Bad Oldesloe : Sie setzen auf Notfallbetreuung

Als Arbeitgeber bieten sie ihren Angestellten jetzt eine Notfallbetreuung für Kinder an: (v.l.) Bernd Gundlach vom Amt Bargteheide-Land, Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann, Oldesloes Verwaltungschef Tassilo von Bary, Amtsvorsteher Bargteheide-Land Herbert Sczech und Birte Kruse-Gobrecht, Geschäftsführerin der Stiftung Beruf und Familie Stormarn.
Als Arbeitgeber bieten sie ihren Angestellten jetzt eine Notfallbetreuung für Kinder an: (v.l.) Bernd Gundlach vom Amt Bargteheide-Land, Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann, Oldesloes Verwaltungschef Tassilo von Bary, Amtsvorsteher Bargteheide-Land Herbert Sczech und Birte Kruse-Gobrecht, Geschäftsführerin der Stiftung Beruf und Familie Stormarn.

Die Notfallbetreuung für Kinder der Stiftung „Beruf und Familie Stormarn“ hat vier neue Mitglieder.

shz.de von
17. Januar 2015, 08:00 Uhr

Eltern kleiner Kinder kennen das Szenario nur allzu gut: Das Kind hat Fieber, die Kita ist wegen Läusealarm geschlossen, die Tagesmutter fällt aus oder ein wichtiges Meeting beim Arbeitgeber dauert länger als geplant und die Kleinen sind plötzlich allein zu Haus. Hier bietet die Notfallbetreuung für Kinder der gemeinnützigen Stiftung Beruf und Familie Stormarn gebeutelten Eltern schnelle Hilfe an. Voraussetzung ist allerdings, dass deren Arbeitgeber mit der Stiftung eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen haben, damit die Eltern auch diesen in Schleswig-Holstein bisher einmaligen Betreuungsservice in Anspruch nehmen können.

Bisher haben rund 50 Unternehmen und kommunale Arbeitgeber in Stormarn einen Vertrag mit „Beruf und Familie Stormarn“ abgeschlossen, damit ihre Angestellten und Mitarbeiter im Notfall auf eine rasche und qualifizierte Betreuung ihres kranken Nachwuchses zurückgreifen können. Seit Anfang des Jahres sind nun auch die Städte Bad Oldesloe, Bargteheide, und Reinfeld sowie das Amt Bargteheide-Land mit an Bord. Damit wollen die Verwaltungen als Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern.

„In der Verwaltung haben wir viele Mitarbeiter mit kleinen Kindern, die auch plötzlich mal krank werden können. Dann fallen die Mütter oder Väter aus, weil sie zu Hause bleiben müssen. Und falls bei einem ausfallenden, leitenden Mitarbeiter gerade ein wichtiger Termin anstand, kann das die Stadt oder Gemeinde im Einzelfall teuer zu stehen kommen“, weiß Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary.

„Auch wenn die Politik zunächst skeptisch war, ob wir da unseren Beschäftigten vielleicht eine Art Bonus zahlen, haben wir uns als Verwaltung entschlossen, der Stiftung beizutreten“, so der Verwaltungschef, der die Stadtverwaltung damit noch familienfreundlicher machen möchte. Die Kosten sind mit rund 2400 Euro pro Jahr recht moderat, schließlich profitieren alle rund 240 Mitarbeiter davon, auch wenn längst nicht alle kleine Kinder haben. „Wir haben für die Unternehmen eine Art Rundum-Sorglos-Paket geschnürt und die Eltern können bei der Notfallbetreuung ihrer Kinder auf eine Art Flatrate zurückgreifen“, betont Birte Kruse-Gobrecht, Geschäftsführerin von Beruf und Familie Stormarn.

Diese Vorteile überzeugten auch Heiko Gerstmann. „Ich habe selbst drei erwachsene Kinder und weiß wie schwierig es früher oft war, als sie noch lütt waren. Wir sehen unseren Beitritt als strategische Entscheidung und weitere Motivation für junge, qualifizierte Menschen, bei uns als Mitarbeiter anzufangen“, so Reinfelds Bürgermeister.

Demografische Veränderungen machten auch im ländlichen Raum nicht halt, so Herbert Sczech. „Der Fachkräftemangel kommt landauf und landab auf uns zu. Wenn beide Eltern arbeiten, auch Großeltern noch im Gange sind, dann wird es eng, wenn Kinder krank werden. Wir sehen unsere Mitgliedschaft als Lückenschluss“, so der Amtsvorsteher Bargteheide-Land. „Wir sind eine recht junge Verwaltung mit mehr als 40 Mitarbeitern, da ist eine professionelle Notfallbetreuung für deren Kinder sehr wichtig“, betont Bernd Gundlach, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Bargteheide-Land.

Die Notfallbetreuung der Kinder wird vom Mehrgenerationenhaus Oase und deren sieben qualifizierten und praxiserfahrenen Mitarbeiterinnen übernommen, die alle fest angestellt und keine Honorarkräfte sind. „Damit haben wir einen eigenen Stormarner Weg gefunden, der immer mehr Nachahmer findet. Im vergangenen Jahr hatten wir 200 Einsätze und 100 Prozent Zufriedenheit“, sagt die Geschäftsführerin nicht ohne Stolz. Nicht nur die Eltern, auch die betreuten Kinder seien begeistert gewesen. „Die Phase der Skepsis haben wir jedenfalls hinter uns“, so Birte Kruse-Gobrecht.

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