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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 01:33 Uhr

Schulprojekte mit Zukunft

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Einsatz für Umwelt, fremde Kulturen oder Tiere: Acht Steinburger Schulen als "Zukunftsschulen" ausgezeichnet

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kreis Steinburg | Regen, Regen und noch mehr Regen. Für die Schüler der Wilhelm-Käber-Schule Hohenlockstedt herrschten bei dem nassen Wetter perfekte Unterrichtsbedingungen. Denn sie brüteten nicht nur über Matheaufgaben oder paukten Englisch-Vokabeln, sondern der Wahlpflichtkursus "Verbraucherlehrer" testete, wie tauglich handelsübliche Taschenschirme im Schulalltag sind. Passt er in den Ranzen? Was hält er aus? "Viele von uns müssen ja zu Fuß zur Schule und in Schleswig-Holstein regnet es oft", erklärte Jesse (13). Er und seine Mitschüler wissen nun nicht nur genau, mit welchem Schirm sie am besten trocken das Klassenzimmer erreichen, sondern wurden für dieses Projekt sogar ausgezeichnet. Die WKS ist eine von acht Steinburger Schulen - von Grund-, über Gemeinschaftsschaftsschule bis zum Gymnasium -, die dieses Schuljahr das Qualitätssiegel "Zukunftsschule.SH" bekommen haben.

Die Initiative Zukunftsschule.SH des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein zeichnet Schulen aus, die rund um das Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) aktiv sind. Dabei geht es um Wasser sparen, um Schulhofgestaltung, Lernen in der Natur, Ernährung, soziales Lernen und andere Themen, in denen Schulen aktiv sind und dafür in insgesamt drei Stufen ausgezeichnet werden (siehe Infokasten). "Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben. Die Initiative Zukunftsschule.SH hat diesen Satz wunderbar aufgegriffen", betonte die Schulrätin Gisela Zimmermann während der Auszeichnungsveranstaltung in der Mensa der Hohenlockstedter Schulen. Dort kamen die Schulen und Partner zusammen, um ihre Arbeit beim Markt der Möglichkeiten an Ständen vorzustellen.

Jede Schule musste mindestens zwei Aktionen aus zwei unterschiedlichen BNE-Themenfeldern vorweisen. Die Grundschule Hennstedt war unter den ausgezeichneten Schulen diejenige, die am längsten am Auszeichnungsverfahren "Zukunftsschule" teilnimmt. Dieses Jahr war sie unter anderem mit einem Schulgarten-Projekt dabei. Die Dritt- und Viertklässler lernten bei der Arbeit Gartengeräte kennen, erfahren welche Pflege Nutzpflanzen benötigen und werden dahingehend geschult, selbstständig einen Garten anzulegen und zu pflegen. Außerdem gestalten sie Lebensräume für Tiere wie beispielsweise im Schmetterlingsgarten. "Das Buddeln macht Spaß", meinte Tjark (10) bei der Präsentation.

Die Natur zu erforschen begeistert auch die Schüler der Grundschule Hohenaspe. Sie wurden für ihr Wasserprojekt in Kooperation mit dem Wasserverband Bekau ausgezeichnet. Jeweils einen Schultag ging es für die Jungen und Mädchen zu einem kleinen Quellgebiet im Dorf und einem Regenrückhaltebecken, wo Proben genommen wurden. Die wurden dann in der Schule ausgewertet. Die Schüler haben sich mittlerweile zu kleinen Experten gemausert. Beim Markt der Möglichkeiten erklärten sie Interessierten Wasserpflanzen unter dem Mikroskop.

Für das Tansania-Projekt der Julianka-Schule Heiligenstedten war das Prädikat "Zukunftsschule.SH" bereits die vierte Auszeichnung. Seit 1997 gibt es zwischen der Schule und der Primaryschool in Leguruki/Tansania eine Partnerschaft. "Wichtigstes Ziel der Partnerschaft ist es, Kindern beider Schulen zu vermitteln, wie man woanders lebt und so zu erreichen, Verständnis für andere Kulturen zu entwickeln", sagte Michael Gerold, der das Projekt als Vater eines Schülers damals mit aus der Taufe hob. Die Jury lobte außerdem, dass die Julianka-Schule mit Dia-Vorträgen und Infostand andere Schulen besucht und damit zur Fortbildung eines globalen Themas beiträgt. Dafür gab es für die Schule die höchste Auszeichnung - und zusätzlich den Sonderpreis.

Bei der Siegerehrung wurden alle Schulen mit ihren Projekten noch einmal vorgestellt - und manch ein Lehrer nahm dankbar Ideen für die eigene Schule mit. Der Austausch ist durchaus gewollt, wie die Organisatorinnen, die Kreisfachberaterinnen für Natur und Umwelt/BNE Bettina Bartels und Gabi Küffner betonten. "Es ist schön, dass alle Schulen zu der Auszeichnungsveranstaltung gekommen sind. Uns liegt am Herzen, dass die Schulen diese Veranstaltung nutzen und Netzwerke schließen", unterstrich Bettina Bartels. Und zwar gern auch mit außerschulischen Partnern wie beispielsweise die Grundschule Hohenaspe mit dem Wasserverband Bekau. Großes Lob von mehreren Seiten gab zudem für die Kreisfachberaterinnen selbst. Sie hätten sich sehr engagiert für das Programm eingesetzt, hob Gisela Zimmermann hervor. Das zahlte sich aus. Nahmen vergangenes Jahr nur drei Schulen teil, waren es dieses Jahr acht.

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