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Bad Oldesloe : Schwester, erzähl von deinem Land

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Bella Donna Haus wollen syrische Frauen von ihrem meist schwierigen Alltags in der alten und der neuen Heimat erzählen.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 10:56 Uhr

Auch der Verein „Bella Donna – Ein Haus von Frauen“ möchte sich dem Thema Flüchtlinge und Migration widmen, den Fokus dabei allerdings auf das Schicksal geflüchteter Frauen lenken. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, sind männlich und jünger als 30 Jahre. Frauen und Mädchen aus den Krisengebieten sind in der Minderheit, vor allem aus Syrien, Eritrea und Somalia kommen kaum Frauen.

Weltweit ist der Trend ganz anders. Laut Uno ist mindestens jeder zweite Flüchtling weiblich. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind uns fremd und wir sind ihnen genauso fremd,“ sagt Dagmar Greiß. Besonders Frauen hätten Probleme, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. „Damit wir sie besser kennenlernen und Ängste abbauen können, wollen wir regelmäßig Frauen einladen, um von ihren Heimatländern zu erzählen und uns die Lebensweise dort näher zu bringen“, so die Vereinsvorsitzende.

In der Reihe „Komm, Schwester, erzähl’ von Deinem Land“ soll der kulturelle Aspekt im Fokus stehen. „Auf unkomplizierte Art soll die Möglichkeit geboten werden, ins Gespräch zu kommen. So kann das Fremde uns vertraut werden und neugierig machen auf mehr“, sagt Bärbel Nemitz aus dem Bella-Donna-Vorstand, die die Idee für die Gesprächsabende hatte. Mit dabei sind auch Angela Stark von der Evangelischen Kirchengemeinde und das Team des Drachenturm-Frauenfrühstücks im Verein „EfA - Essen für Alle“.

Die Reihe startet am Dienstag, 12. April. Frauen aus Syrien werden um 19 Uhr aus ihrem Alltagsleben in Syrien erzählen und Fragen beantworten. Dolmetschen wird Ferial Bitar, die seit 35 Jahren mit ihrer Familie in Bad Oldesloe lebt. „Viele Deutsche wissen gar nicht, wie wir denken und fühlen“, sagt die 52-Jährige. Am 12. April werden vier Generationen von Frauen einer syrischen Großfamilie aus ihrem Leben erzählen. Erst vor vier Monaten kam Souad Abdhe (52) zusammen mit ihrer Mutter Ansaf Fayad (73) und ihrem Mann und den drei erwachsenen Kindern nach Bad Oldesloe. Tochter Lamis Ghamram (30) ist ebenfalls mit ihrem Ehemann und der fünfjährigen Tochter Limar in die Kreisstadt gekommen. So leben hier jetzt vier Generationen einer syrischen Familie beisammen, die mühsam aber engagiert versucht, sich in der neuen Heimat einzuleben und fleißig Deutsch lernt. Am einfachsten hat es die kleine Limar, die schon viele Wörter versteht und sprechen kann. Da auch Essen eine Form der Völkerverständigung ist, werden die Frauen ein kleines Büffet mit kulinarischen Köstlichkeiten aus ihrem Heimatland anbieten. Zudem wird landestypische Musik zu hören sein.

Am 19. Juli werden afghanische Frauen aus ihrem Alltagsleben erzählen, und am 15. November sind kurdische Frauen zu Gast in der Bahnhofstraße 12. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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