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Keine Zustiftung : Schloss zu teuer für Ahrensburg?

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ahrensburg hat sich zu regelmäßigen Zahlungen an die Schloss-Stiftung verpflichtet, die bislang aber fast immer verschoben wurden - auch in diesem Jahr. Bis 2018 muss die Stadt aber zahlen.

Das Ahrensburger Wahrzeichen ist teuer. Langfristig soll eine Stiftung für den Erhalt des Schlosses sorgen, die Stadt hat sich zu Zustiftungen verpflichtet. Doch die dafür vorgesehenen 100.000 Euro fließen in diesem Jahr erneut als Zuschuss in den laufenden Betrieb. Damit soll das Defizit der Schlossstiftung gedeckt werden. Die für das laufende Jahr vorgesehenen 100.000 Euro sollen in den kommenden Jahren zusätzlich aufgebracht werden.

"Dass die Mittel fürs Schloss nicht auskömmlich sind, wissen wir", sagte Bela Randschau (SPD), "jedes Jahr wächst die Zweckentfremdung des für die Stiftung vorgesehen Kapitals." Es gebe nur einen Weg: Den Betrag auf 200.000 Euro zu verdoppeln. Nur so könne die Verpflichtung erfüllt werden, bis zum Jahr 2018 insgesamt 500.000 Euro Stiftungskapital aufzubringen. Nur unter dieser Bedingung hatte die Sparkassenstiftung Mittel in gleicher Höhe zugesagt. Bisher hat die Sparkasse 350 000 Euro eingezahlt, die Stadt nur 100.000 Euro. Durch Spenden sind weitere 150.000 Euro zusammengekommen. Grundsätzlich stimmte Thomas Bellizzi (FDP) Randschau zu, "so lange unser Haushalt nicht ausgeglichen ist, wird das rechtlich aber nicht möglich sein." Es gebe eine klare Aussage aus dem Innenministerium.

Bürgermeister Michael Sarach erinnerte daran, dass die Stadtverordneten die Zustiftung beschlossen hätten. "Wir müssen die Mittel mittelfristig aufbringen, um unser Schloss zu erhalten." Das Stiftungskapital sei von Anfang an zu gering veranschlagt worden. Die Stadt Ahrensburg profitiere erheblich von ihrem Wahrzeichen. Der Betrieb sei mit einem Kostendeckungsgrad von 60 Prozent vergleichsweise gut: "Das stellt jedes andere Museum in den Schatten." Mehr sei nicht herauszuholen.

Doris Unger (SPD) warnte sogar vor höheren Einnahmen: "Das Finanzamt könnte das Schloss als Gewerbebetrieb einstufen." Tobias Koch (CDU) hatte Mehreinnahmen gefordert: "Das Schloss entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden." Kein Standesbeamter sei bereit, Trauungen am Sonnabend zu leiten, wie etwa im Schloss Tremsbüttel. Das brachte den Bürgermeister auf den Plan: "Es wird durchaus auch am Sonnabend im Schloss getraut."

"Das Defizit wurde auch durch Investitionen in die Zukunft verursacht", so Christian Schubbert von Hobe (Grüne), "die Situation wird deshalb besser werden." Die rechtlichen Bedenken von Bellizzi seien unnötig, sagte Sarach nach der Sitzung. Denn die Änderung der Gemeindeordnung, auf die sich das Innenministerium berufen könnte, sei erst nach der Gründung der Schlossstiftung erfolgt.

 

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erstellt am 29.Aug.2013 | 14:21 Uhr

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