immer noch größte Grundschule in Schleswig-Holstein, wurde in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang verzeichnet. Waren es im Schuljahr 2005/2006 noch 625 Schüler, so kam die MCS 2009/2010 nur noch auf 567 Grundschüler. "Wenn weniger Schüler die Grundschule verlassen, gibt es natürlich auch weniger Schüler auf den weiterführenden Schulen", erläutert Ute Rofallski.

Noch mehr macht den Stadtverordneten aber die Abwanderung der Gymnasiasten auf Schulen in Lübeck und Bad Oldesloe zu schaffen. "Eine komplette Klasse geht an andere Schulen in der Umgebung", stellte Sozialdemokrat Gerd Hermann fest. Das sei eine Entwicklung, die einem nicht gefallen könne, so Rolf Hanf. Zwar lägen die Anmeldezahlen für dieses Jahr noch nicht vor, aber es mache sich ein Trend der Abwanderung der Schüler mit Gymnasialempfehlung bemerkbar. Im Schuljahr 2009/2010 entschieden sich 15 Schüler für das Burckhardt-Gymnasium, das Katharineum oder das Johanneum in Lübeck, 14 Schüler für die Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe.

"Diese Entwicklung ging 2008 mit der Einführung der G 8-Geschichte los", so Rofallski. Viele Eltern wollten ihren Kindern eine kürzere Schulzeit bis zum Abitur ermöglichen. An der Immanuel-Kant-Gemeinschaftsschule (KGS) in Reinfeld wird nur das Abitur nach neun Jahren angeboten. Allerdings sieht Ute Rofallski bereits wieder einen ungekehrten Trend. Schulleiter Michael Scholz habe ihr mitgeteilt, dass die G 8-Schüler nach und nach wieder zurück nach Reinfeld kämen, weil die Anforderungen doch zu hoch seien. Die Rückkehrer würden inzwischen eine ganze Klasse an der KGS füllen.

Die Stadtverordneten wollen die Entwicklung der Schülerzahlen weiter im Auge behalten und dieses Thema auf der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am 10. Mai weiter erörtern. Ute Rofallski: "Die laufende Diskussion um G 8 und G 9 lässt eine konkrete Prognose der Reinfelder Schülerzahlen in die Sekundarstufe I nicht zu."

"Mit Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes vom Januar 2007 haben sich gravierende Änderungen für das Anmeldeverfahren ergeben", so Rofallski. Das Turbo-Abitur und die freie Schulwahl sind zwei der Neuerungen. "Die freie Elternwahl für den Grundschulbereich hat nicht zu einer wesentlichen Abwanderung der Reinfelder Grundschüler geführt", schreibt Rofallski in ihrem Bericht. Gerade mal vier Grundschüler besuchen die Hamberger Schule.

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