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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:16 Uhr

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Rettungsschwimmer, Pionierin, Feuerwehrmann: Barsbüttels Ehrenpreisträger 2013 werden kommenden Freitag ausgezeichnet

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

barsbüttel | Es gibt Menschen, die für den Ort Besonderes geleistet haben. Drei von ihnen verleihen Bürgermeister Thomas Schreitmüller und Bürgervorsteher Friedrich-Wilhelm Tehge den Ehrenpreis der Gemeinde. Am Freitag, 23. August, um 19 Uhr sind alle Bürger beim Festakt in der Aula der Erich Kästner Gemeinschaftschule, Soltausredder 28, herzlich willkommen. Den Ehrenpreis 2013 erhält ein Trio. Musikalisch untermalen werden den Abend die "Jugend musiziert"-Preisträger der Geigen-AG von Dipl.-Musikpädagogin Nele M. Altenkamp.

Karl-Heinz Decker: Der Rettungsschwimmer

Seine ersten Schwimmzüge hat Karl-Heinz Decker in der Spree gemacht. "Als Sechsjähriger hab ick jesehen, wie die Russen da reinjesprungen sind. Da hab ick erst zuje schaut und es dann ooch ausprobiert", erinnert sich der 74-Jährige. Nach über 40 Jahren in Barsbüttel hat er weder seinen Berliner Dialekt noch seine Liebe zum Wasser verloren. Für seine Verdienste als Mitglied beim Förderverein Schwimmhalle sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) verleiht die Gemeinde Barsbüttel ihm nun den Ehrenpreis.

Decker war 1977 Gründungsmitglied des DLRG Barsbüttel und von 1990 bis 2012 Vorsitzender des Vereins. Während seiner Amtszeit legten über 3000 Teilnehmer erfolgreich die Schwimmprüfung ab, zudem wurden 350 Rettungsschwimmer ausgebildet. In der Partnergemeinde Graal-Müritz, deren Ortsgruppe er ebenfalls mitbegründete, saß Decker häufig selbst im Wachturm, und zwar als aktiver Rettungsschwimmer.

Bis heute ist er in der Barsbütteler Schwimmhalle immer montagabends als Aufsicht aktiv. Und seine Trainingseinheit 2000 Meter Schwimmen sowie einmal fußwärts 5 Meter Abtauchen absolviert er einmal wöchentlich. Ehrensache.

Hanna Preuhs:

Die Pionierin

Hanna Preuhs weiß noch genau, wie "ihr Garten unterm Spaten" war. Da wuchs genug Gemüse und Obst, um eine große Familie zu ernähren. Eine Familie, die auf der Suche nach einer neuen Heimat war und sich in Barsbüttel angesiedelt hatte. Damit waren die Wandsbekerin Hanna Preuhs, ihr Mann aus Ostpreußen und die drei Kinder nicht allein. Die Nachbarn rund um ihr Häuschen im Königsberger Weg kamen alle nach Barsbüttel auf der Suche nach einem Zuhause, nach neuen Freunden und Nachbarn. Sie trafen sich beim Siedlerbund. Als dessen Existenz gefährdet war, übernahm Hanna Preuhs den Vorsitz - für fast 50 Jahre.

"Das kam für mich völlig überraschend", erinnert sich die 85-Jährige, die als junge Mutter mit vier Kindern schließlich alleinerziehend im Königsberger Weg wohnte. Sie mobilisierte vor allen Dingen die Frauen der Siedlergemeinschaft. "Wir trafen uns erst zum Handarbeiten, aber irgendwann fragten wir uns: Wohin mit all dem Kram?", erinnert sie sich. So entstand der erste Christkindlsmarkt im Rathaus: "Ein Bombenerfolg, Wir waren ausverkauft." Dass Hanna Preuhs Zeit fürs Ehrenamt blieb, ist erstaunlich: Verantwortung trug sie im Berufs-leben als Konzernbetriebsrätin bei Langnese-Iglo. Sie engagierte sich im Kirchenvorstand und half beim Aufbau einer Kurzzeitpflege für Kranke. Ihre Verpflichtungen hat sie inzwischen allerdings abgegeben.

Hans-Werner Willhöft: Der Feuerwehrmann

Die Feuerwehr ist Hans-Werner Willhöfts große Leidenschaft im Leben. "Das geht nicht nebenbei", sagt er und räumt ein: "Da muss ich meiner Frau schon dankbar sein, dass sie das immer mitgetragen hat." 1960 trat der heute 70-Jährige in die Stemwarder Wehr ein. Später initiierte er selbst die Gründung der Jugendfeuerwehr und war schließlich 12 Jahre lang als Gemeindewehrführer in der Verantwortung für alle vier Ortswehren. Er musste bei schweren Bränden, aber auch bei schweren Unfällen auf der Autobahn zu Hilfe eilen. "Und ich muss gestehen, eigentlich kann ich kein Blut sehen. Im ersten Moment konnte ich das aber immer gut wegdrücken", sagt der Hauptbrandmeister.

Gemeinsam mit seinen Feuerwehr-Kollegen verarbeitete er das Gesehene: "Manchmal saßen wir nach einem Einsatz alle schweigend zusammen." Die Gemeinschaft war für Willhöft, der in Stemwarde aufgewachsen ist und immer noch dort lebt, wesentliche Motivation für das Ehrenamt: "Dieser ursprüngliche Gedanke: Wenn es brennt, wer soll uns helfen, wenn wir uns nicht selbst helfen. Deshalb bin ich zur Feuerwehr gegangen."

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