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Klein Wesenberg : Schon vorm Spatenstich verkauft

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Klein Wesenberg erschließt in nur anderthalb Jahren ein zweites kleines Wohngebiet, in dem junge Leute eine Heimat finden.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 06:00 Uhr

„Ich freue mich, dass ich den Spatenstich für das zweite neue Baugebiet noch erleben darf“, so Bürgermeister Herbert David (84). Gemeinsam mit Gemeindevertretern und Mitarbeitern der Baufirma Grothe machte er sich an der Ecke Kirchberg/Schulstraße ans Werk, direkt neben dem ersten Bauabschnitt, der mit zehn Einfamilienhäusern auf Grundstücken von je rund 600 Quadratmetern bereits vollständig bebaut ist.

Jetzt entstehen in bester Lage weitere elf Häuser mit auf einer Fläche von fast einem Hektar. Die 600 bis 700 Quadratmeter großen Grundstücke sind bereits alle vergeben. „Hier werden junge Leute eine neue Heimat finden“, freut sich David über Gemeindezuwachs direkt neben dem evangelischen Sterntaler-Kindergarten.

Der Quadratmeterpreis beläuft sich auf 130 Euro brutto wie netto. „Klein Wesenberg ist eine der wenigen Gemeinden, die keine Anschlussgebühren verlangt“, betont der Bürgermeister. Gekauft hat die Gemeinde das Grundstück von der Kirche, die das Geld dringend für die Kirchensanierung benötigt. „Das Geld wird dafür allerdings nicht ausreichen“, sagt Pastor Erhard Graf. 32 Euro pro Quadratmeter – der aktuelle Bodenrichtwert – hat Klein Wesenberg bezahlt. „Die Kirchengemeinde braucht das Land nicht. Wir haben es gern an die Gemeinde verkauft, um Wohnraum zu schaffen“, so Graf.

Gleichzeitig mit der Erschließung, die bereits im September abgeschlossen sein soll, wird der Kirchberg saniert und erhält einen Fußweg. Die schmale Straße bedarf dringend einer Modernisierung. Die Bauarbeiten werden so koordiniert, dass Beerdigungen, Gottesdienste und Kirchenfeste nicht beeinträchtigt werden. Wahrscheinlich wird es während der Bauzeit eine Einbahnstraßenregelung geben.

150 neue Parkplätze am Kirchberg sind bereits fertiggestellt. Die Stichstraßen zu den neuen Grundstücken werden Sterntalerweg und Am Jakobsweg heißen, denn die Via Baltica, die von jährlich rund 1000 Pilgern genutzt wird, führt direkt daran vorbei. Ein idealer Ort für junge Familien – da sind sich Bauausschuss und Kirchengemeinde einig. Nicht nur wegen des Kindergartens nebenan, Klein Wesenberg biete auch Freizeitmöglichkeiten wie die Velo-Route, den Pilgerweg oder die Kanustation an der Trave.

Der jahrelange Streit der Gemeinde mit dem Schützenverein ist längst vergessen. Es ging um Baugrundstücke der Gemeinde, um Lärmschutz und die Zahl der Schüsse, die abgegegen werden dürfen. Da durch sie die zulässige Dezibelzahl in Wohngebieten überschritten sein könnte, konnte nicht gebaut werden. Schließlich wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt, die den Schützen an maximal zehn Tagen im Jahr im Rahmen von Wettkämpfen bis zu 6000 Schuss täglich erlaubt.

Das, sagt David, „ist aber Schnee von gestern, heute herrscht wieder Frieden bei uns, und die Gemeinde ist froh über den Familienzuwachs.“ Möglich sei die schnelle Realisierung des Bauvorhabens in nur eineinhalb Jahren durch das Entgegenkommen und die Flexibilität von Pastor Graf gewesen. Er wisse, wovon er spreche, denn er wohne seit mehr als 80 Jahren in Klein Wesenberg und habe bereits sieben Pastoren erlebt, so David: „Seit 200 Jahren ist hier keine Flurbereinigung mehr gemacht worden, jetzt sind wir endlich dabei.“

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