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Stormarner Wochenschau : Selbst ins Abseits befördert

vom

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:57 Uhr

1:0 für Ahrensburg Tja, da hat Ahrensburg wohl einen klaren Punktsieg davongetragen. Bad Oldesloe und Ahrensburg laden jeweils gleichzeitig zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Ist das nur ein blöder Zufall? Und dann haben beide auch noch "Autos" als Thema. Kann das noch Zufall sein? Um es kurz zu machen: Die eigentlich für den Oldesloer Marktplatz gebuchten Fahrer dicker Ami-Schlitten zogen es bei dem schönen Wetter vor, zu cruisen, kehrten Oldesloe schnell den Rücken und landeten schließlich in ... na? Was für ein Zufall: Ahrensburg. Dumm gelaufen - und das von Anfang an. Im vergangenen Jahr waren die Protzkarren schon mal im Rahmenprogramm eines Sonntags vorgesehen gewesen. Dumm nur, dass gleichzeitig das Stadtradeln lief und CO2 eingespart werden sollte. Sowas passt nicht zum angestrebten Image einer 100-Prozent-Stadt. Deshalb wurde seinerzeit im letzten Moment der Benzinhahn zugedreht. Und jetzt wieder eine Pleite, denn sonderlich gut besucht war dieser Sonntag in der Kreisstadt nicht. Vielleicht ist da zukünftig etwas mehr Abstimmung nach innen wie auch nach außen ratsam.

Tacheles Nachklapp Ganz und gar nicht einverstanden war die FBO mit unserer Kolumne vom 27. April. "Tacheles" war das Kapitel der Stormarner Wochenschau tituliert, was bedeutet: offen und unverblümt seine Meinung äußern (neudeutsch: "Klartext reden"). Wir hatten über Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) geschrieben, der in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung sich Wahlplakate vorgenommen und der FBO Populismus vorgeworfen hatte. Besonders eines erregte seinen Zorn ("Schluss mit der Klüngelei"), das entfernt werden müsse, so der Bürgerworthalter. "Die Klüngel-Plakate waren schon am nächsten Tag verschwunden", hatten wird in der Kolumne festgestellt, wohl in der vagen Hoffnung, dass selbst in Zeiten des Wahlkampfs in Bad Oldesloe die guten Sitten nicht verloren gehen. "Die Plakate hängen noch!", lässt uns die Stadtverordnete Patricia Rohde wissen, die im April 2011 die CDU verlassen und kurz darauf mit Heinz Drenkberg die Freien Bürger Oldesloe (FBO) aus der Taufe gehoben hatte. Das wird dem Bürgerworthalter gewiss nicht gefallen. Wir möchten an dieser Stelle über das Thema Wahlplakate den Mantel des Schweigens legen.

Zur FBO gibt es aber noch eine Richtigstellung: "Über Monate wurden die beiden FBO-Abgeordneten immer wieder gebeten, in Ausschüsse zu kommen und das stimmlose Grundmandat, das der Fraktion zusteht, in Anspruch zu nehmen. Das ist, aus welchen Gründen auch immer, nie passiert, die FBO hat sich der politischen Arbeit in der Stadt verweigert." So stand es in der letzten Stormarner Wochenschau im April. Das ist jedoch nicht zutreffend, denn: Nach einem halben Jahr der Besinnung hat die FBO ihre Vertreter in die Ausschüsse der Stadtverordnetenversammlung geschickt und auch Anträge auf den Tisch gelegt. Jüngster Vorschlag (der keine Zustimmung fand) im Bauausschuss: Anschaffung von neuen Abfallbehältern mit Abstellflächen für Pfandflaschen. Begründung: Menschen, die Pfandflaschen suchten, öffneten die Behälter von unten und der restliche Dreck fliege auf die Straße. Diese Sicht der Dinge verrät freilich mehr über die Denkrichtung der FBO, denn das Müllproblem der Kreisstadt. Müllpiraten als Stadt-Verunreiniger? Im Gegenteil: Die Menschen, die in Müllkörben nach Verwertbarem suchen, haben das größte Interesse an intakten Behältern. Sonst wäre ja beim nächsten Rundgang darin nichts zu finden. Warum die FBO das nicht so sieht? Da rauf kann sich getrost jeder selbst einen Reim machen.

Ohne Verstand Es ist schon erschreckend, was sich landauf, landab am Vatertag abspielt. Stormarn macht da keine Ausnahme, leider. Tagsüber halten sich die Auswüchse in Grenzen, wird munter einer über den Durst getrunken, gemeinschaftlich gefeiert. Je später allerdings der Abend, desto mehr setzt der Alkohol dem bereits benebelten Hirn einiger Unbelehrbarer zu, so dass sie einfach nicht mehr Herr ihrer Sinne sind und Gewalt die Oberhand gewinnt. Wehe, wenn sie losgelassen. In Bargteheide und vor allem Lütjensee waren sie wieder los und sorgten für Ausnahmezustand. Wüste Beschimpfungen und Uneinsichtigkeit, Schlägereien und Flaschenwürfe gegen Polizisten. Verletzte Beamte auf der einen, verletzte Randalierer auf der anderen Seite. Und mittendrin Bürgermeisterin Ulrike Stenzler (CDU), die sich die Ereignisse vor Ort anschaute und ob des zwischenmenschlichen Trauerspiels geschockt war: "So etwas ist unglaublich. Das darf in unserer Gemeinde nicht wieder vorkommen." So wird aller Voraussicht nach, am Lütjenseer Strand im nächsten Jahr kein Vatertag stattfinden. Das wäre die logische Konsequenz! Leider müssten das alle schlucken, obwohl nur eine Hand voll für das Desaster verantwortlich ist. Aber irgendwo hört es halt auf. Das Maß ist voll. Väter waren unter den jungen Leuten ohnehin kaum auszumachen ...

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