Hafen- und Treidlerfest : Rückkehr der guten, alten Zeit

Auch Ritter fehlen nicht.
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Auch Ritter fehlen nicht.

AltStadt-Verein stellt Programm zum beliebten Hafen- und Treidlerfest Anfang Juni vor / Der "Wegezoll" bleibt

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20. April 2013, 09:03 Uhr

Bad Oldesloe | Da steht uns wieder ein feucht, fröhlicher Spaß ins Haus: Am Wochenende 1. und 2. Juni wird das Treidler- und Hafenfest des altStadt-Vereins in der Stadt gefeiert. Dann verwandelt sich die Innenstadt zwischen Trave-Apotheke und Rossmann bis hoch zum Kirchberg erneut in eine bunte Hafen- und Mittelaltermeile.

"Wir haben das Programm wieder mehr in Richtung Oldesloe gezogen", erklärt Sabine Stock, stellvertretende altStadt-Vorsitzende: "Es werden viele Oldesloer auftreten." Sven Pehla, Henning & Henning, der Shanty-Chor oder die singenden Vagabunden nennt sie als Beispiele. Mit Mittelalter hat das natürlich nichts zu tun und das sei auch so gewollt. "Wir wollen für alle etwas anbieten, auch für die, die kein Interesse an Mittelalter und Hafen haben", betont Stock. Das Ganze hat aber auch noch einen anderen Hintergrund. "Aus finanziellen Gründen ist es uns nicht möglich, rein Mittelalter zu machen", räumt der Vorsitzende Burghard Boje ein. Derartige Stände, Handwerker und Darsteller seien oft vertraglich an große Agenturen gebunden oder ziemlich teuer. Das kann sich altStadt aber nicht leisten.

Das Heilig-Geist-Viertel wird komplett zum Mittelalter-Quartier. Die bekannten Spielleute von Satolstelamanderfanz werden dort unter anderem auftreten. Details will Sabine Stock aber noch nicht verraten.

Erstmals haben die Beschicker des Wochenmarkts angekündigt, auch wenn sie nicht im Festbereich liegen, den Mittelaltergedanken an ihren Ständen aufnehmen zu wollen - soweit es machbar ist. Die Organisatoren werden im Gegenzug Musiker und einen Herold über den Marktplatz schicken.

Die Hude wird zum Hafen-Viertel. Dort soll auch die Hauptbühne stehen. Die Gruppe Scorbut wird spielen, die Wattenläufer und als Höhepunkt ist Sonntagmorgen ab 10 Uhr ein Gottesdienst mit Pastor Karsten Baden-Rühlmann in stilechter Lutherkluft. "Es soll zum Thema des Festes passen", versichert Burghard Boje.

Sonntagnachmittag startet dann wieder der beliebte Treidelwettbewerb. Treidelmannschaften bestehen aus jeweils vier Personen, das Boot wird gestellt: Zwei müssen im Kahn sitzen, zwei haben den kräftezehrenden Job, das Boot von der Brücke am Heilig-Geist-Quartier aus über die Ziellinie zu ziehen.

Erstmals kommt beim Treidler- und Hafenfest das "Cup&More"-System zum Einsatz. Das hilft, Müll zu vermeiden und hat für die Nutzer den Vorteil, dass sie ihren Becher nicht an dem Stand zurück geben müssen, wo sie ihr Getränk gekauft haben, sondern das Pfand an jedem Stand, der die Becher ausgibt, erstattet bekommen.

Am "Wegezoll" wird sich nichts ändern. Auch in diesem Jahr werden die Besucher wieder Eintritt zahlen müssen. Kinder bis 1,20 Meter sind frei, ansonsten zahlen sie einen Euro, Erwachsene müssen 2 Euro berappen. Das wird wieder zu Diskussionen an den Eingängen führen. "Es ist unglaublich, wer während des Festes alles in der Innenstadt wohnt, oder da nur mal eben einen Freund besuchen will", nennt Burghard Boje eine der meistgenannten Ausreden. "Ich will doch nur einkaufen", ist eine andere. Die Konsequenz ist für Sabine Stock klar: "Wir müssen einen Spagat machen. Alle zahlen Eintritt, wer mit seiner vollen Einkaufstüte zur Kasse zurück kommt, bekommt sein Geld erstattet." Aber am Sonnabend muss ohnehin erst ab 14 Uhr gezahlt werden - dann haben die meisten Geschäfte zu. Am Sonntag sind die Kassenhäuschen ab 11 Uhr besetzt, schließlich soll der Besuch des Gottesdienstes selbstverständlich kostenfrei sein. Viel Aufwand für einen relativ kleinen Obolus, doch darauf kann altStadt nicht verzichten. Burghard Boje: "Mit dem Eintritt finanzieren wir das Programm. Er ist ausschlaggebend, um das Fest überhaupt machen zu können."

Freiwillige Helfer für das Treidler- und Hafenfest werden noch gerne genommen. Interessenten können sich über die Facebook-Seite des Treidler- und Hafenfests bei altStadt melden oder telefonisch unter der Rufnummer: (04531) 8801352.

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