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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 15:09 Uhr

Schloss wartet aufs Geld

vom

Noch hat Ahrensburg kaum etwas in die Stiftung eingezahlt, will aber 2014 damit anfangen

Ahrensburg | Eine halbe Million Euro sollte die Schlossstadt in die Schlossstiftung zahlen, in fünf Raten je 100 000 Euro ab 2010. So sieht das die 2008 getroffene Vereinbarung mit der Sparkasse Holstein vor, die 500 000 Euro für die Gründung der Stiftung für das Schloss vorschoss. Und sich ebenfalls zu jährlichen Zahlungen verpflichtete, wenn Ahrensburg seinen Beitrag leistet.

De facto hat die Schlossstadt noch nicht einmal das geschafft. Insgesamt waren es bisher nur 100 000 Euro. Da haben private Spender mehr auf den Tisch gelegt. 2011 hatte Roland Spahn 50 000 Euro gestiftet, 2012 ein Großhansdorfer, der unbekannt bleiben wollte, 100 000 Euro. Aus Ahrensburgs Stadtsäckel kamen 2010 immerhin noch 50 000, dann 30 000 und 20 000 - und in diesem Jahr: Null.

Immer alles mit guter Begründung. Das Stiftungskapital ist mit rund zwei Millionen Euro viel zu gering, die Zinsen sind niedrig, und es gibt immer mal wieder Sonderausgaben. In diesem Jahr ist es die "Ertüchtigung des Kulturerlebnisraums Ahrensburger Schlossensemble", ein 310 000 Euro teures Leuchtturmprojekt das von Alsterland mit 144 000 Euro EU-Gelder gefördert wird. Weitere 50 000 Euro kommen von der Sparkassen-Kulturstiftung, aber die Schlossstiftung ist dieses Jahr ebenfalls mit 40 000 Euro dabei.

Das ist die Summe, mit der die Stadt eigentlich den Museumsbetrieb fördert, die aber in den vergangenen Jahren nicht annähernd gereicht hatte. Deshalb befasst sich der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss am 8. August wieder mit der Umwidmung der Zustiftung in einen Zuschuss (19.30 Uhr im Schloss). Dass die Sparkassenstiftung Schloss Ahrensburg zusätzlich 16 000 Euro locker gemacht hat, reduziert den prognostizierten Liquiditätsengpass von rund 100 000 Euro nicht entscheidend. Tröstlich: 12 370 Euro für ein Gutachten zur Entschlammung des Schlossteichs sind schon enthalten.

Bürgermeister Michael Sarach, der auch Vorsitzender der Stiftung ist, hatte das Schloss 2010 zur "Chefsache" erklärt. 2011 lag ein zwölfseitiges Papier auf dem Tisch, das Konzept zur "Verbesserung und Stabilisierung der Finanzausstattung der Schloss-Stiftung". Damit sollten jährlich 50 000 Euro an Spenden sowie 14 000 Euro an weiteren Mehreinnahmen reinkommen. Vor allem wollte man Zustifter gewinnen, der schwierigste, aber auch der erfolgversprechenste Teil des Konzepts", so Sarach damals.

Wirklich erfolgreich war man nicht mit den Ideen, Sponsoren zu finden. Betriebe sollten drei Jahre lang je 3000 Euro geben, dürften sich dafür Schloss-Förderer nennen, sollten eine Tafel im Foyer und Rabatt bei der Raummiete bekommen. Firmen wollte man auch als Käufer einer Panorama-Aufnahme des Schlosses in limitierter Auflage gewinnen. Im Januar 2012 war - dank Sparkasse - das Faltblatt "Ein Schloss für Bürger - Bürger für das Schloss" fertig. Damit wollte man auch Privatpersonen als "Raum-Partner" gewinnen, für 750 bis 1000 Euro für eine Tafel in dem Raum und einen kleinen Empfang.

Einige Namen schmücken zwar die Sponsorentafel im Schloss, an der finanziellen Schieflage konnte das aber nur wenig ändern. Deshalb lautet der Vorschlag der Verwaltung jetzt, ab 2014 100 000 Euro für den laufenden Betrieb zu gewähren und der Schloss-Stiftung ebenfalls 100 000 Euro zukommen zu lassen, zuzüglich der 16 000 Euro von der Sparkassenstiftung.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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