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Reinfeld : Schmuckstück wird für eine Million Euro aufpoliert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das historische Rathauses wird zu seinem 110. Geburtstag im nächsten Jahr grundsaniert.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Es ist der zentrale Punkt im Stadtbild der Karpfenstadt und ein wahres Schmuckstück: Das 1907 fertig gestellte und vom Bauherren Ernst Witt gestaltete Rathaus, das 2017 seinen 110. Geburtstag feiert – und dies hoffentlich jedenfalls schon teilweise – in renoviertem Outfit. Wo einst der Gasthof „Zum Nordpol“ stand, wurde in nur zwei Jahren das im historischen Barock mit Jugendstil-Ornamenten und einem sogenannten „Mansarddach“ aus Kupfer gestaltete prunkvolle Gebäude errichtet.

Die Fassade zieren ein Balkon und ein Giebelfeld mit dem Stadtwappen. Vor dem Rathaus steht die Friedenseiche von 1973, die historische Pumpe stammt aus dem Jahre 1842. Innen erwartet die Besucher eine aufwändig gestaltete Eingangshalle mit einer Treppenanlage und ein in Stormarn vermutlich einmaliges Glasbild des Preußen-Adlers. 1964 wurde aufgrund von Platzmangel ein ebenerdiger Anbau fertiggestellt – heute ein Schandfleck für viele Reinfelder, der bald der Vergangenheit angehören wird. Denn nicht nur der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes direkt gegenüber ist so gut wie beendet, auch die Planungen für die Restaurierung des 110 Jahre alten Gebäudes schreiten zügig voran.

Beauftragt wurde Lennart Gosch, Architekt aus Bad Oldesloe. Zuerst soll das Haupthaus saniert, dann der Anbau abgerissen werden. Während der Bauarbeiten ziehen die Abteilungen der Stadtverwaltung, die im alten Gebäude bleiben sollen, in den Flachdachanbau. Die Eingangshalle ist laut Gosch „schutzwürdig“ und soll zwar saniert, aber weitgehend so erhalten bleiben. Ein barrierefreier Zugang soll auf der Rückseite des Gebäudes erfolgen. Neue Teppiche werden verlegt, der Dielenboden aufwändig saniert, das Treppengeländer erhöht, eine adäquate Beleuchtung installiert. Der Denkmalschutz hat hier eine Menge mitzureden. Auch beim Außenbalkon, der zwar restauriert, aber nicht verändert werden darf.

Auch der historische Dachreiter bleibt auf dem Türmchen, muss aber eine Stütze erhalten. Ob an der Decke des Sitzungssaals Stuckverzierungen zu entdecken sein werden, wird sich zeigen. Probleme werde sicherlich, so Gosch, der Rettungsweg zwischen Dachgeschoss und 1. Etage bereiten. Seit 1994 sei dort nichts mehr geschehen, weshalb der 1. Stock nicht mehr für Publikumsverkehr offen sei.

Der Architekt stellt sich eine Wendeltreppe vor. Bauamtsleiter Stephan Kruse rechnet mit einer Fertigstellung nicht vor Ende 2017. Bis dahin wird Bürgermeister Heiko Gerstmann sein Büro bei den Stadtwerken gegenüber haben – später ins ehemalige Trauzimmer einziehen. Die Mitarbeiter sind bereits in das neue Verwaltungsgebäude eingezogen, bis auf das Sozialamt, das noch auf sein Mobiliar wartet. Die Stadt rechnet mit 1,38 Millionen Euro Sanierungskosten und einer Förderung von 80 Prozent durch das Städtebauförderungsprogramm. Bürgermeister. „Die Restaurierung kann erst beginnen, wenn der Haushalt genehmigt ist, was sich noch hinziehen wird.“




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