Trenthorst : „Science Slam“ und Katzenkaffee

Gerd Herrmann, Johanna Ebel, Burkard Dillig, Kurt Weirauch und Gerold Rahmann (von links) bei den Kälbern, die bei ihren Müttern im Kuhstall leben dürfen.
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Gerd Herrmann, Johanna Ebel, Burkard Dillig, Kurt Weirauch und Gerold Rahmann (von links) bei den Kälbern, die bei ihren Müttern im Kuhstall leben dürfen.

Durch ein vielfältiges Jahresprogramm gibt der Förderverein einen spannenden Einblick in die Arbeit des Trenthorster Öko-Instituts.

shz.de von
23. Januar 2018, 06:00 Uhr

„Die erfreuliche und ermutigende Resonanz auf unseren Veranstaltungen zeigt uns, dass wir mit unserer Themenwahl ziemlich richtig lagen“, sagt Gerd Herrmann, der seit über drei Jahren den Vorsitz des Trenthorster Fördervereins mit seinen 190 Mitgliedern übernommen hat. Und genau so – mit einer Mischung aus Theorie und Praxis, aus Bekanntem, Bewährtem, Beliebtem und Neuem – soll es auch 2018 weitergehen.

Bewährt haben sich Veranstaltungen wie Wildkräuter sammeln und genießen (28. April), Kochen mit Dagmar Schilling (20. April), Käse selber machen (28. Juni), die ökologische Weinprobe (22. November) oder der Trenthorster Apfeltag im Oktober. „Vor zwei Jahren konnten wir 770 Kisten Apfelsaft je zwölf Flaschen ernten“, erinnert sich Gerd Herrmann. Im vergangenen Herbst dagegen sei man froh gewesen, überhaupt ein paar Eimer voll zu bekommen. Daher sei man gespannt, wie die Ernte auf der Streuobstwiese mit ihren 300 Paten-Bäumen ausfallen werde. Auch das Trenthorster Superfoto (Einsendeschluss 16. Februar, Motto „Von der Blüte bis zur Frucht“) erfreut sich großer Beliebtheit.

Mit einem Dia-Vortrag von Prof. Dr. Gerold Rahmann am Donnerstag, 25. Januar, über seine Arbeit in Äthiopien für das Bundesprogramm „Eine Welt ohne Hunger“ starten – wie berichtet – die Veranstaltungen. „Da werden wir wieder eine volle Hütte haben“, prophezeit der Vorsitzende. Um Bioprodukte – vom Feld bis auf den Tisch – geht es am 22. März. Das Thema „Munition in der Ostsee – eine tickende ökologische Zeitbombe“ steht am 19. April an. Referiert wird über Methoden zur ökologischen Risikobewertung chemischer und konventioneller Munition.

Beim Thema „Sag, wo die Insekten sind“ am 17. Mai wird es spannend. Gibt es tatsächlich gesicherte Erkenntnisse über ein Insektensterben. Und wodurch wird es verursacht? „Dreiviertel der Schuld liegt bei der Landwirtschaft, aber nicht nur Glyphosat kommt als Ursache in Frage“, erläutert Institutsleiter Gerold Rahmann.

Nah an diesem Thema ist auch die Veranstaltung „Der Garten als Biotop“ am 13. September. Wie kann man durch gezielte Bepflanzung Bienen und anderen Insekten einen Lebensraum bieten? Eine neue Reihe im Jahresprogramm wird mit dem Themen-Nachmittag „Kaffee – eine Wildpflanze verändert die Welt“ am 29. April eingeläutet. Gerold Rahmann stellt den Kaffee in seiner gesamten Vielfalt vor. Wie und wo wird er angebaut (Beispiel Äthiopien), wie verarbeitet und getrunken? Als Präsident der Welt-Ökoforschung war er im September in dem armen Land Ost-Timor in Südostasien, von wo der spezielle „Katzenkaffee“ herkommt. Es sind Kaffeebohnen, die von einer bestimmten Schleichkatzenart gefressen und wieder ausgeschieden werden. „200 Gramm kosten 200 Euro“, so Rahmann. Eine Delikatesse also, die er sich auf einem Markt dort gerne gönnte – auch um die Menschen dort zu unterstützen: „Wir essen und trinken aus der ganzen Welt, es gibt viele Menschen, die das Glück nicht haben.“

Ein Highlight im Jahreslauf war bisher immer das Hoffest in Wulmenau. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, so Herrmann. Besucherzahlen bis an die 10 000 seien mit vorwiegend ehrenamtlichen Helfern nicht mehr zu bewältigen. In Zukunft möchte das Öko-Institut dichter an den wissenschaftlichen Themen bleiben und führt anstelle des Hoffestes den „Tag der Wissenschaft“ mit Führungen am 10. Juni ein. Bei einem „Science Slam“ messen sich Wissenschaftler des Trenthorster Instituts – mit hohem Spaßfaktor. Es solle schon Stände mit Öko-Anbietern sowie Highlights für Kids, ein wenig Sommernachts-Musik und Verköstigung geben – jedoch klein, aber fein. Am genauen Ablauf des Tages der offenen Tür werde noch gefeilt.

Gerold Rahmann: „Wir bieten an diesem Tag jedem etwas an, wobei hier Qualität vor Quantität und der Blick auf unsere Arbeit im Vordergrund stehen.“

>Das gesamte Veranstaltungsprogramm des Fördervereins des Instituts für ökologischen Landbau gibt es als Broschüre oder im Internet unter www.trenthorst.de.

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