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Bad Oldesloe : Schwimmhallen-Müll statt Moorbad

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Politiker waren nach Besichtigung der leer stehenden Immobilie neben dem Travebad über deren schlechten Zustand entsetzt.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Wie geht es weiter mit dem Bad Oldesloer „Kurbad“? Diese Frage stellt sich schon seit 13 Jahren. Das Gebäude, das den Stadtwerken gehört, steht seit Jahren leer. 2004 sei der Sauna- und Kurbadbetrieb aufgegeben worden, heißt es.

Zunächst war es als möglicher Wohnraum für Flüchtlinge auserkoren worden, doch dafür hätte der Bebauungsplan geändert werden müssen. Stadtwerkechef Jürgen Fahl macht sich seit Jahren für eine betriebliche Nutzung mit Anbindung an die Schwimmhalle stark, was auch weiter sein Anliegen bleibt. Mehrere Investoren sollen interessiert gewesen sein – doch über Interesse ging es wohl nie hinaus. Die SPD und die Grünen hatten sich seit vergangenem Jahr dafür ausgesprochen, dass die DLRG, die ihr buchstäblich verrottetes Domizil am Kurpark aufgeben muss, in das Kurbad einzieht. „Die Nähe zum Travebad wäre optimal für uns“, sagte der Oldesloer DLRG-Vorsitzende Dominic Geerken zu diesem Vorschlag. Bei der DLRG besteht zwar akuter Handlungsbedarf, aber eine endgültige Entscheidung ist bislang nicht zustande gekommen.

Die Mitglieder des Bauausschusses wollten sich ein genaues Bild vor Ort machen. Über das was sie vorfanden, waren sie schockiert. Teilweise sah es in manchen Räumen so aus, als seien sie Hals über Kopf in den 1990er Jahren verlassen worden, die Einrichtung erinnert an die Originalbauzeit in den 1970er Jahren. Dazu ist in den zum Teil sehr engen Räumlichkeiten alles verdreckt und beschädigt. Fahl nannte Vandalismus als Grund. Das könne natürlich in einem Gebäude, das so lange leer stehe, passieren, gestanden die Politiker ein, was sie aber fassungslos machte, war Bauschutt, der offenbar seit dem Umbau des Travebads „eingelagert“ wird.

„Das ist Müll, der von den Firmen hätte entsorgt werden müssen! Da holt man einen Container. Warum schleppt man das überhaupt hier rein? Wieso lässt man das als Stadtwerke zu? Das ist echt hirnlos, was hier passiert ist“, schimpfte Uwe Rädisch (CDU). „Wenn ich ein Investor wäre, dann gehe ich hier rückwärts wieder raus. Da wundert mich ja gar nichts mehr“, ergänzte er. „Wie man es so herunterkommen lassen kann, macht mich auch ein wenig fassungslos. Das muss doch nicht sein, oder? Ich höre jetzt etwas von 1,5 Millionen, die investiert werden müssten. Da bin ich skeptisch“, so die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD).„Insgesamt macht die Bausubstanz an sich aber einen ganz guten Eindruck. Ich habe keinen großen Schimmelbefall gesehen oder ähnliches. Es gibt sicherlich Ideen, was man daraus machen kann. Vielleicht packen Vereine gemeinsam an und nehmen es selbst in die Hand. Da gibt es ja jüngst positive Beispiele bei uns“, so Herrmann. Auch Wilfried Janson (Grüne) hat Zweifel: „Man stelle sich vor, wir richten das für 1,5 Millionen einem Investor gezielt her und der geht nach einem Jahr pleite, dann fangen wir von vorne an?“ Fahl wehrte sich gegen die Vorwürfe: „Klar muss der Müll entsorgt werden. Aber warum sollte ich das jetzt ohne Druck tun? Gegen solche Aussagen wie ‚hirnlos‘ verwehre ich mich. Ich bin hier für die Durchführung verantwortlich. So etwas lasse ich mir nicht gefallen.“

Die DLRG war nach der Begehung skeptisch.Dominic Geerken: „Es bleibt interessant für uns, aber ehrlich gesagt, macht der Gesamtzustand auf uns keinen guten Eindruck. Es müsste wohl sehr viel getan werden.“  

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