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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 00:16 Uhr

Schließung auf Raten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Pflegeausbildung in Oldesloe ohne Zukunft

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Das planlose Konfliktmanagement der Landespolitik und des Krankenhauskonzerns Asklepios verhindert den Fortbestand der Krankenpflegeschule in Bad Oldesloe.

Die Krankenpflegeschule in Bad Oldesloe hat erstmalig den diesjährigen Ausbildungsjahrgang ausgesetzt. Die anstehende Renovierung der Ausbildungsräume wurde zuerst mit einer Übergangslösung auf einer Station der Klinik in Bad Oldesloe aufgefangen. Dann entschied das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung die Schließung des bisherigen Standortes zum 30. September, da der Asklepios-Konzern den Auflagen zur Renovierung nicht nachkommen wollte.

Der Betreiber der Schule, der Asklepios-Krankenhauskonzern arrangiert sich mit dieser verantwortungslosen Entscheidung der Landespolitik und schlägt eine denkbar unattraktive Fortführung dieses wichtigen regionalen Ausbildungsangebotes vor: die räumliche Splittung der praktischen und theoretischen Ausbildungsmodule. Die angehenden Fachpflegekräfte sollen nun zwischen der praktischen Ausbildung in Bad Oldesloe und einem Schulangebot in Hamburg pendeln. Doch im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe von Asklepios in Hamburg ist kein Platz für weitere Auszubildende. Einen Lehrermangel gibt es schon jetzt.
Der große Vorteil der räumlichen Nähe von Theorie und Praxis wird damit leichtfertig verspielt. Es ist zu befürchten, dass sich die Bewerber nun gleich in den für die Ausbildung attraktiveren Großkliniken in Hamburg oder Lübeck bewerben. Da in der Pflegebranche insgesamt schon jetzt Personal- und Nachwuchsmangel besteht, ist das ein fatales Signal für den Standort Bad Oldesloe. Anstatt aktiv um Nachwuchskräfte zu werben und eine attraktive Ausbildung zu bieten, spart der Asklepios-Konzern den Standort kaputt. Werden mittelfristig weitere Abteilungen geschlossen, weil das Personal fehlt?

Hier muss die Landesregierung ihre Verantwortung im Rahmen der Krankenhausplanung wahrnehmen und darf sich nicht von privaten Konzernen auf der Nase herumtanzen lassen. Der Asklepios-Konzern seinerseits darf sich nicht von kurzfristigen Gewinnerwartungen leiten lassen. Er muss ebenfalls seine Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung wahrnehmen. Wenn er sich dazu nicht in der Lage sieht, soll er das Krankenhaus in Bad Oldesloe denen zurück geben, denen es sowieso gehören sollte: den Menschen im Kreis.

Die vom Kreistag beschlossene Privatisierung rächt sich inzwischen bitter! Vielleicht ist dies der Beginn einer Diskussion zur Rekommunalisierung des Bad Oldesloer Krankenhauses wie es das Wahlprogramm der Partei „Die Linke“ zur Kommunalwahl bereits gefordert hat.

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