Ahrensburg : Sie gibt Geflüchteten ein Gesicht

Künstlerin Angela Zander-Reinert.
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Künstlerin Angela Zander-Reinert.

Künstlerin Angela Zander-Reinert stellt neue Arbeiten unter dem Motto „Wir sind da“ im Ahrensburger Rathaus aus.

shz.de von
19. Januar 2018, 06:00 Uhr

Eine etwas andere Ausstellung ist in Kürze im Ahrensburger Rathaus zu sehen. Angela Zander-Reinert, Malerin aus Ammersbek, stellt unter dem Motto „Wir sind da“ Bilder von Geflüchteten aus. Die Vernissage findet aym Donnerstag, 1. Februar, ab 18 Uhr statt. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Februar.

„Als Flüchtlinge zu uns kamen, entschloss ich mich, bei der Integration zu helfen. Ich habe mich an den ,Freundeskreis für Flüchtlinge in Ahrensburg’ gewandt und meine Hilfe angeboten. Es war ein großer Bedarf an Lehrern für Deutschunterricht vorhanden“, erklärt die Künstlerin und legt nach: „So habe ich einmal wöchentlich unterschiedlichen Geflüchteten Deutsch beigebracht und auch viel erklärt. Ich habe durch den Kontakt mit den Geflüchteten aus Tschetschenien, Afghanistan, Armenien, Syrien etc. die Menschen näher kennengelernt. Wir haben über vieles gesprochen, und ich konnte auch ihre Ängste und Zukunftssorgen verstehen. Diese Menschen haben in den vergangenen zwei Jahren, in denen ich mit ihnen gearbeitet habe, bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen!“

Biografie  Angela Zander-Reinert

ist in Hamburg geboren  und aufgewachsen und lebt heute in Ammersbek. Seit 1977 ist sie Malerin mit regelmäßigen Weiterbildungen und Ausstellungen. „Die Malerei verstehe ich für mich als eine immerwährende Herausforderung.  Mich interessiert vor allem das Zusammenwirken der Farben, ihre Interaktion, an deren Entwicklung ich arbeite. Farben sind für mich ein sinnliches Erleben“, erklärt die Künstlerin auf ihrer Homepage. Sie ist Mitglied im Berufsverband bildender Künstler (Hamburg) und  beim „Kunstraum Ahrensburg“ –  www.kunstraum-ahrensburg.de.Quelle: Web

Angela Zander-Reinert habe gemerkt, dass sie sich immer stärker auf das Thema Flucht und Vertreibung eingelassen habe. „So kam ich dazu, Flüchtlingssituationen zu malen.“ Die Inspirationen dazu fand sie in den aktuellen Zeitungen, ganz verschiedene Situationen, in denen die Geflüchteten als Gruppe erschienen. Das sei mehr eine „Draufsicht, wie wir das auch überwiegend in den Medien wahrnehmen“.

Beim Vertiefen des Themas merkte sie, dass sie sich zu den einzelnen Schicksalen hingezogen fühlte. Sie wollte näher an den Menschen heran. Sie wollte Porträts malen. Deshalb habe sie sich auch für so ein relativ großes Format entschieden, so die Malerin: „Bei diesem Format sieht man unwillkürlich hin, das wollte ich erreichen. Ich möchte durch diese Darstellung dem einzelnen Geflüchteten ein ,Gesicht’ geben. Auch wenn ich Geflüchtete aus Ahrensburg gemalt habe, so sind sie als Stellvertreter für die große Zahl zu uns Gekommener anzusehen.


>Rathaus geöffnet: Montag-Donnerstag: 8-18 Uhr, Freitag: 8-12 Uhr.


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