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Bürgermeisterwahl : Sie alle wollen nur das Beste für Trittau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gleich sechs Kandidaten bewerben sich in Trittau um die Nachfolge von Walter Nussel. Am Sonntag, 25. Mai, wird gewählt, jetzt stellten sich die Kandidaten vor.

„Überwiegend freundlich“ gehe man in Politik und Verwaltung miteinander um, sagte Trittaus scheidender Bürgermeister Walter Nussel zur Begrüßung der offiziellen Vorstellungsrunde aller Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde – mit Betonung auf „überwiegend“. Nach der Vorstellung in der Sporthalle darf man gespannt sein, wen Trittau am Sonntag, 25. Mai, parallel zur Europawahl, zum Nussel-Nachfolger kürt.

Alle sechs Kandidaten – Eckhard Frahm (51), Julian Geisler (29), Oliver Mesch (43), Thomas Mertens-Ammermann (50), Dr. Katherine Nölling (50) und Christian Winter (33) –, die Walter Nussel im August beerben wollen, stellten sich in kurzen Vorträgen mit anschließender Fragerunde vor. Das Besondere: Alle, die gerade nicht an der Reihe waren, mussten den Raum verlassen, so konnte niemand abkupfern.

Die Kandidaten stellten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten den etwa 300 Zuhörern in der Sporthalle vor. Sie waren in der Sache jedoch in vielen Punkten nah beieinander. Alle wollen das Schwimmbad als Alleinstellungsmerkmal erhalten, die Finanzen konsolidieren, den Ort verschönern und bürgerfreundlich agieren. Nur die Herangehensweise ist unterschiedlich.

Eckhard Frahm, Einzelbewerber und einziger Kandidat von außerhalb des Amtes Trittau, seine Ausbildung und langjährige Erfahrung als Verwaltungsfachmann und gleichzeitige Erfahrung in der Kommunalpolitik in seiner Heimatstadt Bordesholm. „Ich kenne beide Seiten und komme mit einer objektiven Sicht von außen, bin hier in keinen Verein eingebunden.“ Er wolle das Einzelhandelsgutachten weiter entwickeln, sich für altersgerechten bezahlbaren Wohnraum einsetzen und einen Schwerpunkt auf die Wirtschaftsförderung setzen. Als Trittaus größtes Problem sieht er die derzeitige Situation Schützenplatz/Meierei.

Thomas Mertens-Ammermann – CDU-Kandidat von Beruf Rechtsanwalt und früherer Bürgervorsteher – will die Einkommenssituation nicht durchs Sparen erdrosseln, sondern für mehr Einnahmen durch Wachstum des Ortes und der Gewerbegebiete sorgen. Die Vermarktung derselben würde er zur Chefsache machen. Um Standortnachteile wie die fehlende Autobahn auszugleichen, würde er auch über eine Senkung der Gewerbesteuer nachdenken. Er will mit seinen Kenntnissen der Verwaltung aus 20 Jahren Kommunalpolitik punkten, denn er kenne auch die Probleme. Eine Beruhigung der Ortsmitte lehnt er ab, da er eine Verödung befürchte, würde aber gerne den Lkw-Verkehr aus dem Ort heraushalten.

Christian Winter ist Volkswirt und ebenfalls Einzelbewerber. Er ist seit 2007 kommunalpolitisch aktiv, aktuell als SPD-Gemeindevertreter und Vorsitzender des Finanz- und Wirtschaftsausschusses. Er sprach davon, sich nicht darauf auszuruhen, dass Trittau schon jetzt ein schöner Ort mit guten Einkaufsmöglichkeiten und einer klasse Schullandschaft ist. Er will das Bürgerhaus sanieren und zum Haus der Generationen machen, die Öffnungszeiten der Kitas noch familienfreundlicher ausweiten, sich für schnellere Busverbindungen nach Hamburg und eine Bedarfsampel in der Gadebuscher Straße einsetzen. Er will die Einnahmesituation durch mehr Gewerbegebiete verbessern. Der Bürgermeisterjob wäre seine erste berufliche Tätigkeit nach dem Studium.

Oliver Mesch ist Historiker und sieht seine Stärken darin, dass er als Amtsarchivar seit vielen Jahren Einblick in die Verwaltungsabläufe und zudem als Personalratsvorsitzender Führungs- und Verhandlungserfahrungen hat. „Ich habe die Gesamtheit im Blick und auch Erfahrungen damit, unangenehme Entscheidungen zu überbringen“, betont der 43-Jährige. Er setze stark auf das Miteinander, sieht den Bürgermeister als Verwaltungsmanager, aber auch als Impulsgeber und will ein Partner für alle Beteiligten sein. Sein Ziel sei ein gemeinsam mit GGT, Bürgern und Politik erarbeiteter Masterplan für die Ortsentwicklung Trittaus, der dann Stück für Stück abgearbeitet werde. Einen Pluspunkt sieht er in den inhabergeführten Geschäften. Er wolle diese kleine Ladenstruktur unbedingt erhalten ebenso wie das Freibad. Zudem solle der Ort gepflegter werden, die Jugendarbeit mit einem neuen Konzept verstärkt werden.

Julian Geisler (29), Einzelbewerber und jüngster Kandidat, formulierte als aktiver Fußballer seine Ziele in der Sportfachsprache. Die Zeiten „herrischer Trainer“ sei vorbei, man müsse die „Spieler mitnehmen, Platz für Talente und Ideen geben. Auch er setzt auf die Stärkung der Ortsmitte, will die Spielplatzgestaltung verbessern, ist für mehr Sport- und Gewerbeflächen, hält aber nichts vom unkontrollierten Ortswachstum. Geisler sieht Wassermühle, Freibad, Geschäfte und Schulen als „unglaubliche Chance“ und bezeichnet sie als „viele Herzen der Gemeinde“, die es zu stärken gilt. Als Verwaltungschef würde er Ideen aus anderen Verwaltungen und Hochschulen aufgreifen und das Beste davon übernehmen wollen. Sein Fazit: „Das Stadion hat zwar Macken, aber Potenzial.“

Dr. Katherine Nölling, Volkswirtin und SPD-Kandidatin, arbeitet seit vielen Jahren in einer großen Unternehmensberatung sowie als Dozentin an der Uni Hamburg. Sie setzt auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern, Amtsgemeinden und dem Ehrenamt und betont gute Kontakte zu den Landesregierungen in Hamburg und Kiel. Sie sieht die Chance im Wachstum, will mehr für ältere Menschen tun, damit sie selbstbestimmt leben könnten, aber auch junge Familien ansiedeln. Die Grönwohlderin will die Haushaltssituation verbessern, das Geld gut einsetzen und für ein „blühendes Trittau sorgen“. Das Freibad solle eher nach einer gründlichen Analyse in der Attraktivität gesteigert als geschlossen werden. Sie verteidigte auch die vom Publikum kritisierten häufigen Gutachten, die die Verwaltung einhole: „Vieles ist heute so kompliziert geworden, da muss man auf externe Fachleute zurück greifen.“









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