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Bad Oldesloe : „Rollende Waschmaschine“ für dreckige Mülltonnen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Abfallwirtschaft Südholstein stellt ein neues Entsorgungssytem und ein Reinigungsfahrzeug für Mülltonnen vor. Für Wohnanlagen wurden unterirdische Müllbehälter präsentiert.

Es sieht aus, wie ein Müllwagen – vielleicht etwas bunter an den Seiten. Aber dieses Fahrzeug, von dem es nur ein einziges Exemplar im Kreis Stormarn gibt, ist eine „rollende Waschmaschine“ für Mülltonnen. Gestern wurde das Reinigungsfahrzeug – so die offizielle Bezeichnung – auf dem Recyclinghof der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) im lauenburgischen Lanken vorgestellt.

Die Tonnen werden am Heck eingehängt, dann beginnt der Waschvorgang. „Zwischen 70 und 120 Sekunden dauert ein Vorgang, die Tonnen werden mit 60 Grad warmem Wasser ausgespült“, sagt der Fahrer des 300  000 Euro teuren Wagens, Detlef Siemers. Im Moment sei man aber noch in der Testphase, „daher ist das Fahrzeug eines österreichischen Herstellers auch nur geleast“, erklärt AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel während der Jahrespressekonferenz, „die Testphase wird etwa ein halbes Jahr dauern.“

Bereits in der Praxis angekommen ist das sogenannte Unterflursystem, Müllbehälter, die im Erdreich versenkt werden. Oberirdisch ist nur die Einwurfsäule sichtbar, ein System, das vor allem für die Wohnungswirtschaft interessant sein dürfte. Vorteile: Keine wild umherstehenden Müllcontainer in einer Wohnanlage, hygienische Sauberkeit, weil der Abfall unter der Erde verschwindet. Keine Fremdnutzung (Schlüsselsystem), „und die Müllbehälter können nicht mehr angezündet werden“, sagt Olaf Stötefalke, Leiter des Service- und Kommunikationsbereichs.

Durch die Öffnung in der Säule passen nur kleinere Beutel oder Gegenstände, unzerkleinerte Kartons oder Sperrmüll passen nicht durch die Öffnung. Mit einem Kran werden die sechs Kubikmeter fassenden Behälter nach oben gehievt und über einem Container entleert. Die Anlagen (Erdschacht, Pflasterung) müssen die Vermieter allerdings in Eigenregie finanzieren. Etwa 10  000 Euro kostet eine Anlage für vier Sammelbehälter für verschiedene Müllsorten. In Geesthacht und Mölln sind solche Anlagen in Betrieb, beziehungsweise geplant, im Kreis Stormarn bislang nicht.

Die Abfallmengen sanken seit 2012 von rund 77  600 Tonnen (Restabfall) auf rund 75  500 Tonnen im vergangenen Jahr, der Bioabfall erhöhte sich im gleichen Zeitraum von rund 30  000 Tonnen auf rund 40  100 Tonnen. „Damit sind wir mit unseren Bestrebungen erfolgreich, noch mehr Biomüll aus dem Restabfall zu entsorgen“, betont Olaf Stötefalke. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 30 000 Tonnen Restabfälle und 21  100 Tonnen Bioabfälle entsorgt. Die Abfallmengen pro Kopf lagen im Jahr 2016 bei 175 Kilogramm (Standort Bad Oldesloe) und 172 Kilogramm Restabfall (Standort Ratzeburg). Beim Bioabfall waren es 93 Kilogramm (Oldesloe, beziehungsweise 91 Kilogramm (Ratzeburg).

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