Firmenpleite : Russmeyer meldet Insolvenz an

Das Autohaus Russmeyer ist auch auch eine beliebte  Veranstaltungsstätte so für die  Messe „Trittauer Schaufenster“ oder für Konzerte des Männergesangvereins.
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Das Autohaus Russmeyer ist auch auch eine beliebte Veranstaltungsstätte so für die Messe „Trittauer Schaufenster“ oder für Konzerte des Männergesangvereins.

80 Mitarbeiter der Autohäuser in Trittau, Bargteheide und Schwarzenbek sind betroffen.. VW kündigt die laufenden Verträge

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01. November 2013, 16:53 Uhr

Die Nachricht kam für viele Kunden überraschend: Das Autohaus Russmeyer in Trittau, Bargteheide und Schwarzenbek hat Insolvenz angemeldet. Direkt nach Bekanntwerden kündigte Volkswagen alle bestehenden Verträge.

Das bedeutet nicht nur, dass 80 Mitarbeiter derzeit um ihre Jobs fürchten müssen, sondern auch, dass es aktuell in diesen Autohäusern keine Neuwagen mehr im Verkauf gibt. Das betrifft auch die Fahrzeuge, die bereit bestellt wurden, aber noch nicht ausgeliefert worden sind. Was nicht schon auf den Höfen der drei Händler steht, wird auch nicht mehr an diese Standorte kommen. Die Auslieferung soll trotzdem erfolgen. Volkswagen verweist hierzu an das Autohaus Petschallies in Hamburg Sasel. Reparaturarbeiten und laufende Aufträge werden hingegen noch professionell abgearbeitet. Auch die Versorgung mit Ersatzteilen und der Betrieb der Trittauer Shell-Tankstelle – auch diese gehört zum dortigen Autohaus – sei gesichert.

Rechtsanwalt Steffen Koch von der Kanzlei Wienberg Wilhelm (Hamburg) ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Bis zur offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Dezember will Koch Lösungen erarbeiten. „Wir haben verschiedene Interessenten für die drei Häuser und bemühen uns um eine Lösung bis zum 1. Dezember, um Kunden und Mitarbeitern die Ungewissheit zu nehmen“, erklärte Koch. Bekannt wurde jetzt, dass die 36 Mitarbeiter in Trittau, 22 in Schwarzenbek und 22 in Bargteheide bereits seit September kein Gehalt mehr bekommen haben sollen. „Das ist sehr bedauerlich. Hoffentlich können die Arbeitsplätze erhalten werden“, sagte Trittaus Bürgermeister Walter Nussel als er von der Insolvenz erfuhr.

„Es ging dem Betrieb schon die letzten Jahre schlecht, aber wir haben alle gehofft, dass Russmeyer es noch schafft“, sagt die Gewerbegemeinschaft-Trittau-Vorsitzende Angelika Voss. Der GGT Vorstand hofft, dass es irgendwie weitergehe und bange auch um die beliebte Messe „Trittauer Schaufenster“, die eigentlich im nächsten April wieder im Autohaus stattfinden sollte.

Im Autohaus Russmeyer selbst war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der langsame, aber spürbare Niedergang der Traditionsfirma soll sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet haben. So habe es in der Chefetage keine Einigung in der Firmen-Nachfolge gegebenm, hieß es. Die Seniorchefs Heiner und Wolf Russmeyer, die das Unternehmen jahrzehntelang erfolgreich führten, seien zuletzt nur noch wenig im Geschäft präsent gewesen.

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