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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 02:27 Uhr

Bad Oldesloe : Schüler treffen Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wie nähern sich Schüler im Unterricht dem Thema Flüchtlingspolitik? Die Ida-Ehre-Schule geht im Rahmen der Worhabenwoche neue Wege.

Tausende von Flüchtlingen kommen zurzeit nach Deutschland, sie fliehen vor Krieg, Chaos und teils unmenschlichen Lebensbedingungen. Grund genug für die Schüler der Ida-Ehre-Schule, sich in der Vorhabenwoche mit dem Thema Flucht und Asyl auseinander zu setzen. Unterstützung bekommen die Zwölftklässler dabei von einem vierköpfigen Dozententeam der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migranten aus Kiel, das mit 17 Flüchtlingen aus ganz unterschiedlichen Ländern vier Tage lang in der Schule zu Gast ist.

Es geht um die Lebenssituation der Flüchtlinge, über die Gründe ihrer Flucht und die Wege, wie sie hierher gekommen sind. „Die Lebensschicksale werden aufgerollt“, sagt Uwe Hennig, der sich als Künstler und Sozialarbeiter dem Thema zusammen mit den Schülern auf künstlerischem Weg zu nähern versucht. Zunächst wurden die Flüchtlinge mit Hilfe von Dolmetschern befragt, dann gemeinsam Steckbriefe gestaltet. „Das Projekt ist super, der Flüchtlingskontext ist spannend“, so der Dozent. Und die Schüler bekämen Informationen aus erster Hand, sagt Klassenlehrer Heinrich Barten.

Saeeda Saeedi floh vor anderthalb Monaten ganz allein aus Afghanistan, inzwischen spricht die 21-Jährige schon ein bisschen Deutsch. Das Projekt findet sie gut und hilfreich. „Ich möchte gerne in Deutschland bleiben“, sagt die junge Frau, deren Vorname „Licht“ bedeutet.

Eine andere Gruppe der Zwölftklässler nähert sich dem Thema im darstellenden Spiel. Das Theaterprojekt wird von Idun Hübner geleitet. Mit dabei sind kurdische Flüchtlinge aus dem Iran, der älteste Teilnehmer ist 52, der jüngste 16. Die Kommunikation funktioniert mit Händen und Füßen. Ein Holzrahmen symbolisiert die Eingangstür nach Deutschland, erste Szenen werden entwickelt und geprobt. In einem anderen Raum weist Filmemacher Fredo Wulf die Schüler in die Handhabung von zwei großen Broadcast-Kameras ein. Hier ist die Film-AG ganz in ihre Arbeit vertieft. „Wichtig ist für uns, dass sich Grenzen auflösen und Gemeinsamkeiten finden lassen“, sagt der Filmtechniker. Die Schüler setzen sich nicht nur mit der Flüchtlingsthematik auseinander, sondern auch mit der Filmtechnik. „Wir stellen heute die Szenen vor, stellen ein Drehbuch zusammen und wollen morgen filmen“, erzählt Schülerin Nele Jensen. Die Verständigung läuft auf deutsch, englisch, arabisch und kurdisch, wobei einige Schüler mit syrischen Wurzeln gerne beim Dolmetschen helfen.

An diesem Donnerstag möchten die Schüler der Klasse 12 b die Ergebnisse ihrer Arbeit ab 19 Uhr im Gestaltenraum einem breiteren Publikum vorstellen. Dort werden eine Ausstellung aufgebaut, das Theaterstück und der selbst gedrehte Film gezeigt. Anschließend gibt es Gespräche mit den Schülern und Flüchtlingen. Der Eintritt ist frei.

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