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Schleswig-Holstein fordert längere Schulferien-Saison

vom

Wirtschaftsminister Meyer (SPD) will die Sommerferien in Deutschland über 90 Tage verteilen

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 03:59 Uhr

kiel | Schleswig-Holstein plant einen Befreiungsschlag für die Stoßzeiten in der Hauptsaison: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer möchte einen Beschluss aller Bundesländer einholen, um den Korridor für die Sommerferien in Deutschland auf 90 Tage auszuweiten. Einen Antrag will der SPD-Politiker in die Wirtschaftsministerkonferenz am 5. Juni in Rostock einbringen. Zie: Druck auf die Kultusministerkonferenz (KMK) auszuüben. Sie strickt gerade an der Sommerferienregelung für 2018 bis 2024. Bis 1. Juli müssen die Bundesländer bei der KMK ihre Terminvorschläge abgeben.

"Durch eine optimale Ausnutzung des Ferienzeitraums werden Verkehrsströme entzerrt, Ferienregionen gleichmäßiger ausgelastet und Übernachtungskosten für die Gäste eventuell geringer", argumentiert Meyer. Zudem verweist er auf eine bessere Wertschöpfung. Bisher gehen den Ferienregionen Gäste verloren, weil die Unterkünfte zur "Rushhour" längst nicht alle Interessenten beherbergen können. Jeder fehlende Ferientag führt nach einer Berechnung des Tourismusverbands Schleswig-Holstein (TVSH) zu Umsatzeinbußen von 15,6 Millionen Euro - etwa jeweils zur Hälfte durch ausbleibende Übernachtungs- und Tagesgäste.

In der laufenden Sommerferienregelung 2011-2017 umfasst der Korridor durchschnittlich 81 Tage. Das Minimum steht im nächsten Jahr bevor: Dann werden es nur 71 Tage sein, 2015 auch nur 76. Für TVSH-Geschäftsführerin Catrin Homp ist das eine "Katastrophe". Schließlich seien Familien mit Kindern die Hauptzielgruppe. 2014 würden die Straßen bei An- und Abreise voller denn je. Der zeitliche Engpass werde sich "dramatisch auf die Auslastung auswirken". Für Gäste, die auf die Ferienzeit angewiesen sind, prophezeit sie besonders hohe Kosten: "Angebot und Nachfrage bestimmen bei Hotels und Ferienwohnungen den Preis." Dagegen drohten Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe in den Randzeiten erhebliche Leerstände.

Dass die KMK beim Beschluss der laufenden Ferienregelung auf die Forderungen der Touristiker keine Rücksicht nahm, erklärt sich Homp auch "mit fehlender ressortübergreifender Abstimmung in den Landesregierungen".

An der Stelle ist Schleswig-Holstein diesmal weiter: Bildungsministerin Waltraud Wende habe bei der KMK im Vorfeld des Meldeschlusses am 1. Juli bereits ihre Unterstützung für eine 90-Tage-Lösung bekundet, sagt Sprecher Thomas Schunck. Ebenso wie Meyer befürworte Wende ein rollierendes System, bei dem sich die Bundesländer mit frühen und späten Sommerferien stärker abwechseln als bisher.

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