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Stormarner Tageblatt

16. August 2017 | 22:21 Uhr

Stormarner Wochenschau : Sauber!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Heiß, perlend und erfrischend– das trifft auf die Opernproduktion im Kub zu. Auf die Duschen im Travebad auch. Zumindest wenn grade mal wieder die richtigen Köpfe installiert sind.

Verwässert

Eigentlich ist es doch unfassbar. Da ist das Oldesloer Schwimmbad jahrelang mit Millionenaufwand saniert worden, aber die Duschen kriegen die Stadtwerke nicht in den Griff. Von wegen „Optimierungsbedarf“, mit dem sich die Hallen-Chefin rauszureden versucht. Das ist einfach Murks! Wer am Dienstag in die Männerdusche kam, wurde erst mal von einer Wolke üblen Geruchs empfangen und dort, wo eigentlich Duschköpfe sein sollten, waren Löcher – und an einer bekannt undichten Dusche pieselte es munter weiter. Badespaß geht anders.

Inzwischen haben Schwimmbadbesucher eine gewisse Auswahl: Modell 08/15, Handbrause mit Schlauch oder doch der Luxuskopf aus dem sich ein üppiger tropischer Regenschauer ergießt. Naja, nicht schlecht, aber irgendwie wirkt es wie: Was hatte der Hausmeister noch rumliegen. Grade unter Stammgästen macht das alles einen wenig professionellen Eindruck und führt schnell zu schlechter Stimmung. Die sich dann in noch weiter sinkenden Besucherzahlen niederschlägt.

Immerhin, wer einen Blick in die Sitzungsvorlage für den nächsten Hauptausschuss wirft, wird dort herauslesen, dass nicht nur die Zahl der Individualbesucher deutlich rückläufig ist, sondern auch die Energie- und Wasserverbrauch. Unterm Strich bleibt leider immer noch ein erschreckender Verlust von mehr als 12 Euro pro Badegast.

Guter Ton

Oper, das ist was für gut Betuchte, viel Trallala auf großer Bühne, man versteht oft ohnehin nichts und dann wird auch noch ausländisch gesungen. Über Geschmack kann man ja bekanntlich nicht streiten, aber das, was da dieses Wochenende im Kub von Studentinnen der Lübecker Musikhochschule geboten wird, ist anders. Schon Oper, die auch gestandene Opernfreunde erfreuen wird, aber eben auch Oper für Neulinge, für Leute, die zwar keine Ahnung von Opern haben, die aber mal etwas Interessantes erleben möchten. Selbst wer noch nie etwas von „Gefährliche Liebschaften“ gehört oder gesehen hat, wird die Handlung verstehen. Wie schon bei der Produktion „Mad Lovers“ wird auch diesmal wieder mitten im Saal gespielt. Eine Idee, die funktioniert. Die Zuschauer sitzen um die Darsteller herum, greifbar nah und auf Augenhöhe. Diese Nähe, diese fehlende Erhöhung ist ein ganz besonderes Erlebnis. Das Ensemble nutzt diese Chance sucht den Kontakt und bezieht das Publikum mit ein.

Das Stück selber ist zwar durchaus „klassisch“, aber eben nicht angestaubt. Der aktuelle Bezug ist nur ein paar Klicks entfernt, denn was in „Gefährliche Liebschaften“ an Briefen geschrieben wird, könnten durchaus auch zeitgemäße Chats oder Posts in sozialen Netzwerken sein.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 10.Jun.2017 | 08:00 Uhr

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