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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 14:03 Uhr

Reinfeld : Salami-Sticks auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Jahrgänge der Immanuel-Kant-Schule nahmen am Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest teil.

Hält die Verpackung wirklich, was sie verspricht? Schmeckt das Produkt tatsächlich so gut, wie es in der Werbung angepriesen wird? Stimmen die Nährwert- und Fettangaben, die auf der Packung stehen? Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis? Halten Deo-Roller und Deo-Sprays ihre Versprechungen, 24 Stunden einen frischen Duft zu verleihen? Welche Zahnpasta hat welche Inhaltsstoffe und wogegen wirken sie tatsächlich?

Schüler des 7. Jahrgangs des Wahlpflichtkurses Wirtschaftslehre an der Immanuel-Kant-Schule (KGS) gingen diesen spannenden Fragen auf den Grund. Sie beteiligten sich in Gruppen am Wettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest, der seit über 30 Jahren Jugendliche ab zwölf Jahren an ein kritisches Verbraucherverhalten heranführen möchte.

Die Siebtklässler Tobias, Kevin und Steffen nahmen Salami-Sticks von vier renommierten Herstellern genau unter die Lupe. „Wir essen die Sticks gern und nehmen sie manchmal auch mit zur Schule. Deshalb wollten wir wissen, was dahinter steckt“, so Tobias, der an seinem Laptop gemeinsam mit seinen beiden Klassenkameraden eine Tabelle der Vor- und Nachteile der Produkte erstellt hat. Die Schüler vergaben Noten in Kategorien wie Geschmack, Zutaten, Verpackung, Geruch, Konsistenz, Nährwert, Fleischgehalt und Aussehen. „Wir haben uns für vier Produkte entschieden, die man auch in Reinfeld und Umgebung erhält“, so Steffen. Sie besorgten sich eine Packung der Famila-Eigenmarke, einer der Coop-Eigenmarke sowie Salami-Sticks einer weniger bekannten und einer durch die Fernsehwerbung sehr bekannten Marke. Zu Hause auf dem Küchentisch wurde dann ausgiebig getestet. „Ich habe die Sticks aus der Verpackung genommen und zur Blindverkostung ohne den Produktnamen auf den Tisch gelegt“, erklärt Tobias. Solche Tests habe man ja schon mal im Fernsehen gesehen.

Zwei Salami-Sticks schmeckten absolut gleich, waren auch von ihrer Konsistenz her identisch. Beim Nachforschen im Internet stellte sich heraus, dass sie beide bei der selben Schlachterei hergestellt wurden, was für den Verbraucher aber nicht ersichtlich ist. „Wir fanden, dass der Verbraucher ganz schön beschummelt wird, weil ja auch die Preise unterschiedlich sind“, so Kevin. Die teuerste Salami (fast 2 Euro) war noch lange nicht die beste, stellten die Siebtklässler fest. Im Gegenteil. „Die war schlecht abzubeißen, hatten viel weniger Edelschimmel als die anderen drei Salamis und man musste lange kauen“, so Steffens Fazit. Das sei aber die bekannteste unter den Salamis gewesen. Am besten schnitt die weniger bekannte Marke ab. „Die schmeckte uns allen ganz besonders gut, war leicht abzubeißen, hatte einen pikanten Geschmack und zartes Fleisch“, so die drei Tester. Immerhin enthielten alle vier Testprodukte fast 100 Prozent Schweinefleisch. Der Nährwert- und Fettgehalt interessierte das Trio am wenigsten, denn man wisse ja, dass Salami sowieso viele Kalorien enthalte. An der Verpackung aller vier Produkte müsse man allerdings noch einiges ändern: Wiederverschließbar sei keine gewesen. Daher der Tipp der Jungen: „Nach dem Öffnen die Salamis in eine Dose legen oder gleich aufessen.“ Beim Schlusslicht des Verbrauchertests habe sogar noch Plastik an der Wurst geklebt. Fazit des Test-Trios: „Das teuerste ist nicht immer das beste Produkt.“


>Am 28. Februar ist Einsendeschluss bei der Stiftung Warentest. Es gibt Geldpreise im Wert von 12  000 Euro sowie eine Reise nach Berlin zu gewinnen. Lehrer Clemens Schlaak, der jedes Jahr das Projekt seiner Schüler – in diesem Jahr im 7. und 10 Jahrgang – begleitet, lobte die Teams: „Für die erste Teilnahme hat das sehr gut geklappt.“ Und die Schüler hatten Spaß.


❏Steffens Resümee: „Es war spannend, die Produkte zu vergleichen, und wir haben gelernt, dass man schon ganz genau beim Kauf hinschauen muss.“


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erstellt am 20.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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