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Stormarner Tageblatt

21. November 2017 | 11:18 Uhr

Rohrbogenwerk: Für Kultur gut geeignet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hamburger Gutachter legen Machbarkeitsanalyse im Bauausschuss vor

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:27 Uhr

Das erste Gutachten liegt vor, ein weiteres könnte folgen. 16 000 Euro ließ sich die Stadt die Standort-, Markt und Wettbewerbsanalyse kosten, ob Kultur auf dem Rohrbogengelände eine Chance hat. „Gut bis sehr geeignet“, ist das Fazit von Thomas Albertin. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Vota Freizeit- und Spezialimmobilien Beratung GmbH stellte die Machbarkeitsstudie im Bau- und Planungsausschuss vor.

Zuvor hatten die Politiker das Werksgelände gemeinsam mit dem Ahrensburger Bauamtsleiter Ulrich Kewersun und Investor Christoph Kroschke besichtigt. Seit mehr als zehn Jahren stehen die Hallen leer, die Fensterscheiben sind eingeworfen, die Wände mit Graffitis besprüht. „Das ist teilweise ja sogar ganz hübsch. Was mich stört ist ist die sinnlose Zerstörungswut“, so Kroschke. Die Halle, um die es geht, ist ihrer Grundstruktur erhalten: Ein Zweckbau mit Doppel-Stahlträgern als Stützen und einfachen, gemauerten Ziegelsteinwänden.

„So groß“, wie sie wirkte, hatten sich die meisten Politiker die 2000 Quadratmeter allerdings nicht vorgestellt. Das gesamte Gelände 1,5 Hektar groß, hatte die eigens dafür gegründete Rohrbogenwerk Immobilien GmbH der britischen Besitzerin abgekauft, um dort eine Mischung aus Gewerbe, Dienstleistung, Wohnen und eben auch Kultur zu realisieren.


Es gibt noch Bedarf an interessanten Locations


Der Zustand der Halle habe sich aber als miserabel erwiesen, sie sei nicht wirtschaftlich zu betreiben, so Kroschke, der eine Kombination mit Einzelhandel vor schlug. Das wollte die Politik nicht und gab das Gutachten bei Vota in Auftrag. Nach deren Einschätzung spricht viel für ein Freizeit- und Kulturzentrum in der Bogenstraße. Die verkehrliche Anbindung und die Parksituation seien gut. Weil es in der Metropolregion noch Bedarf an interessanten Locations gebe, sieht man Potenzial vor allem für ein Kino, für Events, für einen multifunktionalen Musikclub mit Bühne sowie eventuell Theater und Bildung.

Trotz der positiven Bewertung geht Thomas Albertin nicht davon aus, dass so ein Kulturzentrum ohne Förderung durch Stadt oder Stiftungen wirtschaftlich betrieben werden kann. Ob die Werkshalle für so eine Umnutzung überhaupt geeignet ist und was eine „Ertüchtigung“ kosten würde, war nicht Teil der Vota-Untersuchung. Beides könnte in neuen Gutachten geklärt werden. Zunächst werden die Fraktionen ihre Schlussfolgerungen aus den Gutachten intern ziehen. Ob es weitere Untersuchungen gibt und wer sie in Auftrag gibt – die Stadt oder der Investor – wird sich dann zeigen.

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