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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

Schwerer Abschied von der Gemeinde

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach jahrzehntelangem Engagement gibt Jörg Hauke den Vorsitz im Kirchengemeinderat Zarpen ab und geht zurück nach Sachsen

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2014 | 12:37 Uhr

Nach über zwanzig Jahren im Kirchenvorstand, davon zehn Jahre als Vorsitzender, gibt Jörg Hauke sein Amt an den neuen Pastor Dr. Michael Decker ab, der seit einem Jahr im Kirchengemeinderat tätig ist und neben der Zarpener Pfarrstelle noch eine halbe Stelle in Reinfeld bekleidet. Stellvertreterin wird Ulrike Rohwer aus Willendorf. Ebenfalls aus dem Kirchenvorstand scheidet nach 30 Jahren ehrenamtlichem Engagement Egbert Lippe (70).

Der 72-jährige Hauke geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er zugibt. Selbst in den letzten Tagen seines Ehrenamtes hat er noch die Weichen für seine Nachfolger gestellt und neue Projekte wie den Umbau des Gemeindehauses zur Zentralisierung aller Büroräume sowie den Zukauf eines benachbarten Grundstückes organisiert. „Jeder ist ersetzbar“ meint er. Doch der Abschied fällt schwer, denn Jörg Hauke ist für viele Zarpener nicht nur ein liebenswerter Nachbar und Freund, er brachte all die Jahre als studierter Architekt auch eine Menge Fachwissen ein. „Wir werden die Verantwortung jetzt auf mehrere Schultern verteilen“, sagt Pastorin Martina Ulrich, die während der Einarbeitung des neuen Pastors bis März 2015 sämtliche pfarramtlichen Verpflichtungen in allen Dörfern der Kirchengemeinde, die Jugendarbeit und die pädagogische Religionsarbeit übernimmt.

„Pastor Decker ist jetzt der neue Ansprechpartner für Amt und Kommunen und ist sehr engagiert in der Neugestaltung der Arbeit der Ausschüsse“, so die Pastorin.

Am Sonntag, 7. Dezember, wird Jörg Hauke bei einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Zarpener Kirche feierlich verabschiedet. Der Träger der Ansgar-Medaille für besondere Verdienste möchte nicht großes Aufhebens von sich machen. Für ihn beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Aufgrund der Krankheit seiner Frau muss er kürzer treten und wird nach Polenz in Sachsen umziehen, wo seine beiden Kinder den elterlichen Hof betreiben, auf dem er aufgewachsen ist.

Seit seinem Umzug nach Zarpen im Jahre 1978 setzt er sich unermüdlich für seine Gemeinde ein. Der 72-Jährige kam 1961 drei Monate vor dem Mauerbau aus Sachsen nach Westdeutschland. Als Flüchtling landete er zuerst in Reinfeld, zog später nach Zarpen um, wo er in der Landjugend seine aus Heilshoop stammende Frau Renate kennenlernte. Nach seinem Architekturstudium arbeitete er zunächst in Bargteheide bei Petersen & Hauke, später in Bad Oldesloe.

Seine guten Kontakte zum Baugewerbe halfen ihm bei der schnellen Umsetzung von Bauprojekten der Zarpener Gemeinde. Im Lauf der Jahre wurden nicht nur kleinere Reparaturen an der Kirche und dem Gemeindehaus unter seiner Regie vorgenommen, sondern auch Großprojekte realisiert: Umbau des Gemeindehauses und Errichtung des Gemeindesaales in den 80-er Jahren, Kindergarten-Erweiterungen, Bau eines Archives im Pastorat, Umbau des Witwenhauses zum Verwaltungsgebäude, Erweiterung der Trauerhalle und Sanierung kircheneigener Häuser. In den letzten Jahren wurden unter seiner fachkundigen Anleitung außerdem der Kirchturm saniert, die Glocken und das Uhrwerk repariert.








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