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Stormarner Tageblatt

17. November 2017 | 18:54 Uhr

AHRENSBURG : Sie hatte „Menschen im Fokus“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kreisarchiv Stormarn zeigt im Ahrensburger Rathaus eine Ausstellung mit Porträtfotos von Ulrike Schwalm.

von
erstellt am 08.Okt.2017 | 11:06 Uhr

„Entsinnen Sie sich noch an Ahrensburgs Bürgervorsteherin Maria Heitmann und den Kreispräsidenten Hubert Priemel? Haben Sie Ihre Schnitzel früher bei Fleischermeister Haßler in Trittau gekauft? Wissen Sie, wer bei Hela in Ahrensburg immer neue Gewürzmischungen entwickelte?“ Antworten gibt es im Ahrensburger Rathaus, wo ab Montag bis zum 24. November die Ausstellung „Menschen im Fokus“ mit Portraitfotografien von Ulrike Schwalm zu sehen ist.

Die 35 Aufnahmen stammen aus dem Bestand des Kreisarchivs Stormarn. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Historikerin Dr. Karin Gröwer als Kuratorin. Eine offizielle Eröffnung gibt es am Mittwoch um 18 Uhr im Foyer, bei der auch dein Begleitheft mit den Fotos vorgestellt wird, das im Buchhandel erhältlich ist und neun Euro kostet.

Der Fotobestand „H2 Ahrensburger Zeitung“ enthält etwa 200  000 Negative von zwölf Fotojournalisten aus den Jahren 1982 bis 2002. Mit finanzieller Hilfe des Landes wurden bislang drei Prozent der Negative digitalisiert und ein Prozent erschlossen. Die Portäts von Ulrike Schwalm bilden einen speziellen Teil der Sammlung. Mit Genauigkeit und Respekt näherte sie sich ihren Interviewpartnern. Die Portraits gewähren besondere Einblicke in das Leben und Wirken von Funktionsträgern, Kulturschaffenden und Privatpersonen in Stormarn.

In der Ausstellung lassen sich die Bilder noch Mal betrachten, in Verbindung mit dem, was ihnen damals wichtig war: Künstler mit ihren Werken, der Obstbauer voll Freude über eine gute Ernte, der Obermeister der Fleischer-Innung und seine Bedenken in Hinblick auf eine neue EG-Verordnung, die Bäckermeisterin mit ihrer Kuchenspezialität und der Pastor mit Vorliebe für die italienische Küche.

„Bildarchive sind Schatzkammern des kulturellen Gedächtnisses einer Region“, sagt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik. Ein Bild erhalte seine kulturelle Qualität jedoch erst durch die verbundenen Informationen. „So können auch die umfangreichen Sammlungen des Kreisarchivs mit rund 400  000 zeithistorisch wertvollen Abbildungen unterschiedlichster Provenienz nur dann ihren Wert für die Geschichte des Kreises entfalten, wenn sie digitalisiert, inhaltlich erschlossen und für die Recherche online gestellt werden.“

Bisher war das durch die Unterstützung durch Stiftungen und das schleswig-holsteinische Förderprogramm möglich. Doch den Stiftungen falle es zunehmend schwer, sich für solche Projekte zu engagieren, da ihre Zinseinnahmen sinken. „Deshalb ist unbedingt wieder mehr Unterstützung von öffentlicher Seite erforderlich“, so Watzlawzik.

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