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Stormarner Wochenschau : Schwachpunkte und Potenziale

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Meckerpapageien“ und „Immobilien-Spürhunde“ – was diese Woche nicht alles zu bieten hat.

Gemecker

Aha, da ließ er mal wieder nicht lange auf sich warten: Der typische Oldesloer „Meckerpapagei“. Dabei hatte Bürgermeister Jörg Lembke zu Beginn der Ergebnispräsentation der Umfrage „vitale Innenstädte“ noch deutlich gesagt, wenn auch sehr diplomatisch formuliert: „Die Oldesloer sehen ihre Stadt durchaus kritischer als Auswärtige. Das ist schade, daran werden wir arbeiten müssen.“ Kaum war der Experte mit seiner Präsentation durch, polterte Geschäftsfrau Eva-Marie Bruszies los: „Der Bericht ist einfach total daneben. Also, wenn das Lebendigkeit sein soll, was Sie festgestellt haben ... das wundert mich. Im Vergleich zu vor 34 Jahren sind wir tot. Es fehlen zwei Drittel der Besucher, die wir früher hatten.“ Bähm! Mal wieder mit voller Lautstärke das Negativ-Horn getutet. Dabei war ihre Fragestellung: „Wo kaufen die Jungen denn ein? Die sind unsere Zukunft. Wie bekommen wir die in die Stadt?“, wichtig und berechtigt. An diesem Punkt muss dringend gearbeitet werden. Die Studie zeigte noch andere Schwachpunkte auf: Offenbar gelingt es nicht, den Einpendler-Überschuss zum Einkaufen in der Innenstadt zu bewegen. Und die Zugkraft in den Umlandgemeinden ist auch extrem gering. Da gibt es Potenziale, die aktiviert werden können – um es positiv zu formulieren. Man muss es halt nur tun. Am besten gemeinsam und mit einer Stimme.

großspurig

Alle vier Jahre wieder geben sie sich landauf, landab und, klar, auch in Stormarn die Klinke in die Hand. Ja mei, sind denn schon wieder Landtagswahlen? Ja! Da versuchen die Großkopferten der Politik das unsichere Fußvolk mit markigen Slogans und Sprüchen auf ihre Seite zu ziehen. „Anpacken statt rumschnacken“ und „Mehr Gerechtigkeit für alle“ prangt auf Wahlplakaten oder „Mit Biss“ und „Wollen reicht nicht. Man muss es können“. Hinterfragen sollte man die Worthülsen besser nicht. Da lobe ich mir die Kommunalpolitik. Die agiert mit Biss, für Gerechtigkeit, schnackt nicht rum, sondern packt’s an, will nicht nur, sondern kann es auch. Natürlich nicht immer. Aber meist auf Augenhöhe mit dem „kleinen Mann“.

Westermarkelsdorf

Bis Mittwoch kannte wohl kaum ein Stormarner das Dorf Westermarkelsdorf an der Nordwestspitze der Insel Fehmarn. Es hat auch nur rund 60 Einwohner. Von denen war ein Gutteil nach Bad Oldesloe gekommen. In der Stormarnhalle stellten Thomas Losse-Müller, Staatssekretär und Chef der Kieler Staatskanzlei, und Energiestaatssekretärin Ingrid Nestle vor, wo Planungsraum III – Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg, Ostholstein und Lübeck – künftig Windräder gebaut werden sollen. Die Westermarkelsdorfer machten besonders deutlich, dass sie das nicht wollen. Ihre Kritikpunkte waren allgemein – Landschaftsbild, Gesundheitsgefahren, Sinnhaftigkeit der Energiewende – und lokal: Fehmarn hat schon heute mehr Windräder als im Landesdurchschnitt, sie schaden dem Tourismus und sind eine Gefahr für den Vogelzug. Die allgemeinen Fragen wollten die Staatssekretäre nicht diskutieren, die speziellen aber auch nicht, weil genau das ja im laufenden Verfahren bewertet werde. Große Hoffnung sollten sich aber weder die Westermarkelsdorfer noch andere machen. Das Ziel der Planung ist es, dass sich auf zwei Prozent der Landesfläche Windräder drehen. Schon weil Schleswig-Holstein als windreichstes Bundesland eine besondere Verantwortung habe. Wenn die Abstände zu Gehöften größer als 400 und zu Siedlungen größer als 800 Meter werden, würden fast keine Flächen mehr übrig bleiben für Windräder. Von Bayrischen Verhältnissen mit dem Zehnfachen der Höhe als Abstand ist man im Norden also weit entfernt. Und dass Infraschall die Gesundheit gefährde, glaubt man hier auch nicht. Zumindest gebe es dafür laut Umweltbundesamt keine Belege für negative Auswirkungen, so Ingrid Nestle. Die gab es für Glyphosat auch nicht. Da klangen die Aussagen aber irgendwie anders.

Fahndungsaufruf

DRK und DLRG dürfen bleiben, wenn Reinfeld sein neues Rettungszentrum vor allem für die Feuerwehr baut, aber die Polizei muss draußen bleiben. Die Suche nach einer passenden Bleibe hat begonnen. Darauf sind die verbeamteten Suchhunde noch nicht geschult, aber unsere Zeichnerin schickt Hasso und Co. schon mal in den Immobiliendschungel.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 01.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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