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Bad Oldesloe : Schräg, mörderisch – einfach gut!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Acht Frauen ohne Tabus und ein Mord: Die Oldesloer Bühne zeigt ihre Krimikomödie unter höchstem Einsatz sechs Mal im Kub.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 08:00 Uhr

„Das Stück muss man sich angucken, das ist der Hammer“, sagt Nadine Hamm. „8 Frauen“ heißt die neue Krimikomödie der Oldesloer Bühne, und die ist nicht nur der Hammer, sondern auch eine Premiere der besonderen Art, weil in der 50-jährigen Geschichte des Theatervereins zum ersten Mal acht Frauen zusammen auf der Bühne spielen – ganz ohne Mann. Bekannt wurde das französische Theaterstück von Robert Thomas durch die Verfilmung mit Catherine Deneuve (Originaltitel: 8 femmes) aus dem Jahr 2002.

Die Geschichte spielt im Frankreich der 1960er Jahre und Nadine Hamm verkörpert Pierrette, eine taffe und selbstbewusste Frau, deren Bruder im Anwesen der Familie tot aufgefunden wird – mit einem Messer im Rücken auf seinem Bett liegend. Gefunden wird er vom Hausmädchen Louise (gespielt von Vanessa Sacharow), die ihm das Frühstück aufs Zimmer bringen will. Das Entsetzen von Ehefrau Gaby (Kathrin Sickmann) hält sich in Grenzen, und auch die beiden Töchter Suzanne (Jelena Sarachow) und Catherine (Ellinor Schatz) reagieren nicht unbedingt panisch. Großmutter Mamy (Hannelore Garber) bleibt angesichts des Mordes ebenfalls gelassen. Dann sind da noch die Köchin Madame Chanel (Heidi Jurawitz) und die neurotische Tante Augustine (Marion Teller), die auch so ihre Geheimnisse haben.

Weil das Telefonkabel durchtrennt wurde und das Auto nicht anspringt, müssen die Frauen den Mörder selbst finden. Schnell wird klar, dass eine von ihnen die Täterin sein muss, denn keine der Frauen hat ein Alibi, aber alle haben ein Motiv. Sie beginnen, sich gegenseitig zu verdächtigen und zu verhören. Jede von ihnen hat aber auch ein Geheimnis, und so kommt es bald zu gegenseitigen Anschuldigungen und Handgreiflichkeiten – das Chaos ist perfekt.

Ganze zwei Stunden dauert die – bereits gekürzte – Theateraufführung, aber es kommt keine Sekunde Langeweile auf. Die acht Darstellerinnen laufen zur Höchstform auf, sie schreien, keifen, streiten und versöhnen sich. Regisseur Andreas Zimmermann, der einzige Mann im Ensemble, hatte anfangs Probleme, acht Frauen zu finden, die mitspielen wollten. „Ich musste ein paar Mal umbesetzen, aber jetzt habe ich eine fantastische Truppe beisammen“, lobt der Amateurschauspieler, der unter anderem in der reinen Männerkomödie „Kerle Kerle“ mitspielte und jetzt zum zweiten Mal Regie führt.

„Es ist ein Dreigenerationenstück ganz unterschiedlicher Frauen, die unheimlich intensiv spielen“, so Zimmermann. Hannelore Garber (67), die seit fast 50 Jahren bei der Oldesloer Bühne spielt, ist mit 68 Jahren die Älteste im Team, Ellinor Schatz mit 16 Jahren das „Küken“. Es gibt einige tragische, aber auch viele lustige Szenen, auf jeden Fall ist es immer turbulent. „Es ist mir wichtig, dass jede Frau einen bestimmten Habitus hat, das ist gut gelungen“, sagt Andreas Zimmermann. So setzt sich Ellinor Schatz, die auch mal im Schlafanzug auf der Bühne steht, über alle Konventionen hinweg, während Marion Teller als alte Jungfer gerade in diesen gefangen ist. Und Nadine Hamm ist eine großartige „Femme fatale“, die alle anderen gegeneinander ausspielt. „Wer braucht schon Männer auf der Bühne, wenn wir acht Frauen sind“, so die 41-Jährige, die im wahren Leben Polizistin ist.


>Premiere feiern die „8 Frauen“ am Sonnabend, 23. September, um 19 Uhr im Kub. Weitere Aufführungen: Sonntag, 24. September, um 18 Uhr; Sonnabend, 30. September, um 19 Uhr; Sonntag, 1. Oktober, um 18 Uhr; Sonnabend, 7. Oktober, um 19 Uhr und Sonntag, 8. Oktober, um 18 Uhr.








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