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Stormarner Tageblatt

20. September 2017 | 18:44 Uhr

Bad Oldesloe : Sie lassen die Puppen tanzen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kub-Managerin Inken Kautter und Bärbel Nemitz bieten am kommenden Sonntag Puppentheater vom Feinsten. Dabei gibt es gleich mehrere Premieren.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2017 | 11:10 Uhr

Es ist eine Neuheit gleich auf mehreren Ebenen. Die „Puppentheater-Reihe“ ist nämlich nicht nur die erste ihrer Art im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum, sondern bietet auch zum ersten Mal eine Vorführung speziell für erwachsene Kulturfans. Dass das möglich ist, ist ebenfalls einer Premiere zu verdanken. Denn die Gastspiele des bekannten und sehr erfolgreichen Puppenspielers Marc Schnittger finanziert Bärbel Nemitz, die vielen Oldesloern als Clownin, aber vor allem als eine der wichtigsten Triebfedern des Bella-Donna-Hauses bekannt ist.

„Ich freue mich sehr, dass wir dieses neue Patenschaftsmodell auf den Weg bringen konnten. Natürlich hoffe ich, dass es Schule macht und wir häufiger so gemeinsam Lösungen finden, mit denen wir auch aufwendigere, teurere Produktionen bei uns im Saal auf die Bühne bringen können“, so Kub-Chefin Inken Kautter. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Mitbürger mit Wünschen an sie herantreten. „Oft sind diese Ideen dann aber nicht finanzierbar oder man könnte höchstens anbieten, dass der jeweilige Bürger sich einen Veranstalter sucht und den Saal bucht. Doch dann bliebe auch die Werbung, die Technik, die Saalmiete und all das an dem Bürger hängen und nicht jeder hat dafür die Erfahrungswerte oder kennt sich gut genug damit aus, um das dann umzusetzen“, so Kautter. „Auf der anderen Seite ist das Budget für das Kub-Programm eben auch doch relativ stark begrenzt und wir müssen genau hinschauen, was wir uns leisten können und was nicht“, erklärt die Kulturchefin: „Bärbel Nemitz trat mit den Wunsch an mich heran, dass Schnittger hier auftritt. Ich habe mich entsprechend informiert, war von der Idee begeistert, musste dann aber auch schnell rückmelden, dass wir das gerne machen würden, es aber leider den Budgetrahmen sprengt. Da kamen wir auf das Patenschaftsmodell.“

Nemitz kennt Schnittger bereits und ihr Wunsch war sehr groß, ihn in Oldesloe im passenden Rahmen zu präsentieren. „Ich hätte das natürlich auch im Bella-Donna- Haus probieren können. Aber ganz ehrlich: Wenn er alles aufgebaut hat, wären da noch 20 Sitzplätze gewesen. Noch dazu hätten wir Technik mieten müssen, dann laufen da noch die Hebammen und Restaurantgäste durch – es erschien mir nicht der passende Rahmen für diese Produktion“, so Nemitz.

Die Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt sei sehr offen und von Anfang an absolut kooperativ, sagt Nemitz. Sie übernimmt das finanzielle Risiko der Veranstaltung. Sollte über Eintritte nicht genug eingespielt werden, um die Kosten zu decken oder sollten die Kosten unerwartet steigen, zahlt sie die Differenz, so dass die Gage des Künstlers definitiv gesichert ist und kein großes Loch im Kub-Etat entsteht.

Sonntag, 17. September, wird Schnittger zunächst nachmittags ab 15 Uhr „Die entführte Prinzessin“ nach dem gleichnamigen Roman von Karen Duve in einer Fassung für das Figurentheater, die er selbst mit Marita Stolze geschrieben hat, spielen. Dieses Stück ist für Kinder ab fünf Jahre geeignet. „Handlungen“ folgt dann am Abend ab 20 Uhr als erstes Puppentheater für Erwachsene im Kultur- und Bildungszentrum. „In anderen Ländern ist das nicht ungewöhnlich, dass Puppentheater durchaus für Erwachsene gespielt wird. Vor allem im asiatischen Raum gibt es da eine ganz andere Wahrnehmung. In Deutschland ist das Thema vor allem mit Kindern konnotiert“, so Kautter. Dabei gebe es eine sehr breite technische und inhaltliche Bandbreite in diesem Bereich.

Kurze Antworten auf typische Nachfragen beantwortet Schnittger daher auch mit leicht ironischem Unterton. Er „bastle“ seine Puppen nicht, sondern stelle sie handwerklich her. Kasper habe damit nichts zu tun und seine Eltern seien auch nicht besorgt gewesen, als er sich für seinen Beruf entschied. „Handlungen“ sei unterhaltsam und wirklich komisch, wirbt Nemitz. Sie hoffe, dass die Oldesloer das Angebot annehmen.


>  Die weiteren Stücke in der neuen Reihe sind „Mario und der Zauberer“ nach Thomas Mann – gespielt von der Bühne Cipolla (14. Oktober ab 20 Uhr). Dieses Stück eignet sich für Jugendliche ab 12 Jahre. Und mit „Hier kommt Kofferknut“ gastiert das „Theater Wolkenschieber“ am 30. November ab 16 Uhr dann schon zum dritten Mal im neuen Kub.


❏  Karten für alle Veranstaltungen gibt es in der Stadtinfo oder im Internet unter kub-badoldesloe.de

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