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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:42 Uhr

Seit achtzig Jahren dem VfL treu

vom

Die Sportkarriere des 90-jährigen Oldesloer Unternehmers Heinrich Harms begann im lokalen Sportverein bereits im Jahr 1933

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Zehn Jahre war Heinrich Harms alt, als er eher durch Zufall zum Oldesloer Sportverein (heute VfL Oldesloe ) kam. 1933 wurde er angesprochen, ob er nicht Lust hätte, in der Fußballmannschaft des lokalen Vereins mitzuspielen. Und so kam es dann auch. Aus dem ambitionierten Straßen kicker wurde ein erfolgreicher Linksverteidiger, bis der Krieg auch Bad Oldesloe erreichte und die Karriere erstmal abrupt beendete.

Der heute Neunzigjährige geriet in die Kriegswirren, musste den Militärdienst antreten und anschließend eine mehrjährige Gefangenschaft durchleiden. Doch nach seiner glücklichen Rückkehr in die Heimatstadt war er gleich wieder am Ball aktiv. Jetzt nicht mehr als aufstrebendes Talent, aber immerhin in der Alt-Herren-Mannschaft. Auch beruflich wurde er erfolgreich. Gemeinsam mit seiner Frau Christel baute er ein erfolgreiches Speditionsunternehmen und eine Pferdezucht auf.

Dem VfL blieb er immer treu und ist seit Jahrzehnten nach dem Ende der eigenen aktiven Fußballkarriere immer gern gesehener Gast im Travestadion oder bei einem der diversen Sportgroßereignisse des VfL Oldesloe. Auch verwandschaftlich ist er dem VfL sehr eng verbunden.

"Als er meine Schwester damals aus unserem Elternhaus entführte, war das für alle ein Segen", scherzt sein Schwager Walter Busch, seines Zeichens Ehrenbürger der Stadt Bad Oldesloe und VfL-Urgestein. "Am Anfang war unser Verhältnis etwas schwierig, weil Heinrich rausbekam, dass ich Lehrer war und mit Lehrern hatte er wohl nicht so gute Erfahrungen gemacht", blickte Busch zurück. Doch das erst kühle Verhältnis habe sich schnell verbessert und man habe tolle Jahre gemeinsam beim VfL und als Verwandte verbracht. "Es ist mir eine besonderer Freude, Heinrich Harms für 80 Jahre Vereinstreue zum VfL auszeichnen zu können", so Busch auf der Jahresversammlung des VfL.

Dass Harms ausgezeichnet wurde, habe ihn unter anderem dazu motiviert, nochmal im Rahmen der Versammlung seine berühmten Laudationen zu halten, die stets mit zahlreichen Anekdoten gesprickt sind. "Neben Heinrich Harms, werden heute ja auch noch viele weitere Mitglieder geehrt, die ich zum Teil seit ihrer Geburt kenne.", so Busch, der getrost als "Turnvater der Stadt" bezeichnet werden kann.

Viele Kinder lernte er bei dem früher sehr beliebten Mutter-Kind-Turnen kennen. Aus dieser Turngruppe stammen auch Helga Priebsch (Turnen) und Inge Zschiegner (Turnen), die seit vierzig Jahren im Verein sind und dafür geehrt wurden. "Ich habe viele gute Erinnerungen an sie", so Busch. Andrea Lünenburg ist ebenfalls seit vierzig Jahren im VfL aktiv. Sie wurde mit den Handballdamen in ihrer Hochzeit sogar zwei Mal deutscher Meisterin. "Eine tolle Spielerin", erinnert Busch sich. Auch Jürgen Zschiegner ist bereits seit vierzig Jahren im Verein. Er baute einst die Judoabteilung auf. Seit 50 Jahren ist Elke Kieforth (Turnen) dem Verein treu. Auch sie unterstützte Busch in der Turnsparte. Für 65 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurde Günther Klopp ausgezeichnet. "Er hat die Fußballabteilung in sehr unruhigen Zeiten wieder in den Griff bekommen. Es hat mit dir immer Spaß gemacht Kloppo", so Busch. Geehrt wurden auch der beliebte Basketballtrainer und ehemalige Lehrer der Theodor Mommsen-Schule Gerd Maertens für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft, so wie Dieter Thom für ebenfalls 25 Jahre aktives Mitwirken in der Fußballabteilung.

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