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Ex-Trainer in Eichede : Rückkehr in die Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fußball-SH-Ligist SV Eichede empfängt heute Abend Eutin 08 – dort sitzt ein alter Bekannter auf der Trainerbank.

Die Sichtweisen könnten unterschiedlicher nicht sein. Für den einen ist es ein einfaches Ligaspiel, für den anderen die emotionale Rückkehr in die Vergangenheit – an den Ort großer Erfolge und bitterer Enttäuschungen. Heute Abend (19 Uhr) empfängt der SV Eichede in der Fußball-Schleswig-Holstein-Liga Konkurrent Eutin 08 im Ernst-Wagener-Stadion. Und während der aktuelle SVE-Coach Oliver Zapel die Partie nüchtern einordnet, schleichen sich bei seinem Gegenüber, Hans-Friedrich „Mecki“ Brunner, unweigerlich die Gedanken an vergangene Tage auf der Trainerbank der Stormarner in seinen Kopf.

„Ich kenne Mecki schon lange, habe früher in jungen Jahren öfter mit dem TuS Hoisdorf gegen ihn gespielt – nicht mehr und nicht weniger“, erklärt Zapel. Für ihn steckt in der Konstellation, dass er auf seinen Vorgänger trifft, keine Brisanz. Der 46-Jährige weiß aber um die Schwere der Aufgabe. „Ich halte Eutin für eines der stärksten Teams in der Liga. Das ist kein normaler Aufsteiger, sondern eine gute Mannschaft. Nicht nur Stürmer Clemens Lange, dem ich zutraue SH-Liga-Torschützenkönig zu werden, sticht hervor, sondern auch viele andere Spieler sind mit allen Wassern gewaschen und gefährlich“, weiß der Trainer der Stormarner.

Mit mehr Emotionen hingegen geht Brunner die Aufgabe an seiner alten Wirkungsstätte an. Er freue sich auf seine Rückkehr. „Ich habe in Eichede schöne Jahre erlebt und werde dort sicherlich viele alte Wegbegleiter treffen. Deshalb ist das Spiel natürlich in doppelter Hinsicht interessant für mich“, sagt der 54-Jährige, der im April 2012 beschloss, den SV Eichede nach vier erfolgreichen Jahren zu verlassen. In seine Amtszeit fiel der Aufstieg in die fünfte Liga und drei Jahre in Folge Platzierungen in den Top-Vier der Spielklasse.

Ein Grund für den Rücktritt soll damals die fehlende Perspektive gewesen sein: Die Vereinsführung der Steinburger wollte damals das Risiko eines möglichen Aufstiegs in die Regionalliga aus finanziellen Gründen noch nicht eingehen. So zog Brunner enttäuscht die Reißleine und suchte nach einer schöpferischen Pause eine neue Herausforderung. Die fand er ab Sommer 2013 in Eutin. Mit den Ostholsteinern gelang in seiner ersten Amtszeit gleich der Durchmarsch in die SH-Liga. Dorthin, wo sich auch die „Bravehearts“ nach dem Abstieg aus Liga vier mittlerweile wieder befinden.

Nachkarten oder Schadenfreude sind Brunner derweil fremd. „Warum auch. Inzwischen hat sich viel verändert. Außerdem geht es am Mittwoch um Punkte und nicht um persönliche Dinge“, stellt der 54-Jährige klar. Er hat das Ernst-Wagener-Stadion seit seinem Abschied Mitte 2012 nicht mehr betreten und seinen Ex-Club lediglich vergangene Saison im Spiel beim VfR Neumünster einmal live gesehen. Dennoch ist Brunner gut informiert – und sieht sein Team als Außenseiter. „Eichede verfügt über so viel Erfahrung, hat gute Jungs und ist ein Regionalliga-Absteiger mit höchster Qualität. Klar haben wir zum Auftakt Schilksee mit 3:0 bezwungen. Doch das ist ein Ergebnis, das nicht überbewertet werden sollte. Wir haben einfach einen guten Tag gehabt und den TSV auf dem falschen Fuß erwischt. Eichede ist für mich dennoch der Favorit“, betont der Coach der Ostholsteiner.

Anpfiff: heute, 19 Uhr, im Ernst-Wagener-Stadion in Eichede.

Nicht dabei: Andre Kossowski (Rotsperre) und die Langzeitverletzten Dennis Wagner und Petrik Krajinovic.

Fraglich: Torge Maltzahn (krank).

Voraussichtliche Aufstellung: Berndt – Jan-Ole Rienhoff, Buchholz, Marschner – Plate (Bojarinov), Koops, Heidenreich, Fischer – Baloki, Lechler, Janelt.



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erstellt am 06.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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