Strassenerneuerung : Sanierungsstau wird teuer

Die Straße ist geschwindigkeits-, die Brücke gewichtsbeschränkt und verengt: Die K  32 ist eine Schloglochpiste.
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Die Straße ist geschwindigkeits-, die Brücke gewichtsbeschränkt und verengt: Die K 32 ist eine Schloglochpiste.

Weil die Planfeststellung so lange dauerte, muss der Kreis muss die Erneuerung der K 32 selbst bezahlen – knapp 900 000 Euro Fördermittel gingen verloren.

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20. Januar 2015, 06:00 Uhr

Was lange währt, wird nicht immer gut. In der Sitzung morgen um 18.30 Uhr (Raum D 132, Mommsenstraße 11) will der Stormarner Verkehrsausschuss endgültig die Erneuerung der Kreisstraße 32 zwischen Trittau und Grönwohld mit Fahrbahnausbau, Radwegen sowie neuer Brücken über die Obek und den Trittauer Mühlenbach beschließen.

Diskutiert wird darüber seit fast 15 Jahren. Mittlerweile ist die Kreisstraße so marode, dass fast überall Tempo 30 gilt, die Brücke über die Obek ist auf zwölf Tonnen beschränkt und nur noch einspurig befahrbar. Die hausgemachte Verzögerung kostet den Kreis fast 890  000 Euro. Statt erwarteter 1,8 Millionen wird die Erneuerung nur mit 980  000 Euro gefördert. Für die Straße gibt es dabei keine Zuschüsse mehr, weil das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GFVG) 2019 ausläuft und das Land die noch vorhandenen Mittel lieber für wichtigere Straßen, Bahnübergänge, Brücken und Radwege einsetzt.

Der Radweg an der K  32 wird noch mit 280  000 Euro gefördert, fast zwei Drittel der Kosten. Die Dammverbreiterung und die neuen Brücken über Obek und Mühlenbach kosten zusammen 1,3 Millionen und werden mit 700  000 Euro gefördert, 54 Prozent.

2001 sollte vor allem ein Radweg zwischen Grönwohld und Trittau gebaut werden. Als das Kreisbauamt die Unterlagen zur Stellungnahme beim Umweltamt des Kreises einreichte, fielen den Mitarbeitern dort die „Empfehlungen zum integrierten Fließgewässerschutz“ ein. Die Gutachter hatten sich weniger an dem vor 400 Jahren von den Zisterzienser-Mönchen angelegten Teich, sondern eher historischer Karten bedient, um „die Dynamik des Gewässersystems aus der Entwicklung heraus“ zu verstehen. Das passte zu den Brüsseler und Kieler Empfehlungen zur Wiederherstellung der Fisch-Durchgängigkeit, und der damalige Amtsleiter Hans Gerd Eissing stellte in Zweifel, dass die Wasser- und Staurechte der Mönche heute noch gelten würden.

Kreisbauamtsleiter Klaus Kucinski war zwar der Auffassung, dass die Obek nicht von der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie erfasst würde, aber damals gehörte das Umwelt- noch nicht zum Bauamt. 2008 stellte sich heraus, dass es den Kreis bis zu 900  000 Euro kosten würde, Fischen und Kleinlebewesen das Wandern stromaufwärts zu ermöglichen. Für den Planfeststellungsantrag wurde eine Einfach-Variante mit einem Brücken-Durchlass in Profil-Bauweise eingereicht, so dass eine Fisch-Durchlässigkeit immer noch gebaut werden könnte. Kucinsky: „Wir haben immer gesagt, dass man beide Themen getrennt behandeln muss.“

Das Verfahren zog sich aber noch bis zum Planfeststellungsbeschluss am 3. November 2014 hin. Die Frist für Einwendungen ist am Montag abgelaufen und die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen, dass jetzt mit dem Bau begonnen werden kann. Theoretisch ist auch eine Asphaltsanierung denkbar. Die würde aber mindestens 200  000 Euro kosten und kaum länger als bis 2020 halten, da der Fahrbahnaufbau unterdimensioniert ist.

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