Ahrensburg : Schlossstadt soll schöner werden

Rundgang durch die Innenstadt: Annette Kirchgeorg und Planerin Andrea Becker.
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Rundgang durch die Innenstadt: Annette Kirchgeorg und Planerin Andrea Becker.

Ahrensburger Rundgänge am Tag der Städtebauförderung. Dafür sollen die Einwohner mit einbezogen werden.

shz.de von
11. Mai 2015, 06:45 Uhr

Verschönerungsprozess für Ahrensburg: Dafür gibt es Mittel aus der Städtebauförderung. Zunächst fließen sie in die Sanierung des Rathauses, aber auch die Innenstadt wird davon profitieren. Und die Bürger sind aufgerufen, dabei mitzuplanen. Etwa ein Jahr ist für die weiteren Planungen vorgesehen, dann geht es an die Umsetzung. Die Mittel fürs Rathaus und den Planungsprozess stehen bereit.

„Priorität hat dabei die Hamburger Straße“, sagt Stadtplanerin Juliette Schickel. Denn der Bereich zwischen dem Rondeel und dem AOK-Knoten ist seit 17 Jahren unverändert. Damals wurde das Rondeel für den Durchgangsverkehr gesperrt. „Damals ging ein Aufschrei durch Kaufleute“, sagt ihre Vorgesetzte Andrea Becker, „aber das Konzept hat sich bewährt.“ Denn der Durchgangsverkehr von 20  000 Fahrzeugen täglich sei verbannt worden und das Quartier habe dennoch prosperiert. „Ein fast südländisches Flair prägt das Rondeel heute.“

Ins Förderprogramm kommt die Schlossstadt durch die gut erhaltene barocke Sichtachse. Sie reicht vom Schloss über den Alten Markt zum Rondeel und den Dreizack der drei Alleen, die von dort ausgehen. Aber auch, weil hier „städtebauliche Missstände“ vorliegen. Das Schlossensemble ist heute nur unzureichend mit der Innenstadt verbunden. Das gilt auch für die nördlichen Wohngebiete. Das Lindenhof-Gelände und der Bahnhofsbereich bleiben vorerst aus dieser Planung ausgeklammert.

„Wir wollen eine Planung mit möglichst viel Transparenz“, sagt Bürgermeister Michael Sarach. Auftakt war eine Runde im Rathaus am vergangenen Sonnabend, dem Tag der Städtebauförderung. Etwa 50 Bürger nahmen daran teil. „Die Fördermittel des Bundes wurden auf 700 Millionen Euro ordentlich aufgestockt“, berichtet die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer (SPD).

Der Bund übernimmt in der Regel ein Drittel der Kosten, ein zweites Drittel trägt das Land und den Rest die Stadt. Das Geld sei gut investiert, so Juliette Schickel: „Jeder in diesem Bereich investierte Euro zieht Folgeinvestitionen in Höhe von 7 Euro nach sich.“ In der Diskussion kritisierte ein Teilnehmer das weitere Wachstum der Stadt: „Die Zukunftswerkstatt hat sich dagegen ausgesprochen.“ Über die Stadtentwicklung werde bis heute heftig gerungen, sagt Sarach. Die Stadt müsse aber ihrer Rolle als Mittelzentrum in einer Metropolregion gerecht werden. „Jetzt geht es um die konkreten Planungen, bleiben sie dabei und machen sie mit“, appelliert Sarach an die Runde. Aus der Zukunftswerkstatt hätten sich viele frustriert zurückgezogen, wirft Gertrud Tammena ein: „Jetzt befürchten viele eine Pflasterung der Hamburger Straße, das wäre für ältere Menschen furchtbar.“

Eine Lanze fürs Rathaus bricht Dr. Olaf Gisbertz. Der Kunstgeschichtler für Bauten hebt noch einmal seine Bedeutung hervor: „Es steht im Denkmalschutz heute gleichrangig mit gotischen Sakralbauten da.“ Der Bau sei sorgfältig geplant und für eine flexible Nutzung gestaltet worden: „Es gibt nur noch wenige Gebäude dieser Art in Deutschland.“

In die Planung ist auch wieder ein Stadtpark für Ahrensburg aufgenommen. „Das vordere Drittel des Stormarnplatzes ist dafür vorgesehen“, sagt Stadtplanerin Andrea Becker bei dem anschließenden Rundgang. Im Bebauungsplan sei das schon vor einigen Jahren festgeschrieben. „Damals fehlten uns aber die Mittel dafür, jetzt gehört es zum Fördergebiet.“

Handlungsbedarf sieht sie auch am südlichen Eingang zur Innenstadt. Denn hier liegt seit Jahren ein Grundstück brach. Hier plante der Asklepios-Konzern zunächst eine Tagesklinik, doch das liegt auf Eis. „Momentan bietet sich hier der Anblick einer Hinterhof-Situation“, sagt Andrea Becker. Dieses ungünstig geschnittene Grundstück ist eine Herausforderung für die Planung und wartet schon lange auf Ideen.


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