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Bad Oldesloe : Schon wieder eine neue Leitstelle?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Einsatzzahlen haben sich in acht Jahren verdoppelt und Experten rechnen mit einem jährlichen Anstieg von zehn Prozent. Platzsorgen sind also vorhersehbar.

Nicht nur die Kreisverwaltung wächst, auch die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) legt personell und räumlich zu. Um darüber zu berichten, hatte Detlev Hinselmann (CDU), Vorsitzender des Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschusses, Frank Wojciechowski eingeladen, der seit Frühjahr 2014 Leiter der IRLS ist.

Die Regionalleitstelle ist für Stormarn, das Herzogtum Lauenburg und seit zwei Jahren auch für Ostholstein zuständig. In dem Gebiet von Fehmarn bis Geesthacht leben mehr als 620  000 Menschen, im Sommer steigt die Zahl aufgrund der Touristen auf rund eine Million Menschen. Als Ostholstein zur IRLS kam, musste vergrößert werden. Der Umbau und der Umzug in die zweite Etage des Hochhauses war mit fast 800  000 Euro – davon 200  000 für die technische Ausstattung – fast doppelt so teuer wie gedacht.

Der Platz reicht aber schon nicht mehr aus. Die Leitstelle möchte auch das dritte Geschoss im Hochhaus in Beschlag nehmen. „Wieso benötigt die Leitstelle doppelt so viele Arbeitsplätze?“, wunderte sich Hinselmann. Ganz so viel sei es netto nicht, erläuterte Bauamtsleiter Klaus Kucinski. Sechs neue Räume, unter anderem Umkleide- , Sozial- und ein zweiter Technikraum kämen dazu, drei Räume würde die IRLS aber räumen.

Das kostet 200  000 Euro plus Technik und soll in diesem Jahr angegangen werden. Ist aber doch nur eine Zwischenlösung. „Mittelfristig müssen wir uns Gedanken über eine neue Leitstelle machen“, sagten Kucinski und Landrat Klaus Plöger: „Irgendwann wird die Leitstelle nicht mehr ins Hochhaus passen. Perspektivisch müssen wir etwas schaffen, das ausreicht.“

Grund für das Wachstum der IRLS sind die Einsatzzahlen. Die haben sich innerhalb von acht Jahren verdoppelt, sind allein im vergangenen Jahr um 13 Prozent gestiegen. Ein Trend, der sich kaum mehr umkehren wird. Aufgrund des demografischen Wandels gehen die Experten davon aus, dass die Einsätze jedes Jahr um zehn Prozent zunehmen werden.

Im vergangenen Jahr wurden 2425 Brände und 2450 Hilfeleistungen gezählt, in Stormarn waren es jeweils knapp 1000. Das Gros der Einsätze machen allerdings Rettungsfahrten (50  700) und Krankentransporte aus (60  500). Die Leitstelle verfügt über sieben normale Disponentenplätze, zwei im Stabsraum für Notfälle und drei so genannte Ausnahmeplätze für „Großschadenslagen“.

Die normale Besetzung sind sechs Disponenten am Tag und drei in der Nacht. Die IRLS spricht insgesamt 28 Wachen an, in denen 77 Fahrzeuge stehen, davon sieben in Stormarn, sofern man die Wache Kayhude dazuzählt, die zwar in Segeberg liegt, aber zum Rettungsdienst-Verbund Stormarn gehört.

Seit dem Start der größeren IRLS im Februar 2013 hatte es personelle Engpässe geben, „aber jetzt sind wir auf dem Weg der Besserung“, so Wojciechowski. Im April fangen drei weitere Disponenten an, dann wird die Soll-Stärke von 31 Vollzeitkräften erreicht sein, die der Gutachter errechnet hatte.

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