zur Navigation springen

Bad Oldesloe : Sie weiß, wo die Reise hingehen soll

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ostfriesin, Kulturwissenschaftlerin und mehr: Dr. Edith Ulferts hat die Leitung des Kreissozialamts übernommen.

Wie kommt man mit Kunstgeschichte, Pädagogik und einer Doktorarbeit über politische Ikonographie an Herrscherhäusern in Mitteldeutschland auf den Chefposten im Stormarner Sozialamt? Vielleicht indem man Ostfriese ist und immer schon „gerne Dinge gemacht hat, die nicht zusammenpassen.“ Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. „Man muss breiter aufgestellt sein. Das hat mir bei der Doktorarbeit sehr geholfen“, sagt Edith Ulferts.

Nach der Wende war die im echten Norden, Stadtteil Ostermarsch, als dritte von vier Schwestern geborene Frau in die neuen Länder gegangen, wo sie nach dem Magister ihren Doktor in Kunstgeschichte machte und für die Promotion eine Forschungsstelle an der Uni Jena bekam.

Der Nachweis der Befähigung für wissenschaftliches Arbeiten hätte auch zu einer wissenschaftlichen Karriere führen könne, aber die ist nicht nur schwierig, dagegen steht auch Edith Ulferts Wunsch nach Neuem: „Ich wollte wieder mehr praktisch arbeiten.“ In Leipzig, wie Dresden eine Stadt mit großer Historie und alter Bausubstanz, wurde sie 1999 Denkmalpflegerin.

Die interessante Arbeit allein gefiel, aber nicht das Korsett einer Behörde: „Ich wollte wieder mehr frei und projektbezogen arbeiten. Ich habe festgestellt, dass man dann offener denkt und sich für mehr Dinge interessiert.“ Sie interessierte sich auch für Schröders Agenda 2010 und die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Bei einem Projekt in Münster, wo man im Zuge der Hartz  IV-Einführung ausprobierte, wie ein erfolgreiches Vermittlungscoaching aussehen könnte, engagierte sich Edith Ulferts ehrenamtlich. Das machte der Kunstgeschichts-Wissenschaftlerin so viel Spaß, dass sie in dem Sektor weitermachen wollte. „Ich fand das so spannend und wusste, dass ich entweder in einem großen Haus arbeiten wollte oder ein einem ganz kleinen – wenn ich das wissenschaftlich begleiten kann.“

Das war 2005 auf Föhr der Fall. Das Amt Föhr-Amrum gehörte zu den sogenannten Optionskommunen, die sich dafür entscheiden, die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfebeziehern selbst in die Hand zu nehmen. Es waren dicke Bretter, die gebohrt werden mussten. Edith Ulferts ging die Sache ebenso wissenschaftlich wie pragmatisch an: „Ich hatte einen Masterplan, wann ich was erreicht haben wollte. Man definiert seine Ziele und muss wissen, wo die Reise hingehen soll.“

Das hat in ihren Augen geklappt, und nach sieben Jahren lockte die nächste neue Aufgabe. Der Kreis Schaumburg wollte die Vermittlung ebenfalls in die eigene Hand nehmen und holte sich Edith Ulferts, um das Jobcenter aufzubauen. Das war nach knapp drei Jahren erledigt, als sie die Anzeige aus Stormarn las. „Ich fand die Ausschreibung total spannend, so dass ich mich gleich hingesetzt und eine Bewerbung geschrieben habe.“

Der positive Eindruck, den sie bei den Bewerbungsgesprächen gewann, hat sich bei ihrem Start bestätigt. „Ich bin ganz reizend empfangen worden“, sagt die 50-Jährige, die grundsätzlich offen auf Menschen zugeht, aber „ganz wichtig ist mir Humor.“

zur Startseite

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen