Bargteheide : „Sie sind nicht wegzudenken“

Voller Schauspieleinsatz: Die Darsteller von „Aschenbrödl“ kletterten durch die Sitzreihen.
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Voller Schauspieleinsatz: Die Darsteller von „Aschenbrödl“ kletterten durch die Sitzreihen.

Viel Lob gab es für das Team des Kleinen Theaters beim Neujahrsempfang. Stadt und Sparkasse sagten bei der Gelegenheit weitere Förderung zu.

shz.de von
14. Januar 2015, 12:30 Uhr

Auch wenn Bad Oldesloe sein „Kultur- und Bildungszentrum“ baut und Ahrensburg sich gerne als „Kulturhauptstadt“ des Kreises profilieren möchte – in Sachen Schauspiel und vor allem auch Nachwuchsschauspielerei kann keine andere Gemeinde oder Stadt im Kreis aktuell Bargteheide das Wasser reichen. Das mussten auch Nicht-Bargteheider beim Neujahrsempfang des Fördervereins des Kleinen Theaters wieder neidlos anerkennen.

Nicht vergessen sollte man natürlich, dass auch die Veranstaltungen des Kulturrings, des Schleswig-Holstein Musik Festivals, des Verschönerungsvereins und des Cinema Paradiso im schönsten Theatersaal in Stormarn stattfinden. Doch diese ebenso lobenswerten Veranstaltungen waren nicht das Thema des Empfangs, der sich um die Theaterschule, die Schauspielgruppen und das Oldie-Kabarett drehte.

„Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das besagt, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind richtig zu erziehen. Ich denke, das passt zu uns: Man braucht eine ganze Kleinstadt, um so ein Theater am Leben zu halten“, sagte Angela Kross, die Vorsitzende des Fördervereins. „Ohne all die Unterstützer geht es nicht und nicht ohne das tolle Team, das hinter allem steht.“ Bürgermeister Henning Görtz bedankte sich für das große Engagement. „Sie sind ein wesentlicher Teil des lebendigen Kulturlebens in Bargteheide und nicht wegzudenken“, sagte der Verwaltungschef. „Machen Sie bitte so weiter und wir werden Sie weiter unterstützen. Das, was hier passiert, ist einfach geil“, versprach Jörg Schumacher, Vorsitzender der Stiftungen der Sparkasse Holstein. „Wir haben das Stück ,Gelber Vogel’ unterstützt, indem wir die Anreise von 50 Klassen finanzierten. Jedes abgesprochene Budget wurde hier gebrochen – aber das ist total egal. Es hat sich gelohnt. Dieses Stück war so beeindruckend und in diesen Zeiten besonders wichtig“, so Schumacher.

Mit dem „Gelben Vogel“ hatten junge Schauspieler im Frühjahr ein Stück über Antisemitismus auf die Bühne gebracht. „Es war enorm beeindruckend. Das Feedback aus den Schulen einmalig. Es sprach für sich“, so Schumacher. In einer kurzen Ansprache wurde anschließend allen Spendern und Unterstützern gedankt. Die lange Liste machte deutlich, welchen Stellenwert das Kleine Theater auch über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus hat.

Traditionelle Höhepunkte des Neujahrsempfangs sind Ausschnitte aus abgespielten und noch kommenden Stücken. Besonders viel Applaus bekamen noch mal die Herdmanns und das Aschenbrödl.

„Danke Caro, dass du diese Stücke möglich gemacht hast und auch deine eigenen Ideen so perfekt mit eingebracht hast“, sagte Kross zu Carolin Dibbern. Die Tochter der 2013 verstorbenen Theaterchefin Kirsten Martensen hatte es mit dem Antreten des künstlerischen Erbes im Februar nach erstem Zögern erst möglich gemacht, dass es in der Bargteheider Talentschmiede weitergeht, wie gewohnt. Und wie wichtig es sein kann, talentierte Juwelen noch zu schleifen, zeigte sich beim Auftritt der Schülerband „The sunny side up“, die zwar ihr Potenzial und großes Talent als individuelle Musiker andeuten konnte, sich aber bei eigenen Stücken doch in relativer Belanglosigkeit verlor und bei einem Cover-Medley dann sogar zeitweise den Faden. Doch wer weiß, wie sich das in zwei, drei Jahren anhören kann, wenn sie am Ball bleiben.

Einen heftig beklatschten Ausblick in die nähere Zukunft gab es mit einem Ausschnitt aus dem „Zauberer von Oz“, der als Sommermärchen aufgeführt werden wird. Darüber hinaus erfuhren die Besucher – die auch auf Wunsch ein „Kleines Theater“-T-Shirt geschenkt bekamen –, dass in den nächsten Wochen und Monaten unter anderem die „Queenz of Piano“, Horst Schroth und Tine Wittler zu Besuch sein werden.

Nicht fehlen durfte der Auftritt des Senioren-Kabaretts und das große Finale mit fast allen Beteiligten auf der Bühne. „Ich bin froh und stolz, dass ich hier arbeiten kann, dass ich so herzlich aufgenommen wurde und dass es immer wieder diese tollen Momente gibt“, sagte eine gerührte Carolin Dibbern, die mit den Tränen kämpfte. „Das ist das Kleine Theater, das macht es aus. Man weiß nie so genau, was passiert. In einem Moment lacht man, im anderen weint man“, fasste Kross den Neujahrsempfang und irgendwie auch das gesamte Geschehen rund um Martensens großes Erbe treffend zusammen.

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