Ahrensburg : S 4: Alternativstrecke statt Lärmschutzwände

Bereits vor mehreren Jahren hatte die Bahn zur Probefahrt einer S4 nach Oldesloe eingeladen.
Bereits vor mehreren Jahren hatte die Bahn zur Probefahrt einer S4 nach Oldesloe eingeladen. / Archivbild

Die Ahrensburger Stadtverordneten beraten eine Resolution, die „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ fordert eine Neubaustrecke an der A1.

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26. November 2017, 18:47 Uhr

Die Resolution zum Lärmschutz an der Bahnlinie ist heute Abend Thema in der Stadtverordnetenversammlung um 19.30 Uhr im Marstall. Die Ahrensburger wollen sechs Meter hohen Lärmschutzwände verhindern. In Städten wie Bad Schwartau gibt es die Hoffnungen, es verhindern zu könne, weil die Planfeststellung für Neubaustrecken den kommunen mehr Möglichkeiten bietet.

Die Kommunen in Ostholstein hatten sich im Zuge der Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung erfolgreich für einen Neubau anstelle eines Ausbaus der Bäderbahn eingesetzt. Südlich von Lübeck – in Stormarn und Hamburg – gab es diesen Widerstand nicht, und es ist nur ein Ausbau der Stecke geplant. Zusätzliche Gleise soll es nur für eine S 4 zwischen Hamburg und Ahrensburg geben, der Güter- und Fernverkehr soll auf den vorhandenen Gleisen fahren.

Bei S 4-Ausbau kann Ahrensburg lediglich als Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abgeben – die nicht viel mehr als eine Bitte ist. Bürgermeister Michael Sarach hatte vergeblich vorgeschlagen, das Gleisbett in Ahrensburg tiefer zu legen. Zudem gab die Stadt eine Anlayse in Auftrag, welche Alternativen es zu hohen Lärmschutzwänden gibt.

Auch wenn Jörg Hansen von den Grünen überzeugt ist, dass Bahn eine Resolution allenfalls lese und dann beiseite lege, griff die FDP in einem Antrag auf, was Gegner der S 4-Planung seit langem fordern: Dass die Güterzüge nicht durch die Städte rollen sollen. Ahrensburg, Bad Oldesloe und Bargteheide müssten signifikant vom Fern- und Güterverkehr entlastet werden, der nicht das Ziel Hamburg hat, heißt es. Es müsse ein Ziel der Resolution sein, dass das Eisenbahn-Bundesamt alternative Strecken benennt, argumentierte Thomas Bellizzi.

Die FDP schlägt vor, die Trasse Lübeck - Büchen - Lüneburg durchgängig zu elektrifizieren und zum Teil zweigleisig auszubauen. Die „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck“ setzt auf eine Neubaustrecke entlang der A 1. Die Züge könnten hinter Bad Oldesloe z. B. auf der ehemaligen Bahntrasse zur A 1 und dann auf einer neuen Trasse bis Moorfleet parallel zur Autobahn geführt werden. „Selbst wenn das eine Milliarde Euro kostet, würde so eine Lösung viele Vorteile bieten“, sagt Claus-Peter Schmidt, Vorsitzender der Initiative. Die Kosten für den S 4-Ausbau der Strecke liegen bei geschätzten 800 Millionen Euro – ohne ein drittes Gleis bis Bargteheide.

Die Vorteile eine zusätzlichen Bahnstrecke an der A 1 sieht Claus-Peter Schmidt nicht nur in der Entlastung der Anwohner. In Großhansdorf wäre ein Lückenschluss zur U 1 möglich, was den Weg aus Lübeck in Hamburgs Nordosten erheblich verkürzen würde. Und mit einem neuen Bahnhof in Barsbüttel würde sich die Anbindung von Stormarns Süden bedeutend verbessern. Zudem gäbe es eine Ausweichmöglichkeit, wenn eine Strecke wegen Sanierung oder eines Unfalls gesperrt werden muss.

Die Initiative hat zu ihrem Vorschlag ein siebenminütige Video mit dem Titel „A 1 der Schiene“ produziert, das bei Youtube zu finden ist. Und an diesem Donnerstag um 19 Uhr lädt die Initiative zu einer öffentlichen Vorführung des Films mit anschließender Diskussion über den alternativen Streckenvorschlag ins Park-Rondeel im Apostelweg 17 in Rahlstedt ein.

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