zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. August 2017 | 21:38 Uhr

Sackgasse – Wege aus der Minijob-Falle

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Knapp jeder vierte Arbeitsplatz in Schleswig Holstein ist ein Minijob. Damit führt das Bundesland im deutschlandweiten Vergleich. Die große Mehrheit dieser Arbeitsplätze ist von Frauen besetzt. „Frauen machen häufig über viele Jahre hinweg Minijobs und wundern sich dann, dass nichts in die Rentenkasse kommt“, stellt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bad Oldesloe, Marion Gurlit, fest. Meist Mütter und Rentnerinnen stecken in der Minijob-Falle. Minijober werden schlechter bezahlt als fest angestellte Mitarbeiter, haben geringere Aufstiegschancen und in die eigene Rentenkasse fließt nur ein Pauschalbeitrag des Arbeitgebers. Für Arbeitgeber ist der Minijob jedoch attraktiv, er verursacht einen niedrigeren Verwaltungsaufwand und weniger Kosten als eine Festanstellung. „Die Verantwortung liegt aber auch bei der Person, die einen Minijob annimmt“, erklärt Gurlit. Daher veranstaltet sie als Gleichstellungsbeauftragte in Zusammenarbeit mit Birgit Harring-Boysen von der Beratungsstelle Frau & Beruf den Info-Tag „Minijob – Chance oder Auslaufmodell“. Auf der kostenlosen Veranstaltung werden praktische Hilfen für Minijoberinnen gegeben und in zwei Vorträgen und an Ständen über das Thema informiert. Außerdem stehen Mitarbeiter von Frau & Beruf für Beratungsgespräche zur Verfügung. Ines Hemme-Oels, Fachanwältin für Arbeitsrecht, die sich auf Minijobs spezialisiert hat, gibt in einem Vortrag wichtige Hinweise: Was muss bei der Steuererklärung beachtet werden? Was ist bei der Krankenversicherung wichtig? Welche Rechte haben Minijober im Unternehmen? Im zweiten Vortrag von Sonja Redmann von der Wirtschaftsakademie Glinde geht es um Wege aus dem Minijob. Die Referentin, die auch Leiterin des Projekts „ProJob - Wege aus dem Minijob“ ist, verrät in ihrem Vortrag Argumente, die Minijobber bei der Verhandlung zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit dem Arbeitgeber nutzen können. Auch Alternativen werden aufgezeigt.

Gurlit sieht aber auch Arbeitgeber und Politik in der Verantwortung. Einige Arbeitgeber, wie auch die Verwaltung der Stadt, verzichten vollkommen auf Minijobs. Sie wünscht sich von noch mehr Unternehmen, eine Kultur zu schaffen, die Minijobs nicht als Dauerlösung beinhaltet.

Die Veranstaltung „Minijob – Chance oder Auslaufmodell“ findet am Mittwoch, 7. Oktober von 9 bis 12 Uhr im Bürgerhaus statt Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter (04531) 504540.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen